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Bayern-Trainer Niko Kovac erklärt, warum er Javi Martinez einen Krampf simulieren ließ und warum er manchmal bei seinen Spielern Aggressionen schürt.

Bayern-Trainer Niko Kovac hat ungewohnt offene Einblicke in seine Arbeit auf dem Trainingsplatz gegeben und lässt dabei mit einer überraschenden Aussage aufhorchen.

So verriet der 47-Jährige im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass er im Training bewusst Reizpunkte setzt. "Zum Beispiel auch mal absichtlich falsch pfeifen im Trainingsspiel, um Aggressionen zu schüren. Wenn alles ein Trott ist, entsteht Lethargie, Trägheit. Deshalb greife ich manchmal manipulativ ein."

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Viele Trainer schwören vor jeder Partie auf eine Motivationsrede, doch Kovac erklärt, dass er es schwer finde, die Spieler vor Anpfiff mit einer Motivationsrede zu erreichen: "Natürlich versuche ich, die Spieler auch vor der Partie verbal zu motivieren. Aber auf diesem Niveau, wenn du jeden dritten Tag spielst, lutscht sich das irgendwann aus. Da kannst du als Trainer nicht mit dem Zauberstab kommen und sagen, jetzt seid ihr topmotiviert. Unter dem Strich muss das jeder Spieler selbst machen."

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Kovac verteidigt Krampf-Lüge gegen Liverpool

Auch über seine Aussage nach dem 0:0 in Liverpool, wo er zugab, dass Javi Martinez einen Krampf nur simuliert habe, sprach Kovac. "Wenn du nichts sagst, lügst du nicht. Aber was wäre denn gewesen, wäre es so stehen geblieben: Martínez plagen nach 85 Minuten Krämpfe? Dann hätte es geheißen, die Spieler von Kovac sind nicht fit. In diese Richtung habe ich gedacht.", meinte der 47-Jährige.

Er habe seine Spieler schützen wollen, nicht sich selbst. "Du bist ehrlich und wirst dafür kritisiert. Was soll ich tun? Wollen die Leute belogen werden? Gut, dann lügen wir nur noch", erklärte der Bayern-Trainer mit einem Schmunzeln. 

Am Samstagnachmittag tritt Kovac mit den Münchnern gegen den VfL Wolfsburg (Bundesliga: FC Bayern München - VfL Wolfsburg, ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) an und kann im Fernduell mit Borussia Dortmund die Tabellenführung übernehmen. 

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