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© SPORT1-Montage/Getty Images
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Für SPORT1-Chefredakteur Dirc Seemann hat sich die Situation auf Schalke auch nach Tedescos Rauswurf kaum geändert. Die Verantwortlichen dürfen sich nichts vormachen.

Seit acht Spielen kein Sieg in der Liga, zuletzt vier Pleiten. Vereins-Negativrekorde in Sachen Torlosigkeit zu Hause (vier Mal in Folge) und Saison-Heimniederlagen (acht).

Das sind katastrophale Fakten für den FC Schalke 04! Der Aufsichtsratschef applaudiert und der Coach verteilt Bonbons - wenn man es böse sehen will. Will ich aber gar nicht, nur die Gesamtsituation ist nun wirklich deutlich bedrohlicher als es die Stimmungslage nach dem 0:1 gegen Leipzig hergibt.

Mich verwundern die freundlich gestimmten Kommentatoren und Beobachter, nur weil sie in Sachen Auftreten und Spielweise eine Verbesserung gegenüber der 0:7 City-Vorführung gesehen haben.

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Oh, Wunder - das wäre ja auch noch schöner gewesen. Huub Stevens fehlte das "Quäntchen Glück", die Spieler waren irgendwie zufrieden. Bitte? Ein Aufwärtstrendchen, wenn überhaupt.

Aber: Stuttgart und Augsburg haben zu allem Überfluss gepunktet. Die Relegation ist näher denn je und nach der Länderspielpause geht es nach Hannover. Da gewinnt gefühlt jeder - auch Schalke?

Um daran zu glauben, hätte es einen wirklich guten Auftritt gegen Leipzig gebraucht: Und der war es sicher nicht. 13 Torschüsse - aber nur zwei Mal auf den Kasten. Die Versuche von Uth, Sane oder Bruma irgendwie nett aber auch nicht wirklich gefährlich gegen ein Leipzig, das dem Gegner viele Möglichkeiten eröffnet hat.

Schalke mit dem großen Traditionsaufgebot: Stevens, Büskens und Asamoah. Schönes Gefühl für die Fans. Doch erreicht sowas auch junge Spieler, die keinen der historisch verdienten noch wirklich zuordnen können?

Huub Stevens ist in den letzten Jahren vom großen knorrigen Coach zum freundlichen holländischen Beobachter mutiert. Für uns Journalisten eine schöne Wandlung - endlich nette Gespräche mit dem großen Trainer. Findet er jetzt wieder die richtige Ansprache, den Huub-Stil?

Der Vizemeister ist hochgradig gefährdet, Schönrederei braucht es in diesen Tagen nicht. Es gibt auch keine Positionen mehr zu klären: vom Vorstand Sport bis zum Teammanager alle Joker gezogen.

Jetzt wird’s einfach: Entweder sie spielen besser Fußball oder sie gehen in die Stadionkapelle und beten, dass die dahinter weiter so kicken. Gegen Hannover muss eine Ergebniswende her, sonst kann diese Chaosjahr auf Schalke noch zur sportlichen Voll-Katastrophe führen.

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