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München - Lange verzweifelt der FC Bayern am Abwehr-Bollwerk von Werder Bremen. Eine Viertelstunde vor Schluss erlöst Niklas Süle den Rekordmeister gegen dezimierte Gäste.

Bayern München hat im Titelkampf mit einem hart erkämpften Arbeitssieg vorgelegt und den Druck auf Verfolger Borussia Dortmund erhöht.

Der deutsche Rekordmeister rang Werder Bremen nach über halbstündiger Überzahl etwas glücklich mit 1:0 (0:0) nieder und fügte den tapferen Hanseaten die erste Pflichtspielniederlage 2019 zu. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Kovac hofft auf Freiburg

Damit liegen die kaum überzeugenden Bayern zumindest vorübergehend vier Punkte vor dem BVB, der am Ostersonntag zum SC Freiburg muss. (Service: Tabelle der Bundesliga)

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"Wir haben jetzt vier Punkte Vorsprung, der BVB muss nachlegen, aber es ist noch nichts entschieden", erklärte Bayern-Trainer Niko Kovac bei Sky.

"Wir haben noch vier Spiele zu gehen. Es wäre gut, wenn die Freiburger morgen punkten würden, das würde es uns vielleicht ein bisschen erleichtern. Wir müssen noch vier Spiele hellwach sein. Wir müssen alles gewinnen. Wenn wir alles gewinnen, sind wir eh Meister", ergänzte Kovac, der seinen Spielern den Ostersonntag freigab.

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Süle erlöst Bayern

Auch die Gelb-Rote Karte gegen den Bremer Abwehrspieler Milos Veljkovic (58., wiederholtes Foulspiel) half den lange Zeit uninspirierten Münchnern zunächst nicht.

Erst ein von Davy Klaassen abgefälschter Distanzschuss von Niklas Süle (75.) ebnete vier Tage vor dem erneuten Treffen in Bremen zum Pokal-Halbfinale am Mittwoch den Weg. Robert Lewandowski traf die Latte (79.).

"Ich habe mir die Seele rausgeschrien, dass Thiago mich sieht", sagte Süle. "Ich hatte gegen Dortmund schon zwei Schüsse, die gingen aber Football-mäßig in den Fangzaun. Deswegen war es schön, dass ich es heute mit einem abgefälschten entscheiden konnte."

Vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena erwies sich Bremen als der erwartet unangenehme, weil gut organisierte Gegner, der jedoch erstmals in dieser Saison keinen eigenen Treffer erzielte.

Die Werder-Raute im Mittelfeld zog sich bei gegnerischem Ballbesitz zu einer zweiten Viererkette zusammen, indem sich Spielmacher Maxi Eggestein fallen ließ.

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Auf diese Weise verdichtete der Gast geschickt die Räume im Zentrum. Über Außen fehlte den Bayern die Präzision, anfangs brachten Serge Gnabry und Kingsley Coman ihr Tempo zu wenig zielführend ein.

Pavlenka bärenstark gegen Gnabry

Ein Kopfball von Javi Martinez (8.) blieb zunächst die einzige gefährliche Aktion der Münchner. Richtig brenzlig für Bremen wurde es erst nach einem gefühlvollen Heber von Thiago auf Gnabry, dessen Schuss aus der Drehung Torhüter Jiri Pavlenka mit dem Fuß gedankenschnell parierte (26.). Erneut Gnabry verzog nach einem Alleingang über rechts (44.).

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Auf der anderen Seite kam Bremen gegen zumindest ballsichere Bayern nur sehr selten in Umschaltsituation. Die Abwehr mit Torwart Sven Ulreich und Jerome Boateng, die die verletzten Manuel Neuer und Mats Hummels ersetzten, wurde deshalb kaum geprüft.

In der zweiten Halbzeit erhöhte der Rekordmeister die Schlagzahl. Veljkovic blockte einen Schuss von Coman in höchster Not ab (52.), Pavlenka rettete mit Hilfe des rechten Pfostens gegen Gnabry (54.) und stark gegen Lewandowski (57.).

Platzverweis für Veljkovic 

Dann flog Veljkovic nach einem Ellbogenschlag im Luftduell mit dem aufgerückten Süle vom Platz. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

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Kovac brachte umgehend den offensiveren Leon Goretzka (für Javi Martinez), sein Kollege Florian Kohfeldt reagierte mit der Einwechslung von Sebastian Langkamp (für Kevin Möhwald), um die Vierer-Abwehrkette zu erhalten.

Auch David Alaba (69.) scheiterte an Pavlenka, Thomas Müller köpfte aus kurzer Distanz neben das Tor (70.). Dann machte der Kapitän für Franck Ribery Platz, Gnabry rückte in die Mitte. Doch es war Süle, der von dort aus 18 Metern traf.

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