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München - SPORT1-Experte Peter Neururer findet im CHECK 24 Doppelpass deutliche Worte für das Abwehrverhalten von Borussia Dortmund gegen Mainz. Dieter Hoeneß übt ebenfalls Kritik.

Nach dem glücklichen 2:1-Sieg von Borussia Dortmund gegen Mainz hat SPORT1-Experte Peter Neururer die BVB-Abwehr mit deutlichen Worten kritisiert.

Das Verhalten der Verteidigung beim Gegentor von Quaison (83.) sei "ein absolutes Desaster" gewesen, erklärte die Trainer-Legende im CHECK24 Doppelpass.

"Es ist ja nicht so, dass es gut herausgespielt war. Da steht Sancho alleine eins gegen zwei, ein Riesenfehler, da müssen zwei Mann rausrücken", kritisierte Neururer die Entstehung des Treffers nach einer Mainzer Ecke.

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Doch damit nicht genug: "Und dann wird nach der ersten Parade von Bürki die Zuteilung aufgelöst und in einen Modus umgeschaltet: 'Ich nehmne hier nicht teil.' Man löst die Zuteilung normalerweise erst auf, wenn man wider eigenen Ballbesitz hat. Das war aber nicht der Fall und trotzdem stehen drei Mainzer alleine vor dem Tor. Das sind eklatante Fehler."

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Neururer und Hoeneß kritisieren BVB-Defensive

Auch die Raumdeckung des BVB bei Standardsituationen kritisierte Neururer. 

"Das ist die Fehlinterpretation von einigen Kollegen, zu sagen: Moderner Fußball ist Raumdeckung. Nein. In einigen Situationen muss ich gegen den Mann spielen. Sonst habe ich keine Chance", betonte er. 

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Der frühere Bundesliga-Manager Dieter Hoeneß pflichtete Neururer bei. "Das war auch schon in München auffällig. Jeder hohe Ball war eine Torchance. Da war Mats Hummels fast an jedem Ball alleine dran. Da hat der BVB defensiv bei hohen Bällen überhaupt nicht stattgefunden."

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Lob für Entwicklung bei Borussia Dortmund

Neururer vermutet hinter dem Einbruch des BVB gegen Mainz: "Das kann nur mit Versagens- oder Verlustängsten zu tun haben." Die Mannschaft habe nach der guten 1. Hälfte in den "Verwaltungsmodus" geschaltet.

Seine Kritik will der SPORT1-Experte aber nicht falsch verstanden wissen. "Borussia Dortmund hat sich überragend entwickelt", betonte Neururer: "Dass einige Leistungsträger jung sind und die Erfahrung noch nicht haben können, ist doch klar."

Auch Hoeneß betonte: "Dass sie nicht  von heute auf morgen alles niederrreißen, muss man auch ganz realistisch sehen."

"Überragend gut"

Die Experten sind sich einig, dass sich durch die starken Leistungen ein gewisser Anspruch entwickelt habe. "Dortmund ist doch nicht in die Saison gegangen und hat gesagt: 'Wir werden jetzt Bayern attackieren und vom Thron stoßen.' Aber es hat sich eine Situation ergeben, in der man zehn Punkte Vorsprung hatte. Daraus ergeben sich dann eigene Begehrlichkeiten, jetzt will man Meister werden - jetzt kann man auch Meister werden", erklärte Neururer.

Die Entwicklung sei Fluch und Segen, weil sich die Sichtweise verändert habe. Aber: "Die Dinge, die da gelaufen sind, sind völlig normal. Was Favre in der Gesamtentwicklung mit der Mannschaft gemacht hat, ist überragend gut."

Einen Vorwurf müsse sich der BVB aber machen: "Wenn nun doch wieder Bayern Meister wird, wovon ich ausgehen, dann hat man eine riesige Schwächesituation der Bayern nicht nutzen können. Und das ist das Ziel jedes Bundesligisten mit diesen Ambitionen: Wenn Bayern schon mal nicht da ist, dann wollen wir da sein."

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