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Pal Dardai ist seit vier Jahren Trainer von Hertha BSC
Pal Dardai ist seit vier Jahren Trainer von Hertha BSC © Getty Images
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Nach der vierten Pleite in Folge wächst die Unruhe bei Hertha BSC. Pal Dardai schießt gegen die Medien. Und Valentino Lazaros Kritik sorgt für Wirbel.

Bei sechs Niederlagen am Stück, das betont Pal Dardai immer wieder, sei ein Trainer in der Bundesliga "weg vom Fenster". Wenn diese Rechnung stimmt, wackelt sein Trainerstuhl bei Hertha BSC.

Das verdiente 1:2 (1:1) zu Hause gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf war bereits die vierte Pleite in Folge für Berlin. Und rund um den Hauptstadtklub brodelt es.

Für die angespannte Stimmung machte Dardai am Sonntag vor allem die Berliner Medien verantwortlich. Die übertriebene Erwartungshaltung in der Hauptstadt-Presse sei "ein sogenannter geplanter Mord", sagte der Ungar. Er habe das Gefühl, man mache mit der Schadenfreude ein Geschäft.

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Von einer "Krise" wollte der Hertha-Coach nichts wissen, ging aber zugleich auf seinen Posten ein. Sollten die Spieler das Gefühl bekommen, der Trainer würde blockieren, dann sollten sie den Manager informieren, sagte Dardai, "dann soll ein anderer kommen, das ist auch nicht schlimm". Es gehe einzig und allein um Hertha, nicht um seine Person.

Lazaro sorgt für Wirbel

Bei seinen Spielern saß unmittelbar nach der Heimpleite der Frust tief. Valentino Lazaro übte Kritik an einigen Teamkollegen - und sorgte damit für zusätzlichen Wirbel.

"Wir haben gesagt, wir wollen auf einen einstelligen Tabellenplatz oder Top 10. Dafür soll sich jeder den Arsch aufreißen, bis zum letzten Spiel, bis zur letzten Sekunde. Vielleicht ist das bei ein paar Spielern nicht mehr der Fall", schimpfte der Außenverteidiger am Sky-Mikrofon.

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Es sei irgendwas drin in der Mannschaft, dass sich Leute denken, dass es um nichts mehr gehe, wurde Lazaro weiter von der dpa zitiert. Derartige Aussagen bestritt der 23-Jährige allerdings laut Dardai am Sonntag im Gespräch mit Co-Trainer Rainer Widmayer.

Dardai mit Selbstkritik

Chefcoach Dardai hatte direkt nach Spielschluss auch selbstkritische Töne angeschlagen. Er habe die Situation nach der 0:5-Schmach am Wochenende zuvor gegen RB Leipzig "vielleicht etwas unterschätzt", gab der Ungar zu: "Nach den Gesprächen hat man gedacht: Die Mannschaft geht raus, fängt an zu beißen und will alles kaputtreißen. Das war nicht der Fall."

Dardai sprach von einer "Kopfkrankheit" und kritisierte namentlich seinen eigentlichen Musterschüler Salomon Kalou, der wie viele andere auch "etwas ängstlich" gespielt habe. "Es darf nicht sein, dass man einmal 0:5 verliert und dann vom Selbstvertrauen her in so ein Loch fällt", ergänzte der Trainer: "Das ist nicht in Ordnung und auch für mich eine Riesenerfahrung. Das nehme ich mit."

Druck auf Dardai wächst

Bislang war Dardai für Hertha ein ausgesprochener Glücksfall. Seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren formte Herthas Rekordspieler aus dem Abstiegskandidaten einen Europacup-Anwärter.

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Doch die Ansprüche in der Hauptstadt sind mit dem Erfolg gestiegen. Leistungen wie in den vergangenen Wochen kann sich auch Dardai, dessen Vertrag als Profitrainer im Winter um ein weiteres Jahr verlängert wurde, nicht lange erlauben.

Bei einer erneuten Niederlage bei der TSG Hoffenheim am kommenden Wochenende müsste 43-Jährige verstärkt um seinen Job bangen - wenn seine eigene Rechnung stimmt.

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