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Markus Weinzierl ist nicht länger Trainer des VfB Stuttgart. Nach dem katastrophalen Auftritt beim 0:6 in Augsburg ziehen die abstiegsbedrohten Schwaben die Reißleine.

Der VfB Stuttgart hat sich nach dem 0:6-Debakel beim FC Augsburg mit sofortiger Wirkung von Trainer Markus Weinzierl getrennt. Der bisherige U19-Coach Nico Willig übernimmt als Interimstrainer bis zum Saisonende. Das gaben die Schwaben am Samstagabend wenige Stunden nach der Klatsche in Augsburg per Pressemitteilung bekannt.

"Wir haben mehrfach betont, dass es unser klarer Wunsch war, die Saison mit Markus Weinzierl und dem Trainerteam zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Nach dem überaus enttäuschenden Spiel in Augsburg sind wir aber zu der Überzeugung gekommen, dass wir die Situation neu bewerten müssen und ein klarer Schnitt zwingend notwendig ist, um den Ligaverbleib zu schaffen", erklärte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger die Entscheidung. (Den SPORT1-Kommentar lesen Sie hier)

Unmittelbar nach der Partie in Augsburg hatte sich die Entlassung von Weinzierl schon angekündigt, als Hitzlsperger sagte: "Es gehen viele Gedanken durch meinen Kopf. Ich muss es noch sacken lassen. Ich überlege, was das Beste ist. Wir müssen alles hinterfragen."

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Willig überzeugt mit U19

Mit Willig setzt der VfB in äußerst brenzligen Situation auf einen Mann aus den eigenen Reihen. Nico Willig ist seit Januar 2016 für den VfB Stuttgart tätig. Er betreute zuletzt die U19 des Klubs, die derzeit Spitzenreiter in der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest ist und im Finale des DFB-Pokals steht. Willig wird am Sonntagvormittag von 10:30 Uhr an das Training der Lizenzspielermannschaft leiten.

"Nico Willig hat in den vergangenen Jahren im Nachwuchsbereich des VfB sehr gute Arbeit geleistet und hat sich sofort dazu bereit erklärt, dem VfB in dieser schwierigen Situation zu helfen. Er ist nach unserer Überzeugung in der Lage, schnell für neue Impulse zu sorgen und mit der Mannschaft den Klassenverbleib zu schaffen", sagte Hitzlsperger.

Weinzierl fehlen Argumente

Weinzierl hatte die Schwaben erst am 10. Oktober von Vorgänger Tayfun Korkut übernommen. Damals belegte der VfB mit fünf Punkten aus sieben Spielen Platz 18 der Bundesliga-Tabelle.

Der 44-Jährige hatte sein Aus nach dem Offenbarungseid an seiner alten Wirkungsstätte schon kommen sehen. Zu SPORT1 sagte er: "Es gibt keine Erklärung, man kann sich nur für die Leistung entschuldigen. Wir haben gefühlt keinen Zweikampf bestritten. Ich habe gewusst, was auf uns zukommt und habe es der Mannschaft auch vermittelt."

Er habe gewusst, "dass es ein sehr wichtiges Spiel ist. Wir sind sehr, sehr enttäuscht." Zu seiner Zukunft hatte Weinzierl zu Protokoll gegeben: "Ich kann nicht in die Zukunft schauen. Wir werden das im Gespräch aufarbeiten. Die Frage nach einem Trainerwechsel begleitet mich seit drei Monaten, heute habe ich keine Argumente gesammelt."

Stuttgart droht Absturz in die 2. Bundesliga

In 23 Spielen unter Weinzierl holte Stuttgart nur 16 Punkte.

Den letzten seiner vier Siege mit dem VfB fuhr der frühere Trainer von Schalke 04 und des FC Augsburg am 24. Spieltag beim 5:1 gegen Hannover 96 ein. (SERVICE: Die Bundesliga-Tabelle)

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