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FC Bayern Muenchen v Hannover 96 - Bundesliga
Thomas Doll hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben © Getty Images
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Zwei Spieltage vor Schluss findet sich Hannover mit mageren 18 Punkten am Tabellenende der Bundesliga wieder. Dennoch: Die Chance auf den Klassenerhalt lebt.

In den Katakomben der Allianz Arena beklagte sich Hannover-Trainer Thomas Doll minutenlang über das fehlende Fingerspitzengefühl des Schiedsrichters nach dem Platzverweis gegen seine Mannschaft.

Der 53-Jährige nahm sein Cape ab, strich sich geladen durch die Haare und schüttelte den Kopf. Trotz des kontroversen Anschlusstreffers vom Punkt war die Hoffnung auf einen Zähler innerhalb von neun Minuten verflogen.

Der zur Halbzeit eingewechselte Jonathas sah innerhalb von neun Minuten zweimal Gelb und musste vom Platz. Danach war dem optimistischsten Hannoveraner klar: Heute gibt es in der Allianz-Arena nichts zu holen.

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Nach neunzig Minuten wildem Herumgestikulieren an der Seitenlinie stellte sich Doll entspannt den zahlreichen Fragen der wartenden Journalisten.

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Optimismus trotz Niederlage

"Nüchtern gesehen haben wir unsere Sache nicht so schlecht gemacht, wenn man bedenkt, dass wir eine halbe Stunde in Unterzahl spielen mussten", erklärte Doll mit weit aufgerissenen Augen.

"Dass man zwei Spieltage vor Schluss mit 18 Punkten überhaupt noch die Chance auf den Klassenerhalt hat, ist einfach nur verrückt. Darum müssen wir jetzt unsere Hausaufgaben machen, unsere Spiele gewinnen und darauf hoffen, dass Wolfsburg mit der Motivation Europa in Stuttgart gewinnt."

Man könnte fast das Gefühl bekommen, Hannover steht gar nicht mit einem Bein vor dem Gang in die zweite Liga, wenn man sich die positive Ausstrahlung des Trainers genauer zu Gemüte führt.

Dennoch, Zahlen lügen nicht und so konnten die 96er in dieser Spielzeit nach einem Rückstand nur einen Zähler holen - ligaweiter Negativrekord.

Mit den Fans zum Erfolg

Trotz des drohenden Abstieges begleiteten hunderte Hannover-Fans ihre Mannschaft mit nach München. Neunzig Minuten gaben die die eingefleischten Anhänger alles, um ihr Team lautstark zu unterstützen. "Die Fans sind schon der absolute Wahnsinn, wie die hinter ihrem Verein stehen und uns immer unterstützen und nie ein schlechtes Wort über die Mannschaft verlieren," erzählte Doll.

"Wenn wir wirklich alle dran glauben, kann da noch einmal eine richtige Wucht entstehen," erklärte der Hannover-Trainer optimistisch nach der Auswärtsniederlage.

"Ich habe das Gefühl, dass in den letzten Wochen etwas zusammengewachsen ist und jeder für den anderen einsteht. Darum würde ich mir ein Endspiel in Düsseldorf wünschen, doch es liegt leider nicht nur in unserer Hand."

Negativspirale und Rot-Sperren

Erschwerend kommen zahlreiche Ausfälle auf die Mannschaft zu. So müssen die 96er in ihrem letzten Heimspiel verletzungsbedingt auf Innenverteidiger Felipe verzichten, sowie auf die nominelle Ersatzlösung Kevin Wimmer, der gegen die Bayern seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison sah.

Im Sturmzentrum fehlt seit längerer Zeit der im Sommer wechselnde Füllkrug sowie der 26-jährige Wood. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Jonathas ist davon auszugehen, dass der Stürmer für mindestens ein Spiel dem Team nicht zu Verfügung steht.

"Es ist natürlich eine Herausforderung, doch wir müssen die Situation annehmen, nichtsdestotrotz können wir es schaffen", sagte Doll, der in seiner Laufbahn noch nicht abgestiegen ist.

So kann man aus Hannover-Sicht nur hoffen, dass Dolls Optimismus auf die gesamte Mannschaft übertragen wird und die Fans ein Entscheidungsspiel am 34. Spieltag in der Bundesliga zu sehen bekommen.

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