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Der FC Bayern braucht noch zwei Siege zur Meisterschaft
Der FC Bayern braucht noch zwei Siege zur Meisterschaft © Getty Images
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München - Der Rekordmeister feiert trotz schwacher zweiter Hälfte einen Sieg gegen Hannover 96 und nähert sich dem Titel. Ein Handspiel von Jérôme Boateng sorgt für Ärger.

Der FC Bayern München hat im Bundesliga-Titelkampf seinen Vorsprung auf Rivale und Verfolger Borussia Dortmund trotz einer wenig meisterlichen Vorstellung auf vier Punkte ausgebaut – dank des 2:2 (0:2) der Borussia bei Werder Bremen am Samstagabend.

Die über weite Strecken klar überlegene, aber wenig überzeugende Mannschaft von Trainer Niko Kovac bezwang den designierten Absteiger Hannover 96 in Überzahl aufgrund ganz schwacher Chancenverwertung nur mit 3:1 (2:0).

"Mit der zweiten Halbzeit können wir nicht zufrieden sein. Wir haben nicht druckvoll gespielt und waren zu passiv. Da muss man erwarten, dass man druckvoller aufs Tor spielt. Wir sind aber davon überzeugt, dass wir Deutscher Meister werden", meinte Joshua Kimmich nach der Partie. Torschütze Leon Goretzka kurz und knapp: "Pflichtaufgabe erfüllt. Nicht mehr, nicht weniger."

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Ganz andere Sorgen hat Hannover. Die auswärts weiter sieglosen Niedersachsen konnten den sechsten Bundesliga-Abstieg nur deshalb noch verhindern, weil Konkurrent VfB Stuttgart 1:3 bei Hertha BSC verlor. Die Niedersachsen bleiben Tabellen-18. mit 18 Punkten. Nach 32 Spieltagen ist das die viertschlechteste Bundesliga-Bilanz aller Zeiten. 

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Robben gibt Comeback

Robert Lewandowski (27.) mit seinem 22. Saisontor, Goretzka (40.) und der eingewechselte Franck Ribéry (84.) stellten hingegen den zehnten Liga-Heimsieg der Bayern hintereinander sicher. Der zur Pause eingewechselte Jonathas verkürzte mit einem umstrittenen Handelfmeter (51.). Kurz darauf flog der Stürmer nach einem Rempler gegen Sven Ulreich sowie einem Ellbogenschlag gegen Kimmich per Gelb-Rot vom Platz (55.). (Das Spiel im LIVETICKER zum Nachlesen)

In der 86. Minute wurde bei den Hausherren Routinier Arjen Robben (35) nach mehr als fünfmonatiger Verletzungspause unter Standing Ovations für Kingsley Coman eingewechselt.

"Ich bin sehr dankbar. Das ist das einzige Wort, das mir in den Sinn kommt: Dankbarkeit", sagte der Niederländer hinterher zu Sky. "Ich habe alles dafür gegeben und in der Reha gekämpft. Leider waren es nur vier Minuten, aber ich bin sehr dankbar."

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Vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena hatte 96 durch Genki Haraguchi (5.) zwar die erste Chance, nach einer Überraschung sah es danach aber zunächst nicht aus. Zwar hatten die Bayern nicht ihren besten Tag, hier und da fehlte es an Präzision im Passspiel oder Tempo. Doch an ihrer spielerischen Dominanz und fußballerischen Überlegenheit gegen das destruktive Schlusslicht gab es kaum Zweifel. Die Effektivität war jedoch wieder einmal mangelhaft. (Service: Tabelle der Bundesliga)

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Goretzka scheitert an der Latte

Nach dem Hallo-Wach-Kopfball von Haraguchi übernahmen die Bayern, denen die verletzten Javí Martinez und James Rodríguez fehlten, das Kommando. Hannover konnte sich bei seinem gut aufgelegten Torhüter Michael Esser bedanken, dass es nicht schon früher in Rückstand geriet. Lewandowski (7., 14.), David Alaba (9.), Coman (11.) und Kapitän Thomas Müller (26.) vergaben reihenweise Chancen.

Als die Bayern schon zu verzweifeln schienen, schlug Kimmich eine zielgenaue Flanke auf den Kopf von Lewandowski - 1:0. Für den Rechtsverteidiger war es bereits der 16. Assist in dieser Bundesliga-Saison, für den Polen das 22. Tor. Damit war der Bann gebrochen und die Münchner hatten bis zur Pause leichtes Spiel, wenngleich 96 nichts an seiner defensiven Marschroute änderte. Goretzka erhöhte mit einem Schlenzer aus 18 Metern, kurz vor der Pause traf der Nationalspieler noch die Latte (45.+1).

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Videobeweis sorgt für Ärger

Nach dem Seitenwechsel wehrte Jérôme Boateng eine Flanke von Linton Maina mit angelegtem Ellbogen ab, Schiedsrichter Christian Dingert entschied nach Ansicht der TV-Bilder zum Entsetzen der Bayern auf Elfmeter. Jonathas verwandelte sicher. "Aus meiner Sicht kann Jérôme da nicht viel mehr machen, für mich war das kein Elfmeter", meinte Kimmich. "Als der Schiedsrichter auf den Punkt zeigte, war ich schon überrascht."

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Nach dem Platzverweis gegen den Stürmer taten sich die Bayern trotzdem schwer und Kovac wurde an der Seitenlinie hektischer. Ribéry beruhigte die Gemüter mit dem späten 3:1.

Der Rekordmeister kann nun die siebte Meisterschaft in Folge bereits am kommenden Samstag bei RB Leipzig klarmachen.

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