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München - Nach dem Titelgewinn des FC Bayern bedankt sich Salihamidžić beim größten Konkurrenten. Auch das Miteinander lobt der Sportdirektor - bis auf einen Giftpfeil.

Was für ein spannendes Bundesliga-Finale!

Erstmals seit der Saison 2009/10 gab es am letzten Spieltag eine Meisterentscheidung - mit dem glücklicheren Ende für den FC Bayern München, der den siebten Meistertitel in Folge klarmachte.

Der Rekordmeister schaffte mit der Aufholjagd von zwischenzeitlich neun Punkten Rückstand auf Borussia Dortmund etwas, was laut FCB-Trainer Niko Kovac "seinesgleichen" sucht. (Service: Bundesliga-Abschlusstabelle)

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Salihamidžić hofft auch für nächstes Jahr auf starken BVB

Für Hasan Salihamidžić ist klar, dass vor allem die Dortmunder die Bayern so stark gemacht haben!

"Wir sind froh, dass wir solche Gegner haben. Ich hoffe, dass das nächstes Jahr so weitergeht, denn die Bundesliga und die Fans in Deutschland brauchen das. Es war schön, auch mal eine spannende Meisterschaft zu haben", erklärte der Sportdirektor.

Und weiter: "Man muss den Dortmundern gratulieren. Sie haben eine Riesen-Saison gespielt und uns einen Riesen-Kampf geboten. Wir haben es dann aber doch ein bisschen besser gemacht und die neun Punkte aufgeholt. Das war nicht einfach, denn wir waren schon abgeschrieben. Wir haben uns aber nie aufgegeben und sind zusammengerückt."

Und wie! In der Bundesliga blieben die Bayern zuletzt in 14 Spielen ungeschlagen, das 5:1 gegen Eintracht Frankfurt war der elfte Heimspiel-Erfolg in Serie (38:4 Tore). Der Wendepunkt: das 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf in der Hinrunde. Kovac stand kurz vor dem Rauswurf, es gab eine Krisensitzung, die Bayern berappelten sich. In der Folge fuhren die Münchner (auch dank weniger Rotation und neuem, alten System) 18 Siege ein - bei drei Remis und einer Niederlage.

Sportlicher Wettstreit statt Verbalattacken

Auch der nun sechsmalige Vizemeister aus Dortmund legte eine Super-Saison unter Trainer Lucien Favre hin. Die Borussia sammelte satte 21 Punkte mehr als in der Vorsaison und spielte mit 76 Zählern seine drittbeste Bundesliga-Saison (nach 81 Punkten 2011/12 und 78 Punkten 2015/16). Dortmund war auch das heimstärkste Team der laufenden Saison und erzielte als erster Verein in der Bundesliga-Historie in allen Heim-Partien im Signal-Iduna-Park mindestens zwei Tore. "Es war ein hervorragender Zweikampf", resümierte Salihamidžić.

Bemerkenswert: Beide Vorstands-Riegen verzichteten in der Saison nahezu komplett auf Giftpfeile, ließen Ergebnisse statt flotte Sprüche sprechen.

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Der Bayern-Sportdirektor: "Die Jungs aus Dortmund haben sich total korrekt verhalten. Wir haben nicht übereinander gesprochen, sondern jeder hat versucht, größere Leistung zu bringen und den anderen zu überbieten. Deswegen muss man einfach großen Respekt vor der Leistung von Dortmund und deren Verantwortlichen haben, wie sie den Job dieses Jahr gemacht haben."

Auf eine Schwarz-Gelbe-Spitze ging der Bosnier dann aber auch ein. Ende des vergangenen Monats sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke süffisant: "Wenn die Meisterfeier auf dem Marienplatz stattfindet, kommen 3000 Leute plus 1500 Touristen. Bei uns wäre der Titel eine ganz andere Nummer." "Brazzo" mit einem Augenzwinkern dazu am Samstag: "Vielleicht müsste ich Herrn Watzke nochmal zur Meisterfeier einladen. Ich bin auch gespannt, wie viele Touristen nächste Woche auf den Marienplatz kommen werden."

Dort feiern die Bayern diesen Sonntag auf dem Rathausbalkon mit den Fans die 29. Meisterschaft – und vielleicht sogar das Double. Auch dank des BVB.

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