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Marcel Reif kritisiert in seiner SPORT1-Kolumne Karl-Heinz Rummenigge für dessen Aussagen über Niko Kovac. Vor allem der Zeitpunkt überrascht ihn.

Hallo Fußball-Freunde,

Dass ein Umbruch kommen wird, wusste der FC Bayern auch schon zu Beginn der letzten Saison. 

Wenn du einen Trainer holst, machst du dir Gedanken. Entweder holst du einen Feuerwehrmann, aber den brauchten sie nun wirklich nicht. Oder du holst einen Trainer, von dem sie wissen und überzeugt sind, dass er das neue Bayern bauen kann.  

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Ich habe den Eindruck, Karl-Heinz Rummenigge traut das Niko Kovac nicht zu. 

Wenn er nicht überzeugt war und der Ansicht war, Bayern sei kein Ausbildungsverein für einen jungen Trainer, dann darfst du in so ein Jahr nicht reingehen. Aber sie sind reingegangen mit einem jungen, neuen Sportdirektor und einem neuen, jungen Trainer. Und tun von außen alles, um die Dinge kompliziert zu machen - unter anderem mit einer absurden Pressekonferenz und dem permanenten Geraune. 

Bayerns Befürchtung ist, dass dieser Trainer mit seiner Art sie nicht dahin bringt, wo sie sich selbst sehen - nämlich mindestens im Halbfinale einer Champions League.  

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Mit den französischen Weltmeistern Lucas Hernández und Benjamin Pavard gilt es, in der Kabine eine neue Hierarchie zu schaffen.  

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Die Zweifel, ob Kovac das bewältigen kann, sind nachvollziehbar. Sie sind verantwortlich für den Verein, du hast einen Angestellten und du bist nicht überzeugt. Dann hast du selbstverständlich die Pflicht, dir zu überlegen, ob das funktioniert.  

Aber ich verstehe nicht, warum man erst einmal in so eine Saison reingeht mit diesem Trainer, warum man vieles zulässt.  

Ein großer Klub macht sich wieder klein, das haben sie in dieser Saison mehrfach gut hingekriegt. 

Was den sportlichen Verlauf der Saison betrifft, waren die neun Punkte Rückstand kein Zufall. Dortmund hat alles geholt, was zu holen war und noch mehr - aber die Bayern haben weit unter ihren Möglichkeiten performt.  

Dass Dortmund vor dem Saisonfinale noch Chancen auf den Titel hat, liegt auch an Mario Götze. Wie er gegen Düsseldorf das Tor erzielt, diese Bewegung, diese Ballannahme, diese Flüssigkeit - das können nicht so viele. Das haben Dortmund und auch Trainer Lucien Favre in dieser Saison sensationell hinbekommen. 

Trotzdem ist die Situation im Titelkampf relativ simpel: Die Dortmunder können in Gladbach machen, was sie wollen. Die Bayern müssen nur einen Punkt gegen Frankfurt holen, sie haben es in der Hand. 

Bis demnächst,
Euer Marcel Reif

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit Sommer 2016 begleitet Marcel Reif als Experte den CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

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