Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Stefan Effenberg, Experte im CHECK24 Doppelpass, wundert sich über die Diskussionen beim FC Bayern München. Für ihn ist klar: Niko Kovac ist der Richtige.

Liebe Fußball-Freunde,

spätestens nach diesem Bundesliga-Spieltag ist für mich klar: Der FC Bayern wird Deutscher Meister, zu hundert Prozent. Umso mehr wundern mich die Diskussionen, die es um den Klub noch immer gibt.

Dass Franz Beckenbauer die Leistung der Bayern in einigen Phasen der Saison mit der einer "Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft" vergleicht: geschenkt, ich war ja 2001 der Kapitän des Originals.

Anzeige

Franz hat uns damals auch so genannt, in seiner berühmten Bankettrede nach dem 0:3 in der Champions League gegen Lyon. Am Ende dieser Saison haben wir die Champions League gewonnen.

Den einen oder anderen Spieler aus der heutigen Traditionsmannschaft hätte ich damals übrigens gern im damaligen Team gehabt.

Ernsthaft: Worüber reden wir hier? Bayern hat einen Mega-Rückstand aufgeholt und in einen Vier-Punkte-Vorsprung verwandelt - größten Respekt für diese Leistung!

Jetzt aktuelle Trikots aus der Bundesliga bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE

Effenberg vermisst Rückendeckung für Kovac

Das Bayern-Gen ist: Spiele zu gewinnen, frag mich bitte nicht wie. Mal eng, mal schmutzig, aber das ist mir doch am Ende egal, wenn das Ergebnis stimmt. Und in dieser Saison stimmt das Ergebnis.

Niko Kovac leistet für mich in einer schwierigen Umbruchsphase richtig, richtig gute Arbeit - ich kann nicht nachvollziehen, dass er permanent in der Kritik der Medien steht. Und auch nicht, dass es in dieser Situation keinen positiven Ausspruch von Karl-Heinz Rummenigge in Richtung von Kovac gibt - zumindest keinen, an den ich mich erinnern kann.

Ja, das Achtelfinal-Aus in der Champions League trübt die Bilanz. Aber da ging es gegen den FC Liverpool, das darfst du auch nicht vergessen.

Wenn der Stachel da noch schmerzt, müssen sie den Kader künftig so aufstellen - dafür sind Rummenigge und Co. verantwortlich - dass sie im nächsten Jahr eine bessere Rolle spielen. Alles an Kovac festzumachen, ist unfair.

Effenberg zieht Vergleich zu Heynckes

Was Rummenigge da gerade tut beziehungsweise nicht tut, hat etwas mit Respekt zu tun. Hätte er das bei Jupp Heynckes gemacht? Nein.

Wenn Rummenigge noch im Hinterkopf haben sollte, dass Kovac nicht "seine" Entscheidung war, dass er lieber Thomas Tuchel gehabt hätte, dann stellt sich die Frage: Wie läuft es denn bei ihm gerade in Paris? Wo steht er in der Champions League? Eine Wunderlösung ist er offensichtlich auch nicht. Und zur Erinnerung: Pep Guardiola hat in der Champions League auch wieder nichts erreicht.

Meine Meinung ist: Gebt Niko Kovac die Zeit, die er braucht und in der nächsten Saison greift er an!

Euer
Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 bildet der 50-Jährige mit Marcel Reif und Reinhold Beckmann das feste Experten-Team des CHECK24 Doppelpass.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image