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Manfred Burgsmüller Karriere in Bildern
Manfred Burgsmüller Karriere in Bildern © Imago
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Die Bundesliga hat eine Legende verloren. Manfred Burgsmüller ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Fußball-Deutschland reagiert bestürzt.

Manfred Burgsmüller ist tot, die Bundesliga hat einen ihrer Größten verloren!

213 Tore gelangen ihm, eines blieb dabei besonders im Gedächtnis und untermauerte seinen Ruf als Schlitzohr der Liga. 1986 überraschte er Kaiserslauterns Torhüter Gerry Ehrmann rempelte ihm den Ball aus den Händen und schoss ihn ins Tor.

"Der Ehrmann hält den Ball, ich lieg' so neben dem Tor, rappel mich wieder auf und will wieder zur Mitte. Da seh' ich, wie der Gerry vor sich hinpennt, geh' zu ihm und schubs' dem mit der Hand die Pille aus dem Arm. Fällt der Ball auf den Boden, und ich schieb' ihn rein", beschrieb Burgsmüller selbst die Szene.

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"Die Szene bleibt ewig hängen, darauf bin ich schon oft angesprochen worden", erinnert sich Ehrmann bei SPORT1: "Ich sage meinen Torhütern immer wieder, dass sie stets schlau und wachsam sein müssen und mit abgezockten Stürmern rechnen müssen." Die Nachricht vom Tod Burgsmüllers stimmt den 60-Jährigen traurig. "Es ist schlimm, dass Manni gestorben ist. 69 ist wirklich kein Alter für den Tod. Er war ein echtes Schlitzohr auf dem Platz, leider gibt es von dieser Art Spieler heutzutage keine mehr."

"Wir waren sehr gut befreundet, das letzte Mal habe ich ihn vor zwei Jahren in Dortmund getroffen. Ich war viele Jahre mit Manni im Trainingslager auf einem Zimmer. Er konnte von mir viel von Disziplin lernen, ich von ihm die Schlitzohrigkeit (lacht)", erinnert sich Mirko Votava bei SPORT1 an seinen früheren Mannschaftskameraden bei Werder Bremen. "Bei ihm musste man immer alle Antennen ausfahren. Ich habe immer gerne mit offenem Fenster geschlafen, er mit geschlossenem, er war eine richtige 'Frostbeule'. Vor dem Tor war er abgebrüht ohne Ende. Einmal hat er gegen Spartak Moskau ein unfassbares Tor erzielt, da dachte ich, das wird das Tor des Jahres. Ein irres Ding."

Fußball-Deutschland trauert um ein echtes Original. SPORT1 fasst die Reaktionen zusammen.

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund): "Manni Burgsmüller war das Idol einer ganzen Generation. Ich habe ihn sehr gerne Fußballspielen gesehen. Er ist der Bundesliga-Torschützenkönig unseres Vereins. Ein großer Borusse. Die Nachricht von seinem Tod hat mich erschüttert."

Michael Zorc (Manager Borussia Dortmund): "Eine sehr traurige Nachricht. Als ich beim BVB als Profi angefangen habe, war Manni Kapitän. Er war ein Super-Typ, der mir auch sehr viel geholfen hat."

Marcus Uhlig (Vorstand Rot-Weiß Essen): "Wir alle sind schockiert und traurig über diese Nachricht. Manfred Burgsmüller ist einer der größten Fußballer, die jemals das rot-weisse Trikot getragen haben. Unsere Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen, denen wir in dieser schweren Zeit viel Kraft wünschen."

Dr. Reinhard Rauball (Präsident Borussia Dortmund): "Manni Burgsmüller war Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre das Gesicht von Borussia Dortmund. Er vereinte alle Facetten, über die ein Torjäger verfügen kann. Es ist schade, dass ihm bei der Nationalmannschaft nie jene Wertschätzung zuteil geworden ist, die ihm aufgrund seiner Qualität und seiner Raffinesse zustand. Persönlich war er ein sehr angenehmer, witziger und geradliniger Typ, mit dem man sich einfach gerne umgab. Die BVB-Familie wird Manni Burgsmüller sehr vermissen.“

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