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In der Bundesliga sorgt ein Spionage-Vorwurf für Aufsehen. Einem Medienbericht zufolge stahl ein Mitarbeiter von Eintracht Frankfurt Spielerdaten von RB Leipzig.

Ein Spionage-Vorwurf droht die Bundesliga zu erschüttern.

Nach Informationen der Bild zapfte ein Mitarbeiter von Eintracht Frankfurt über Jahre Spielerdaten von RB Leipzig ab. Es handelt sich um Frank L., der für die Eintracht als U17-Trainer tätig war. Er ist inzwischen entlassen.

Eintracht mit Einsicht aller RB-Daten

"Er konnte alle Daten von Spielern einsehen, für die sich der andere Klub interessiert hat. Wie Leistungs-Bewertungen, Vertragslaufzeiten, Ausstiegsklauseln, Videos. Das ging ins Tiefste", erklärte Jürgen Kost, Chef des Münchner Unternehmens "International Soccer Bank", bei der Bild.

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"ISB" ist ein Datenunternehmen, das Kunden Informationen über Fußballer anbietet. Die Daten reichen bis zur U15 hinab und betreffen sämtliche Spieler aus Europa und Südamerika. Ein Bundesligist soll dem Bericht zufolge 17.000 Euro pro Jahr Honorar zahlen, um auf die Server zugreifen zu können. Der Kunde erhält dafür ein Passwort. Und jenes Passwort, das Leipzig erhielt, sei - so schreibt es die Bild - in die Hände von Frank L. geraten. Somit konnte er alle Informationen über Spieler einsehen, für die sich Leipzig interessierte.

In dem Bericht heißt es weiter, dass ein New Yorker Mitarbeiter von RB das Passwort an Frank L. weitergegeben habe. Aufgeflogen sei dies, als ein anderer Mitarbeiter der Eintracht bei einem Kunden von "ISB" versehentlich Interna preisgegeben habe. Das Unternehmen habe reagiert und die Zugriffe auf den Leipziger Account geprüft. Mit erkenntnisreicher Entdeckung.

Leipzig bestätigt den Vorfall

"Wir bestätigen, dass es Unregelmäßigkeiten in einem nicht unerheblichen Umfang beim Zugriff auf unseren Account im Nachwuchsbereich bei der ISB Datenbank gab", sagte Florian Scholz, Kommunikationsdirektor von Leipzig, der Bild. "Diese Zugriffe erfolgten über den Zugang eines ehemaligen Mitarbeiters von RB Leipzig."

Jener Mitarbeiter sei nun entlassen und man gehe nicht davon aus, "dass es einen Zusammenhang zwischen den Zugriffen auf die Datenbank und Spielerverpflichtungen seitens Eintracht Frankfurt gegeben hat".

Fischer: "Wird umfassend untersucht"

Auch Eintracht-Präsident Peter Fischer äußerte sich zu dem Fall: "Der gesamte Vorgang wird von uns umfassend untersucht. Nach allen bisherigen Erkenntnissen hat sich ein Mitarbeiter des Vereins allein verantwortlich unberechtigten Zugriff auf die von RB Leipzig betriebene Nachwuchs-Scouting-Datenbank verschafft."

Man sei mit Leipzig "in einvernehmlichem und transparentem Austausch", führte Fischer weiter aus. "Sobald der Datenbankbetreiber ISB eine schlüssige Aufstellung und Herleitung der Ansprüche dem Grunde und der Höhe nach vorlegt, werden wir uns damit auseinandersetzen. Das war bisher nicht der Fall."

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