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Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic vermeiden auch nach der Nullnummer in Leipzig ein Bekenntnis zu Trainer Niko Kovac. Im Doppelpass bekommen die Bosse dafür harsche Kritik.

Für ihren öffentlichen Umgang mit Trainer Niko Kovac haben die Bosse des FC Bayern im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 viel Kritik einstecken müssen.

Vor allem die Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge zur Zukunft des Bayern-Trainers stießen Peter Stöger sauer auf.

Stöger kritisiert Rummenigges Aussagen

"Wenn sie es dem Niko Kovac schwerer machen wollen, Meister zu werden, haben sie alles richtig gemacht. Er lebt zu drei Vierteln der Saison damit, aber in der Endphase finde ich es kontraproduktiv. Es ist halt Bayern-Style, vielleicht ist es auch nötig, einen Nadelstich zu setzen. Für Niko finde ich es einfach unangenehm zu arbeiten", sagte Stöger im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

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"Niko Kovac ist so lange im Fußballgeschäft dabei, dass er weiß, dass es ein Tages- oder Wochengeschäft ist und du dich permanent messen lassen muss. Aber das ist überhaupt nicht die Frage", ergänzte der frühere BVB-Trainer. "Die Frage ist, ob ich es so kommunizieren muss und das macht es nicht leichter."

Rummenigge vermeidet Bekenntnis zu Kovac

Rummenigge hatte nach dem 0:0 bei RB Leipzig ein klares Bekenntnis zu Kovac vermieden. "Am Ende des Tages müssen wir alle liefern. Das gilt für die Mannschaft, für die Spieler, für das Management und auch am Ende des Tages für den Trainer", sagte Rummenigge. "Ich bin kein Freund dieser Garantien und auch nicht davon, die Spieler und den Trainer nur zu loben. Ich habe festgestellt: manchmal wird das mit Bequemlichkeit bezahlt und das ist bei Bayern München nicht der richtige Weg."

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Heribert Bruchhagen bezog Rummenigges Aussagen auch auf dessen eigene Zukunft.

Bruchhagen: "Kalle hat von sich gesprochen"

"Kalle hat gesagt, wenn die Ergebnisse nicht stimmen, sind alle verantwortlich, Trainer und Vorstand. Meine Wahrnehmung ist die, dass Kalle als Vorstandsvorsitzender dann wenn keine Titel kommen, ausgetauscht wird. Er hat von sich gesprochen, nicht vom Trainer", sagte Bruchhagen im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

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Der frühere Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt vermisse seitens Rummenigge die Fairness gegenüber Kovac. "Niko in einem frühen Stadium seines Trainerdaseins. Ich hätte von ihm (Rummenigge, Amn.d.Red.) erwartet, dass er ihn mehr unterstützt und dass er ihm die Chance gibt, sich zu entwickeln", meinte Bruchhagen.

Ziege sieht Außendarstellung kritisch

Neben Rummenigge hatte auch Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic im ZDF-Sportstudio die Frage zur Zukunft von Kovac offen gelassen. Der Trainer, dessen Vertrag bis 2021 läuft, habe "die volle Unterstützung", sagte der 42-Jährige, der jedoch nach mehrfacher Nachfrage Kovacs Verbleib über den Sommer hinaus nicht bestätigen wollte. "Die Fakten sprechen für Niko Kovac", sagte Salihamidzic: "Wir werden sehen."

Der ehemalige Bayern-Profi Christian Ziege sieht in den Aussagen ebenfalls ein unnötiges Störfeuer im Saisonendspurt.

"Ich verstehe es nicht ganz. Sie sind in einem Umbruchsjahr. Niko macht für mich einen überragenden Job trotz dieser ganzen Sachen. Er lässt sich nicht beirren. Ich kann das nicht nachvollziehen", sagte Ziege im CHECK24 Doppelpass. "Ich habe selbst als Sportdirektor gearbeitet. Da spricht man miteinander, was man nach außen gibt. Aber hier macht jeder sein eigenes Ding."

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