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Bixente Lizarazu kann die Transferpolitik in der Verteidigung des FC Bayern nicht verstehen. Vor allem bei Benjamin Pavard hat er große Zweifel.

Bixente Lizarazu kann die Transferpolitik des FC Bayern in der Verteidigung nicht verstehen.

Mit Lucas Hernández (Atlético Madrid) und Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) haben die Münchner zwei vielseitig einsetzbare Abwehrspieler geholt, dafür ging mit Mats Hummels ein Stammspieler zu Borussia Dortmund.

Hernández und Pavard spielten für die französische Nationalmannschaft meist außen, sind beim FCB jedoch vornehmlich für innen eingeplant.

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"Beide können beide Positionen spielen, durchaus; doch ich sehe sie (...) zuallererst in der Außenverteidigung und verstehe den Verkauf von Mats Hummels nicht", sagte Lizarazu dem kicker. "Auch wenn Niklas Süle viel Potenzial hat, würde ich nicht mit ihm plus Pavard und Hernández in die Saison gehen. Neuzugänge brauchen Minimum fünf, sechs Monate zur Eingewöhnung. Da sind zu viele Fragezeichen."

Pavard muss "zwei Schritte" machen

Vor allem für den bisherigen Stuttgarter Pavard sieht der 49-Jährige, der derzeit als TV-Experte in Frankreich arbeitet, schwarz. "Pavard muss sich natürlich steigern, um bei Bayern spielen zu können. Er muss viel dafür tun. (...) Seine Entwicklung ging nach der WM 2018 zurück, seither wurde es weniger, auch in der französischen Nationalmannschaft. Er lieferte nur noch Durchschnitt ab."

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Pavard ging als Weltmeister in die Saison, spielte jedoch durchwachsen und stieg mit Stuttgart ab. Die Münchner verpflichteten den 23-Jährigen dank einer Ausstiegsklausel für 35 Millionen Euro. "Pavard muss nicht nur einen Schritt machen, sondern zwei Schritte", urteilte der frühere Linksverteidiger der Bayern. "Als Nummer 2, also rechts außen in der Viererkette, muss er sich defensiv verbessern, aggressiver werden und das richtige Verhalten im Eins-gegen-eins lernen."

Lob für Hernández

Gegen Joshua Kimmich hätte Pavard rechts hinten keine Chance, der Nationalspieler sei "der beste Rechtsverteidiger der Welt."

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Lizarazus Urteil über Hernández, der für 80 Millionen Euro aus Madrid kommt, ist deutlich positiver. "Hernández ist eine sehr gute Nummer 3, also ein linker Außenverteidiger mit Stärken in der Defensive wie in der Offensive. Diese Kombination ist bei den heutigen Linksverteidigern eine Ausnahme, die meisten sind nur nach vorne gut."

Die Spielweise des Franzosen erinnere Lizarazu "ein wenig an die Art, wie ich früher meine defensiven und offensiven Aufgaben erfüllte." Außerdem bringt er viel Kampfgeist und Erfahrung mit. "Hernández ist bereit für den FC Bayern und das dort verlangte Level, für das Champions-League-Niveau."

Hernández erholt sich von Knieoperation

Hernández sei "ein großer Konkurrent für David Alaba, der diese Herausforderung erst abwehren muss. Bayern hat jetzt zwei hervorragende Linksverteidiger - fast schon zu viel des Guten."

Der 23-Jährige erholt sich momentan von einer Knieoperation, sein letzter Einsatz liegt Monate zurück. Ob Hernández Hummels und den ebenfalls vor dem Absprung stehenden Jérôme Boateng in der Innenverteidigung ersetzen kann, ist für Lizarazu fraglich. "Das weiß keiner. Außen ist Hernández richtig gut, aber ich weiß nicht, ob er innen internationale Topklasse darstellt."

Ob die Bayern in der Verteidigung nochmal auf dem Transfermarkt tätig werden, ist unklar. Präsident Uli Hoeneß erklärte am Sonntag bei Sky: "Wir haben bis jetzt schon 120 Millionen ausgegeben. Ich muss ehrlich sein, langsam geht mir das auf die Nerven, dass man sich nur noch über Käufe definiert. Wir haben gerade zwei Titel gewonnen und wir sollten jetzt erstmal alle feiern. Ich kann ihnen versichern: Am 15. August steht eine gute Mannschaft auf dem Platz."

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