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München - Mats Hummels steht vor einer Rückkehr zu Borussia Dortmund - neue Details kommen ans Licht. Der Transfer könnte Sinn ergeben, birgt aber auch Risiken.

Vor drei Jahren verabschiedete sich Mats Hummels von Borussia Dortmund, begleitet von Hans-Joachim Watzkes warmen Worten.

"Ich gehe davon aus, dass wir uns wiedersehen und ich kann dir sagen - und da weiß ich, dass Michael (Zorc, Anm.d.Red.) und deine Mannschaftskollegen das ganz genauso sehen - du bist beim BVB immer extrem willkommen und wir sind alle sehr stolz, dass du achteinhalb Jahre für uns gespielt hast", sagte der BVB-Geschäftsführer nach dem verlorenen Pokalfinale 2016.

Ab Sommer 2019 könnten womöglich weitere Jahre im Trikot der Schwarz-Gelben dazukommen.

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Laut Bild am Sonntag ist der Wechsel so gut wie in trockenen Tüchern. Demnach habe der Rekordmeister ein 20-Millionen-Euro-Angebot des BVB plus Erfolgsnachschlägen akzeptiert - und auch Hummels selbst soll dem Deal trotz Gehaltseinbußen "positiv gegenüberstehen". 

Zorc hält sich bedeckt

Nach SPORT1-Information war für den 30-Jährigen noch im April eine Rückkehr nach Dortmund kein Thema. Er schwankte stattdessen zwischen einem Verbleib bei den Bayern, bei denen er noch bis 2021 unter Vertrag steht, und einem Wechsel ins Ausland.

Nun haben sich die Dinge offenbar geändert.

Bei der Borussia hält man sich dagegen noch bedeckt: "Ich möchte die Gerüchte aktuell nicht kommentieren", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc der dpa.

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Verbessertes Verhältnis zu Kovac

Bayern-Trainer Niko Kovac soll der Bild zufolge einen möglichen Verkauf Hummels akzeptiert haben. Dabei hatte sich nach SPORT1-Informationen das Verhältnis zwischen den beiden im Laufe der Rückrunde positiv entwickelt. Kovac und Hummels schätzen sich und kommunizierten deutlich mehr miteinander als es zu Krisenzeiten im vergangenen Herbst der Fall war.

Einige BVB-Fans nahmen Hummels damals den Wechsel zum FC Bayern übel
Einige BVB-Fans nahmen Hummels damals den Wechsel zum FC Bayern übel © Getty Images

Hummels' BVB-Abschied 2016 wurde von Nebengeräuschen begleitet. Einige Dortmunder Fans nahmen ihm den Wechsel zum Erzrivalen aus München übel, zumal zugleich auch Henrikh Mkhitaryan und Ilkay Gündogan gingen und den Kader in eine große Baustelle verwandelten. Nun würden die Bayern wiederum einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Meisterschaft stärken.

BVB-Einkaufstour noch nicht beendet

Der BVB hat bislang schon fast 100 Millionen Euro in Neuzugänge investiert, hat aber offenbar noch nicht alle Planstellen besetzt. Vor allem die junge Abwehrreihe galt in der abgelaufenen Saison als Schwachstelle. Individuelle Fehler und insgesamt 44 Gegentore kosteten den Dortmundern wichtige Punkte im Titelrennen.

Hummels könnte mit seiner Erfahrung der jungen Dortmunder Mannschaft Sicherheit verleihen, zudem verfügt er über eine starke Persönlichkeit.

Frei von Fehlern war er in der vergangenen Spielzeit bei den Bayern jedoch auch nicht - aber: Nach seiner Ausbootung durch Bundestrainer Joachim Löw überzeugte Hummels in der Endphase der Saison mit konzentrierten Leistungen im Bayern-Trikot.

Hummels festigt Stammplatz neben Süle

Mit der besten Zweikampfquote (66 Prozent) in der Bayern-Innenverteidigung manifestierte Hummels seinen Status als Nummer zwei neben Niklas Süle. In puncto Einsatzminuten lag er (1776) am Ende ebenfalls vor Jérôme Boateng (1694). Vor allem auch sein Beitrag als Strukturgeber im Spiel nach vorn ist weiterhin nicht zu unterschätzen.

Allerdings hatte Hummels daran zu knabbern, dass Kovac im Januar Süle zum Abwehrchef ernannte und dessen Position damit gesetzt war. Dass Hummels insgesamt nur auf 21 Bundesliga-Einsätze kam, war auch für ihn eine neue Erfahrung - weniger waren es nur verletzungsbedingt in der Saison 2008/09.

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Neue Konkurrenz in der Bayern-Abwehr

Acht Mal saß er in der abgelaufenen Saison bei den Bayern 90 Minuten auf der Bank. Mit den Neuverpflichtungen von Lucas Hernández (Atlético Madrid/80 Millionen Euro) und Benjamin Pavard (VfB Stuttgart/35 Millionen Euro) droht aber sowohl Hummels als auch Boateng neue Konkurrenz im Kampf um die Stammplätze in der Defensive.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte Boateng, der im vergangenen Sommer vor einem Transfer zu Paris Saint-Germain stand, nach Saisonende einen Wechsel nahegelegt. Boateng antwortete im kicker: "Ich werde hier bestimmt nicht wegrennen. Situationen verändern sich schnell."

Bleibt abzuwarten, inwieweit sich auch Hummels berufliche Situation in nächster Zeit ändert.

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