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In den drei Testspielen auf der USA-Reise zeichnet sich ab, welches System Niko Kovac bei den Bayern bevorzugt spielen lassen wird. Bei SPORT1 sagt er, warum.

Die Presseplätze in amerikanischen Stadien sind zumeist auf den obersten Rängen angesiedelt. Die Spieler sind zwar nur noch im Miniaturformat zu sehen, dafür lässt sich umso besser die taktische Ausrichtung der Mannschaften erkennen. So auch beim FC Bayern.

Interessant: Trainer Niko Kovac setzt fortan wieder auf ein System, das ihn auf dem Höhepunkt der vergangenen Herbst-Krise fast den Job gekostet hätte. Gegen den FC Arsenal (1:2), Real Madrid (3:1) und AC Mailand  (1:0) funktionierte es aber recht ordentlich.

Nach dem Sieg gegen die "Rossoneri" in Kansas verriet Kovac im Gespräch mit SPORT1: "Wir haben mit einfacher Sechs beziehungsweise zwei Achtern gespielt. Das haben wir zum Schluss der vergangenen Saison auch wieder praktiziert. Das ist schon das System, was ich gerne spielen möchte. Aber man muss es immer wieder so adaptieren, wie der Gegner ist."

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Bayern: Kovac verzichtet auf die Doppelsechs

Mit anderen Worten: Kovac verzichtet vorerst auf die Doppelsechs. Jenes System, für das sich die Führungsspieler und auch die Verantwortlichen der Münchner in vielen Gesprächen rund um die Herbst-Krise eingesetzt haben und mit welchem man einst unter Jupp Heynckes 2013 das Triple gewann.

Kovac lenkte ein und fortan startete man eine Sieges-Serie und holte neun Punkte Rückstand auf Borussia Dortmund auf.

Zwar praktizierten die Bayern Kovacs bevorzugtes 4-3-3-System (je nach Auslage ist es auch ein 4-1-4-1) auch schon zu Beginn der Vorsaison und fuhren damit etliche Siege ein. Mitte der Hinrunde aber fanden die Spieler in diesem System keinen Defensiv-Zugriff mehr. Einige Spieler klagten öffentlich über zu große Löcher und zu viele gegnerische Angriffe.

Rummenigge fordert Bayern-Spielkultur

Setzt Kovac fortan regelmäßig auf einen Sechser, dürfte diese Position wohl Thiago übernehmen. Gegen offensiv ausgerichtete Teams Javi Martínez. Im zentralen Mittelfeld streiten sich, Stand jetzt, Leon Goretzka, Corentin Tolisso und Renato Sanches um zwei Plätze. Langfristig möchte auch Joshua Kimmich im Mittelfeld-Zentrum spielen.

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Brisant: Im SPORT1-Interview forderte Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge zuletzt: "Am Ende des Tages muss es ein Bayern-System geben, wie es ein Barcelona-System gibt. Das System, mit dem wir über Jahre und mit unterschiedlichen Trainern sehr erfolgreich waren und welches spektakulärsten Fußball beinhaltete. Wir haben damit die Champions League gewonnen, standen damit dreimal im Finale und quasi immer im Halbfinale. Es wird jetzt eine wichtige Aufgabe von Niko Kovac sein, diese Spielkultur mit unserer verjüngten Mannschaft weiter zu kultivieren."

Rummenigge sprach damit das 4-2-3-1-System an - mit einer Doppelsechs. Fortan setzt Kovac aber wieder auf ein 4-3-3.

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