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München - Die Bundesliga-Saison 2019/20 steht bevor, der SPORT1-Expertengipfel prognostiziert unter anderem die Absteiger, einen Durchstarter - und äußert einen Wunsch.

Nur noch einmal schlafen, dann beginnt am Freitag mit der Partie zwischen dem FC Bayern und Hertha BSC (Bundesliga: FC Bayern - Hertha BSC Fr., ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) endlich die neue Bundesliga-Saison.

Viele Fragen werden an den darauffolgenden 34 Spieltagen geklärt. Kann die Titel-Dominanz des FC Bayern nach sieben Jahren durchbrochen werden? Wer muss am Ende der Saison absteigen? Welche Stars spielen sich in den Vordergrund?

Der SPORT1-Expertengipfel mit Thomas Helmer, Stefan Effenberg, Mario Basler, Marcel Reif und Reinhold Beckmann wagt vor dem Saisonstart einen Blick in die Glaskugel. In Teil 1 geht es um den Abstiegskampf, mögliche Überraschungen - und zunächst einmal um die einfache Frage, was sich die Experten von der neuen Spielzeit wünschen.

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- Was wünschen Sie sich von der Bundesliga 2019/20?

Marcel Reif: "Ich wünsche mir weniger Diskussionen um den Videobeweis und von allen mehr Respekt im Umgang miteinander."

Thomas Helmer:  "Ich wünsche mir, dass die Klubs mutiger sind und selbstbewusster auftreten - auf dem Spielfeld, in der Öffentlichkeit, auch wenn es um die Zielsetzungen geht. Dass das Spielniveau weiter steigt. Dass bei den Schiedsrichtern mehr auf Leistung, statt auf Leistungstests geachtet wird. Und, dass von jedem Klub ein guter Spieler in den CHECK24 Doppelpass kommt."

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Stefan Effenberg: "Dass wir nicht mehr so viel über den Video-Assistenten diskutieren müssen, dass die Fehler zumindest minimiert werden. Das wünsche ich auch den Schiedsrichtern selbst."

Reinhold Beckmann: "Ich würde mir weniger Videobeweis-Einsatz wünschen, stattdessen mehr natürliche Autorität der Schiedsrichter."

- Welches Team wird die Überraschungsmannschaft der Saison?

Fortuna Düsseldorf, das als Aufsteiger auf einem bärenstarken zehnten Platz landete, oder der SC Freiburg, der mit geringen finanziellen Mitteln einmal mehr souverän den Klassenerhalt schaffte - auch im vergangenen Jahr machten wieder einige Teams als positive Überraschungen von sich reden.

Und wer sorgt in der kommenden Saison für Furore?

"Ich sehe Werder Bremen in dieser Rolle, die bereits in der vergangenen Saison Europa nur knapp verpassten", glaubt Beckmann an der Weser an einen nachhaltigen Aufschwung unter Trainer Florian Kohfeldt. Ähnliches traut Reif dem VfL Wolfsburg zu. Der Europa-League-Teilnehmer habe trotz des Trainerwechsels von Bruno Labbadia zu Oliver Glasner erneut "das Potenzial, für eine Überraschung zu sorgen".

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Bei den ehemaligen Bayern-Profis Helmer und Basler geht der Blick in noch höhere Tabellenregionen.

Kai Havertz gehalten, in Kerem Demirbay einen spielstarken Mann fürs Zentrum dazugewonnen: Helmer rechnet trotz des Abgangs von Julian Brandt zum BVB erneut mit starken Leverkusenern, die "eine wichtigere Rolle in der Liga" einnehmen werden. Ein Manko müsse Bayer dafür allerdings abstellen: "Wenn Bayer noch das Defensivverhalten verbessert, schaut es richtig gut aus", verspricht der ehemalige Abwehrspieler.

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Sein einstiger Teamkollege hat unter den absoluten Top-Teams der Liga einen anderen Namen auf dem Zettel.

"RB Leipzig mit Nagelsmann spielt für mich um die Plätze zwei bis fünf, kann also in den Titelkampf zwischen Bayern und Dortmund reingrätschen", prophezeit Basler den Leipzigern sogar die Chance auf mehr als Platz drei aus der Vorsaison.

- Wer muss um den Klassenerhalt zittern?

Und wie sieht es am anderen Ende der Tabelle aus? Klar: In der Regel gelten die Aufsteiger aus der Zweiten Liga mit als erste Abstiegskandidaten - insbesondere, wenn es sich dabei um absolute Underdogs wie den SC Paderborn oder Bundesliga-Neuling Union Berlin handelt.

"Für mich ist Paderborn der erste Abstiegskandidat, da ihre defensiven Schwächen in der Bundesliga noch krasser bestraft werden", erklärt Reinhold Beckmann, warum es für die Ostwestfalen im Fußball-Oberhaus besonders schwer werden könnte. Bei Mitaufsteiger 1. FC Köln wisse man "nie so genau, wie viel Unruhe es um die sportliche Verantwortung gibt oder an die Mannschaft herangetragen wird", warnt Thomas Helmer die Geißböcke in erster Linie vor möglichem Theater abseits des Platzes.

Die SPORT1-Experten sind sich jedoch auch erstaunlich einig, wer neben den drei Aufsteigern noch den Gang in die Zweitklassigkeit fürchten muss. Zwei Namen fallen in dem Zusammenhang jeweils gleich dreimal: der FC Augsburg und Fortuna Düsseldorf.

"Augsburg muss nach dem Trend der Rückrunde zittern", meint Stefan Effenberg mit Blick auf das bisherige Jahr 2019: "Düsseldorf muss man wegen der Abgänge Lukebakio und Raman zu dem Kreis dazuzählen."

Helmer und Mario Basler sehen das ähnlich - wobei sich Letzterer in Sachen FCA schon fast festlegt: "Augsburg wird dieses Jahr die Segel streichen. Das hat sich in der Rückrunde der vergangenen Saison bereits abgezeichnet, wo man immer weiter nach hinten gerutscht ist."

Ob es nun die Augsburger oder ein anderer vermeintlich etablierter Bundesligist ist - Marcel Reif rechnet fest mit einer haarigen Saison für "einige, die glauben, nicht zittern zu müssen".

- Welcher Spieler wird der Durchstarter der Saison?

Zum Abschluss von Teil 1 des Bundesliga-Gipfels geben die SPORT1-Experten eine Prognose ab, welcher Spieler die Fans in der anstehenden Saison besonders verzücken wird.

Helmer: "Kai Havertz, der war schon in der letzten Saison top. Wenn er die Leistung der letzten Saison bestätigt und als Führungsspieler noch dazulernt, dann ist er für jeden Klub der Welt eine Verstärkung. Ich bin auch gespannt, ob Jadon Sancho seine herausragenden Leistungen beständiger zeigen kann - oder sogar noch zulegt.

Reif: "Kai Havertz."

Effenberg: "Ich denke, Julian Brandt, der mit seinem Wechsel zum BVB den nächsten Schritt gehen will. Auf Marcus Thuram in Gladbach bin ich sehr gespannt - er hat einen sehr guten Eindruck in der Vorbereitung hinterlassen, in Gladbach glauben einige an ihn." 

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