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Niko Kovac erklärt, warum Joshua Kimmich unter ihm Rechtsverteidiger bleiben wird. Benjamin Pavard muss sich nun gegen Lucas Hernández durchsetzen müssen.

Für Joshua Kimmich ist es der Fluch der guten Tat - doch Niko Kovac kann auf der rechten Seite offenbar nicht auf ihn verzichten. 

"Er wird die Position des Rechtsverteidigers nicht endgültig verlassen, denn dafür ist er einfach zu gut – und für mich einer der weltbesten Außenverteidiger", sagte der Bayern-Coach am Donnerstag auf der PK.

Damit legte Kovac fest, dass Kimmich unter ihm auch zukünftig nicht dauerhaft im defensiven Mittelfeld spielen wird - der erklärten Wunschposition des Allrounders.

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Dass ihn sein Trainer vor allem deshalb nicht dauerhaft auf der Sechs sieht, weil er dessen Fähigkeiten als Rechtsverteidiger derart schätzt, dürfte für den ehrgeizigen 24-Jährigen nur ein schwacher Trost sein. Kimmich will auch nach SPORT1-Informationen im Verein weiterhin dauerhaft ins Zentrum, weil er von dort aus noch mehr Verantwortung übernehmen und Einfluss nehmen will.

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Kovac lobt Kimmich über den grünen Klee

Kovac aber braucht seine Stärken rechts hinten. "Ich muss lange, lange suchen, um jemanden mit solch einer Qualität zu finden. Er kann immer mal wieder in der Mitte spielen, aber rechts bringt er verdammt viel mit", sagte Kovac auf der abschließenden Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den FSV Mainz 05. 

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Schon gegen den Tabellen-18. dürfte Kimmich, im Vergleich zum vergangenen Auswärtsspiel bei Schalke 04 (3:0, d. Red.), zurück in die Viererkette rücken. "Er hat ein gutes Spiel gemacht und die Sechserposition gut interpretiert. Er hat sich gezeigt, war immer anspielbar und traute sich auch in engen Räumen den Ball anzunehmen und letzten Endes die Lösung auch zu finden", lobte ihn Kovac für seine Leistung dort.

Der Trainer stellt aber auch klar: "Er selbst ist sehr anspruchsvoll. Er denkt, und ich bin auch davon überzeugt, dass er es noch besser kann."

Nur weil der auf der Sechs gesetzte Thiago kurzfristig mit Nackenproblemen ausfiel, rückte Kimmich in der Veltins-Arena auf die Sechs - Benjamin Pavard wurde zum Rechtsverteidiger und Lucas Hernández rückte in die Innenverteidigung. 

Da Thiago laut Kovac nun wieder fit zu sein scheint, könnte Kimmich schon diesen Samstag wieder auf seine akzeptierte, aber nicht vollends geliebte Position des Außenverteidigers zurückkehren. Spannend wird sein, wie Kovac mit Pavard umgeht. Der Franzose überzeugte zuletzt und spielte sowohl innen als auch außen in der Viererkette solide.

Kimmich im DFB-Dress auf der Sechs

Hernández überzeugte auf Schalke aber auch. Möglich ist also, dass Pavard im zweiten Heimspiel der Saison vorerst rausrotiert, da es nur schwer vorstellbar ist, dass 80-Millionen-Transfer Hernández auf die Bank zurückkehrt und man mit Kimmich laut Kovac schließlich jemanden habe, "der auf der rechten Seite offensiv ein unheimliches Potenzial hat. Der in den letzten beiden Jahren dort der beste Scorer ist. Wenn man ihn dort wegnimmt, verliert man den besten Scorer."

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Was Kovac meint: In der vergangenen Saison gelangen Kimmich in 40 Pflichtspielen als Rechtsverteidiger 15 Assists und zwei Tore – Topwert unter allen Verteidigern der zehn stärksten Ligen Europas!

Kimmich wird diese Verteidiger-Rolle im Verein gewiss ebenso professionell annehmen, wie er es in all den Spielen zuvor auch tat. Spätestens nächste Woche, wenn er mit der Deutschen Nationalmannschaft unterwegs sein wird, kommt er aber wieder in den Genuss, seine Wunsch-Rolle einnehmen zu dürfen. Grund: Unter Bundestrainer Joachim Löw hat sich Kimmich als Sechser festgespielt und wird sie wohl auch in den kommenden Quali-Spielen zur EM 2020 gegen Holland (Hinspiel 3:2) am 6. September in Hamburg und gegen Nordirland, drei Tage später in Belfast, bekleiden. 

Ein Satz, den Kovac am Donnerstag formulierte, dürfte im Falle Kimmichs auch zukünftig als Entscheidungsgrundlage gelten: "Als Trainer muss man Folgendes berücksichtigen: Was gewinne ich mit einem Spieler auf einer Position und was verliere ich mit dem Spieler, der diese Position verlässt." 

Gemünzt auf Kimmichs Parade-Position haben Kovac und Löw darauf verschiedene Antworten. 

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