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München - Leroy Sané ist das Transferziel der Bayern. Wo hat er im Vergleich zu Gnabry und Coman seine Stärken? Eine Schwäche sticht heraus. SPORT1 macht den Daten-Check.

Die Personalie Leroy Sané genießt beim FC Bayern mutmaßlich die höchste Priorität.

Der 23-Jährige, aktuell noch in Diensten von Manchester City, soll mit allen Mitteln an die Isar gelotst werden. Einen kicker-Bericht, wonach sich Sané offenbar bereits für einen Wechsel nach München entschieden hat, dementierte der Rekordmeister am Donnerstagabend deutlich. Dies entspreche nicht der Wahrheit, teilte der Rekordmeister in einem Twitter-Statement mit.

Aktuell verfügen die Münchner mit Serge Gnabry und Kingsley Coman bereits über zwei starke Flügelspieler, die ihren Wert mehrfach unter Beweis gestellt haben. Dennoch planen die Münchner Sané, falls er sich für einen Wechsel zum FC Bayern entscheidet, als neuen Fixpunkt auf dem Flügel ein.

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Wie gut ist Sané wirklich?

Aber wie gut ist Sané im Vergleich zum aktuellen Bayern-Flügelduo Gnabry und Coman? SPORT1 und Opta machen den Datencheck.

Der City-Profi bestritt mit  31 Spielen in der abgelaufenen Premier-League-Saison die meisten Ligaspiele des Trios, während Gnabry (30 Einsätze) und Coman (21 Einsätze) in der Bundesliga etwas weniger Partien bestritten.

Mit 20 Scorerpunkten (zehn Tore und zehn Vorlagen) gelangen Sané doppelt so viele Torbeteiligungen wie Coman (zehn Scorerpunkte). Allerdings fiel der Franzose bis in den November hinein mit einer Verletzung aus. Gnabry brachte es auf ordentliche 15 Scorerpunkte.

Besonders beeindruckte aber Sanés Effizienz.

Effizienter als Lewandowski

Er lag europaweit unter den Top 10 bei den Minuten pro Torbeteiligung – sogar noch vor Robert Lewandowski. Alle 81,6 Minuten gelang ihm eine Torbeteiligung in insgesamt 47 Pflichtspielen. Im Schnitt war Sané also in jeder Partie an einem Treffer beteiligt. Zum Vergleich: Coman brauchte 129 Minuten, Gnabry sogar 134 Minuten für die Beteiligung an einem Treffer. In ganz Europa weisen nur sieben Spieler eine geringere Minutenanzahl als Sané bei den Torbeteiligungen auf.

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Spitzenreiter ist Lionel Messi (FC Barcelona), der durchschnittlich 57,5 Minuten pro Torbeteiligung benötigt hat.

Das Bayern-Duo kam über alle Pflichtspiele hinweg zusammen auf 34 Scorerpunkte, einer mehr als Sané allein.

Beeindruckend: In der Premier League war Sané in den vergangenen beiden Jahren der Spieler mit den meisten Torvorlagen überhaupt. Mit 20 Torvorlagen seit 2017 liegt er vor Raheem Sterling (17) und Kevin de Bruyne (16).

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Besonders frappierend war der Unterschied zum Bayern-Duo aber in der Champions League. Auf der größten Bühne im europäischen Fußball gelangen Sané acht Torbeteiligungen, während Gnabry und Coman zusammen lediglich zwei Scorerpunkte gelangen.

Allerdings stand das Bayern-Duo gerade zu Beginn der Saison im Schatten von Arjen Robben und Franck Ribéry. Außerdem hatte sich Coman zu Beginn der Saison einen Syndesmosebandriss zugezogen und kehrte erst im November auf den Rasen zurück.

Coman und Gnabry im Dribbling stärker

Auch Sanés Sprintfähigkeiten waren überzeugend. So wurden bei ihm 35,2 km/h in der Spitze gemessen, während Gnabry (33,6 km/h) und Coman (34,8 km/h) eine geringfügig langsamere Endgeschwindigkeit aufwiesen. 

So stark auch Sanés Zahlen im Torabschluss sind, in Sachen Dribbling und Flanken lief ihm das Bayern-Duo in der abgelaufenen Saison den Rang ab.

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Coman und Gnabry gingen pro Ligapartie etwa sechs Mal ins Dribbling, während Sané "nur" fünf Versuche unternahm. Mit 60 Prozent konnte Coman die meisten Dribblings erfolgreich gestalten. Sané gelangen nur die Hälfte seiner Versuche.

Verbesserungswürdig ist dagegen seine Genauigkeit bei Flanken. Lediglich neun Prozent seiner Flankenversuche fanden einen Abnehmer. Gnabry (28%) und Coman (25%) weisen hier deutlich bessere Werte auf.

Mit Sané in der Startelf (30 von 61 Spielen) erzielten die Citizens 2,9 Tore pro Partie, während ohne ihn "nur" 2,6 Treffer zu Buche standen. Auch Citys Siegquote steigerte sich mit dem Deutschen von 80 auf 83 Prozent.

Noch größer war allerdings Gnabrys Einfluss auf den Erfolg des Teams. Die Siegquote stieg mit dem 24-Jährigen in der Anfangsformation von 63 auf 77 Prozent. Standen der deutsche Nationalspieler und Coman gemeinsam in der Startformation (14-mal) blieben die Bayern ungeschlagen und gewannen 86 Prozent ihrer Spiele.

Sané fast verletzungsfrei

Trotz dieser Mega-Serie des Bayern-Duos wäre Sané eine signifikante Verstärkung für die Münchner.

Denn bei den Torbeteiligungen liegt der 23-Jährige deutlich in Führung und ist vor allem bei der Effizienz absolute Weltklasse. Mit seiner Torgefahr würde Sané außerdem etwas Druck von den Schultern von Stürmer-Star Robert Lewandowski nehmen. Seine Schnelligkeit würde die bisherige Flügelzange um Gnabry und Coman sowie die Ausrichtung des Bayern-Spiels über die Außenpositionen ideal ergänzen.

Im Unterschied zu Coman und oftmals auch Gnabry sucht Sané aber öfter selbst den Abschluss, während das Bayern-Duo mehr mit Flanken operiert.

Ein weiterer Trumpf von Sané ist seine Robustheit. Lediglich 16 Tage fiel der 23-Jährige seit August 2017 aus, während Coman den Münchnern in diesem Zeitraum 215 Tage fehlte. Gnabry, der 2017/2018 noch bei der TSG Hoffenheim spielte, fiel in diesem Zeitraum 189 Tage aus. Im aktuell dünnen Bayern-Kader wäre ein nahezu dauerfitter Flügelspieler ein echter Trumpf.

Sané hängt seine Kontrahenten nicht nur bei der Verletzungsfreiheit ab. So wäre seine Verpflichtung wäre ein echtes Ausrufezeichen des Rekordmeisters – auch an die europäische Konkurrenz.

Doch der Ausgang des Sané-Pokers erscheint offener denn je.

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