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München - Der FC Bayern präsentiert Neuzugang Philippe Coutinho. Auf der PK erklärten die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic die Details des Deals.

Voller Stolz hat der FC Bayern am Montag Neuzugang Philippe Coutinho der Öffentlichkeit präsentiert.

"Wir sind sehr glücklich", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Sportdirektor Hasan Salihamidzic sprach freudestrahlend von einem "Transfer, der dem FC Bayern sehr gut zu Gesicht steht". Und er betonte: "Der Transfer war Teamwork."

Wie kam der Wechsel zustande? Was sind die Eckdaten des Deals mit dem FC Barcelona? Und wie sieht Coutinho seine Rolle bei seinem neuen Klub? SPORT1 fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Pressekonferenz zusammen.

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- So lief der Wechsel ab

Coutinho war sozusagen den ganzen Sommer über "auf dem Markt", da der Offensivstar mit seiner Rolle beim FC Barcelona in der vergangenen Saison zunehmend unzufrieden war.

"Wir haben uns seit einiger Zeit mit Philippe beschäftigt", erklärte Rummenigge. Die Bayern intensivierten in der vergangenen Woche ihre Bemühungen um den 27-Jährigen, nachdem sich der eigentliche Wunschtransfer Leroy Sané einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Coutinho wurde unter anderem auch von Paris Saint-Germain umworben.

Am vergangenen Mittwoch reisten Rummenigge und Salihamidzic nach Barcelona und trafen sich dort zunächst mit Coutinho, seiner Frau, seinen beiden Brüdern und seinen beiden Beratern. "Am Ende des Tages sind wir glücklicherweise zu einer Vereinbarung gekommen, dass Philippe zum FC Bayern transferiert wird", sagte Rummenigge.

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Das von Salihamidzic angesprochene Teamwork gestaltete sich wie folgt: "Wir haben uns immer sehr gut abgesprochen mit Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge hat seine guten Kontakte zum FC Barcelona genutzt. Ich habe immer Kontakt zu seinem Berater Kia (Joorabchian, Anm.d.Red.) gehalten."

Um Coutinho einen Wechsel zusätzlich schmackhaft zu machen, hatte Salihamidzic beim Treffen am vergangenen Mittwoch auch ein Bayern-Trikot mit der 10 und Coutinhos Namen im Gepäck. Der Klub habe sich sehr viel Mühe gegeben, sagte Coutinho am Montag.

- Die Zahlen des Deals

Kurios: Während der FC Bayern mitteilte, man habe über die finanziellen Details Stillschweigen vereinbart, nannten die Spanier die konkreten Zahlen des Deals.

Demnach beträgt die Leihgebühr 8,5 Millionen Euro. Rummenigge sprach von einem "Freundschaftspreis", der aufgrund der guten Beziehungen zu den Katalanen "sehr günstig" sei.

Der FC Bayern wird Coutinho dafür aber weiter sein Gehalt von angeblich 13 Millionen Euro netto zahlen müssen.

Für den kommenden Sommer besitzt der FC Bayern eine einseitige Kaufoption in Höhe von 120 Millionen Euro. "Die ist nicht preiswert", sagte Rummenigge. "Aber wir werden das in aller Ruhe mit Philippe abwarten und ich schließe nicht aus, dass das auch eine langjährige Partnerschaft werden kann."

- Coutinhos Ratgeber

Coutinho ist der 13. Brasilianer im Bayern-Trikot. Die meisten seiner Vorgänger wurden zu absoluten Leistungsträgern und Publikumslieblingen. Für Coutinho lag es daher nahe, sich Rat bei seinen Landsleuten zu holen.

So kontaktierte er vor seinem Wechsel etwa Thiago, der neben einem spanischen auch einen brasilianischen Pass besitzt und Portugiesisch spricht. "Ich habe auch mit Rafinha geredet und sehr viel Gutes von Lucio gehört, der auch hier gespielt hat", sagte Coutinho. Sie hätten ihm bei seiner Entscheidung geholfen.

- Coutinhos Position

Beim FC Barcelona setzte Trainer Ernesto Valverde Coutinho vornehmlich auf dem linken Flügel ein, die Stärken des "kleinen Magiers" kommen auf der Außenbahn aber nicht vollends zur Geltung.

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"Meine Lieblingsposition ist die Zehnerposition, weil ich mich dort am besten bewegen kann", betonte der brasilianische Nationalspieler.

Die Sache hat nur einen Haken: In Niko Kovacs 4-3-3-Grundordnung ist kein klassischer Spielmacher vorgesehen. Naheliegend wäre daher, dass Coutinho den Part des halblinken Achters übernimmt.

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"Er ist sehr flexibel. Er kann unsere Spitzen einsetzen, obendrein ist er torgefährlich", charakterisierte Salihamidzic den Neuzugang. "Er wird unsere Mannschaft verstärken und er kann unserem Spiel auch die spektakuläre Note geben." Wo er spiele, sei letztlich die Entscheidung des Trainers, sagte Coutinho selbst.

- Bayerns Transferpläne

143,5 Millionen Euro haben die Bayern in sechs Neuzugänge investiert - darunter zwei Weltmeister, ein Vizeweltmeister und jetzt mit Coutinho ein Copa-América-Sieger, wie Rummenigge nicht ohne Stolz aufzählte. "Wir alle beim FC Bayern sind total zufrieden mit dem Transfermarkt", bilanzierte der Vorstandsvorsitzende.

Die Kaderplanung ist damit eigentlich abgeschlossen, auch wenn weitere Zu- oder Abgänge bis zum 2. September nicht auszuschließen sind.

"Der FC Bayern wird sich immer alle Optionen offen lassen", sagte Salihamidzic. "Aber wir haben mit dieser Qualität in der Breite einen sehr guten Kader. Damit kann man arbeiten und damit können wir unsere hoch gesteckten Ziele erreichen."

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