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Achim Beierlorzer freut sich, dass bei Anthony Modeste der Knoten geplatzt ist. Im SPORT1-Interview spricht der Trainer des 1. FC Köln auch über seine Philosophie.

"Köln auch in der nächsten Saison in der ersten Bundesliga." Eine Schlagzeile, die sich Achim Beierlorzer für Mai 2020 wünscht. Seit Juli trainiert der 51-Jährige den 1. FC Köln - und betrat als Bundesliga-Novize in dieser Saison Neuland.

Anfangs war Beierlorzer von der "Wucht des Vereins", sprich der großen Medienlandschaft und den zahlreichen Fans überrascht. Auf der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung am Sonntag ab 13 Uhr im Kölner Stadion dürfte es hoch hergehen.

Das brisanteste Thema ist dabei die Wahl eines neuen Vorstands um Werner Wolf. Wie die Bild berichtet, soll Erich Rutemöller als sportlicher Berater des Vorstands fungieren. Der 74-Jährige löste am Samstag seinen Vertrag als Vorstandsberater beim Kölner Lokalrivalen Fortuna Düsseldorf auf.

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Sportlich ist der Aufsteiger mit dem Last-Minute-Sieg beim SC Freiburg am vergangenen Spieltag nun auch in der Liga angekommen. Auch dank Anthony Modeste, der seinem ersten Bundesligator seit seiner Rückkehr zum zwischenzeitlichen 1:1 die Wende einläutete.

Beierlorzer über "Stimmungsmacher" Modeste

"Dieses Tor hat ihm unheimlich viel Auftrieb gegeben, weil jeder seine Energie braucht. Und ein Stürmer kriegt Energie durch Tore", sagte Beierlorzer im SPORT1-Interview.

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Generell sei Modeste "eine Integrationsfigur und wenn er gut gelaunt ist, dann ist er natürlich auch ein Stimmungsmacher bei uns in der Mannschaft". Doch der Trainer ist keiner, der die Einzelperson über das Team stellt, ihm seien alle Spieler wichtig, auch die Neuzugänge.

Pressing als Spielphilosophie

Beierlorzer hat seinem neuen Team eine neue Spielphilosophie verordnet. Wie bei seinen bisherigen Stationen beim SSV Jahn Regensburg und als Chefcoach der U19 von RB Leipzig setzt Beierlorzer auch in Köln auf intensives Pressing.

"Mir war es immer wichtig, dass ich den Gegner möglichst weit von meinem eigenen Tor weghalte", erklärte der Franke. "Dann bin ich schon relativ nah am gegnerischen Tor. Diese ganze Konstellation hat mir besser gefallen als darauf zu warten, dass einem der Gegner den Ball gibt."

Der ehemalige Lehrer ist fest davon überzeugt, dass auch die Fans diese Spielweise zu schätzen wissen, dass man sie so "in den Rücken bekommt".

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Kein Verständnis für Ablösesummen

Die Entwicklungen im Fußballgeschäft verfolgt der ehemalige Mathematik- und Sportlehrer, der noch vor sechs Jahren unterrichtet hat, mit kritischem Auge und moniert die horrenden Ablösesummen: "Man holt da einfach mal diese Zehntausender aus so einer Schatulle raus und eigentlich ist das gar nicht mehr greifbar für den Fan."

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Nicht nur das Transfergeschäft, auch die Einführung des Videobeweises 2017/18 in der Bundesliga betrachtet er mit großer Skepsis.

"Man kann sich über ein Tor gar nicht mehr freuen und das finde ich gewöhnungsbedürftig", sagte er. "So richtig hilft er nur in diesen absolut klaren Entscheidungen wie Abseits oder nicht Abseits, Tor oder kein Tor weiter. Aber in den Entscheidungen Foul oder nicht, Hand oder nicht, wird es immer weiter Diskussionen geben und man muss schon fast meditieren, damit man das auch so verarbeitet."

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