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Andreas Möller verließ Eintracht Frankfurt mehrmals im Streit
Andreas Möller verließ Eintracht Frankfurt mehrmals im Streit © Getty Images
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Fans von Eintracht Frankfurt protestieren gegen die Pläne, Andreas Möller in den Klub einzubinden. Der Konflikt reicht weit in die Vergangenheit zurück.

Andreas Möller ist gebürtiger Frankfurter, verbrachte seine Jugend bei der Eintracht, schaffte dort den Durchbruch und beendete dort 2004 seine aktive Karriere.

Jetzt ist der 52-Jährige als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Frankfurter im Gespräch. Laut verschiedenen Medienberichten soll sich die Parteien über eine Verpflichtung Möllers weitestgehend einig sein. Jetzt stößt der ehemalige Nationalspieler aber auf mächtig Gegenwind.

Die Fans der Eintracht haben offenbar große Vorbehalte gegen Möller und protestieren gegen eine Verpflichtung.

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"Für Andreas Möller ist bei Eintracht Frankfurt kein Platz"

Am Rande des Europa-League-Auftakts gegen den FC Arsenal (0:3) sprachen sich die Anhänger gegen eine Möller-Verpflichtung aus: Die organisierte Fanszene veröffentlichte vor dem Spiel ein Rundschreiben und ergriff damit Partei gegen eine mögliche Rückholaktion Möllers. Die Plakate zierten die Eingänge der Commerzbank-Arena und waren mit der Überschrift "Nein zu Möller!" versehen.

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In einem Schreiben der "Ultras Frankfurt 1997" heißt es: "Ohne den Wahrheitsgehalt der Meldungen zu Möller prüfen zu können, müssen wir uns zu dieser Personalie äußern. Denn eine solche Verpflichtung darf noch nicht mal ein Gedankenspiel sein. Für Andreas Möller ist bei Eintracht Frankfurt kein Platz."

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Den Fans ist vor allem das Verhalten des gebürtigen Frankfurters zu Spielerzeiten ein Dorn im Auge. "Möller habe zwar seine Jugend in Frankfurt verbracht, doch danach fiel er eigentlich nur noch durch Lügen, gebrochene Absprachen und distanzierende Aussagen auf", so die Ultras.

Wirbel um Transfers zu BVB und Juventus

Worum geht es? Möller spielte insgesamt dreimal in Frankfurt, von 1981 bis 1987, von 1990 bis 1992 und am Ende in der Saison 2003/04. Seine zwischenzeitlichen Wechsel zu Borussia Dortmund und Juventus Turin hatten jedoch jeweils mächtig Staub aufgewirbelt.

Möllers langjähriger Manager Klaus Gerster berichtete in einem FAZ-Interview von "massiven Feindschaften von Fangruppen", als es seinen Schützling in der Winterpause 1987/88 zum BVB zog - nach längerem Verhandlungspoker für die damals deutschlandweit diskutierte Rekordablöse von 2,4 Millionen D-Mark.

Noch turbulenter lief sein Wechsel zu Juve 1992: Parallel zum Wechsel zu Frankfurt 1990 hatte Möller einen Optionsvertrag mit dem italienischen Klub abgeschlossen. Gerster rechtfertigte das erst später bekannt gewordene Konstrukt mit der besonderen Situation: "Die Eintracht hat Möller verpflichtet und später gemerkt, dass sie den gar nicht bezahlen konnte. Daraufhin haben wir uns hingesetzt und geschaut, woher wir das Geld bekommen."

Zwei Jahre später löste Juve die Option ein und riss damit ein Herzstück aus der Frankfurter Mannschaft, die zuvor knapp die Meisterschaft verpasst hatte. Möller wollte eigentlich nicht mehr gehen, nach langem Hickhack zwang ihn aber schließlich die FIFA, sich an den Vertrag mit Juve zu halten und sich für damals fünf Millionen D-Mark aus dem mit Frankfurt herauszukaufen.

Weitere Irritation vor zwei Jahren

Das Theater belastete die Beziehung Möllers zu den Frankfurter Fans nachhaltig, auch bei seiner Rückkehr 2003 sprach Präsident Peter Fischer von "verbrannter Erde". Bevor er die Rückhol-Aktion beschloss, führte er Gespräche mit Fangruppen, um vorher die Wogen zu glätten. Und dann endete auch die Versöhnung im Streit, Möller beendete seine Karriere gegen den Willen der Frankfurter Verantwortlichen nach einem Jahr, Manager Gerster und der damalige SGE-Coach Willi Reimann griffen sich gegenseitig öffentlich an.

Vor zwei Jahren zog der Weltmeister von 1990 letztmals den Zorn der Frankfurter Fans auf sich, als er vor dem Pokalfinale gegen Borussia Dortmund jegliche Verbindung zur Eintracht abwies.

"Zur Eintracht habe ich keine Verbindung, mit Frankfurt habe ich nichts zu tun", so Möller damals. Geht es nach der Fanszene, soll das auch so bleiben.

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