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München - In den nächsten Monaten geht es um die Zukunft von Hasan Salihamidzic. Der Sportdirektor selbst will beim FC Bayern bleiben - als Sportvorstand?

Mit vielen Veränderungen im Kader hat sich Hasan Salihamidzic zuletzt um die Zukunft des FC Bayern gekümmert. Seit Montag 18 Uhr ist das Transferfenster zu.

Nun gibt der Sportdirektor in Sachen eigener Zukunft Volldampf. Sein Vertrag läuft im Juni 2020 aus. Wie geht es mit Salihamidzic weiter? SPORT1 klärt die wichtigsten Fragen.

Was will Salihamidzic?

Beim FC Bayern bleiben und wohl am liebsten zum Sportvorstand befördert werden. "Ich fülle schon jetzt als Sportdirektor das Aufgabenfeld eines Sportvorstandes aus", sagte Salihamidzic im Interview mit dem kicker.

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Einmal mehr machte der Ex-Profi deutlich, dass er zukünftig, bliebe er Sportdirektor, nicht unter einem Sportvorstand arbeiten werde.

Hängt seine Zukunft mit der von Oliver Kahn zusammen?

Nach SPORT1-Informationen nicht. Im kicker sagte Salihamidzic auf die Frage, wie deren Zusammenarbeit aussehen werde: "Das werden wir noch besprechen, aber es wird so oder so eine gute Geschichte mit uns beiden werden (…) Jetzt betreten wir eine neue Arbeitsebene. Darauf freue ich mich."

Vereinsintern geht man aktuell davon aus, dass Kahns Aufgaben zunächst nicht die eines Sportvorstandes sein werden. Kahn ist designierter Nachfolger von Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge und beginnt seine Arbeit im Verein ab Januar 2020.

Laut Präsident Uli Hoeneß sei Kahn "flexibel" einsetzbar. Der 50-Jährige wird sich in den ersten Monaten einen dezidierten Überblick im Verein verschaffen, Abläufe kennenlernen – vor allem an der Seite von Rummenigge. Ebenso möglich ist, dass er als früherer Welttorwart an Auslandsreisen teilnimmt und dabei hilft, neue Märkte zu erschließen. 

Würden sich die Aufgaben von Salihamidzic als Sportvorstand ändern?

Nicht komplett. Salihamidzic wäre weiterhin dafür verantwortlich, sich vor allem um die Mannschaft und Transfers zu kümmern - auch um die Talentförderung am Bayern-Campus.

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Der neue Posten wäre aber ein Aufstieg für ihn – in Sachen Prestige und Gehalt. Möglich wäre, dass sich Salihamidzic als Sportvorstand Unterstützung für das operative Geschäft holen würde. Aktuell hat er bei Transfers bis zu 25 Millionen Euro freie Hand. Wird es teurer, schalten sich Rummenigge und Hoeneß ein. In neuer Rolle könnten sich seine Befugnisse ausweiten. Zuletzt hatte Matthias Sammer diese Rolle bei den Bayern inne (2012-2016).

Wer entscheidet über seine Zukunft?

Da er laut eigener Aussage weitermachen will, liegt die Entscheidung nun bei den Bayern-Bossen. Eine Verlängerung seines Vertrags als Sportdirektor fiele in den Aufgabenbereich von Rummenigge.

Wird Salihamidzic zum Sportvorstand befördert, entscheidet der Aufsichtsrat darüber. Noch-Präsident Uli Hoeneß hält dort noch den Vorsitz, wird ihn aber auf der nächsten Sitzung abgeben. Hoeneß behält bis 2023 jedoch sein Mandat im Aufsichtsrat, könnte also über die Zukunft von Salihamidzic auch danach mitentscheiden.

Welche Folgen hat Hoeneß' Rückzug für ihn?

Erstmal keine. Hoeneß gilt als großer Förderer von Salihamidzic, schob damals auch maßgeblich dessen Verpflichtung als Sportdirektor an.

Operativ könnte ihn Hoeneß weiterhin durch sein Mandat im Aufsichtsrat unterstützen. Beide wollen und werden auch nach seinem Rückzug als Präsident im Austausch bleiben. Im kicker sagte Salihamidzic: "Mein erster Ansprechpartner ist Karl-Heinz Rummenigge, und der bleibt zum Glück noch eine Weile."

Wann wird über die Zukunft von Salihamidzic entschieden?

Hoeneß machte auf seiner Abschieds-PK am vergangenen Freitag deutlich, dass man sich auf der nächsten Aufsichtsratssitzung darüber unterhalten werde - diese könnte schon vor der Jahreshauptversammlung im November stattfinden oder erst im Dezember.

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Noch seien laut Salihamidzic keine Gespräche geführt worden. Wahrscheinlich ist, dass diese aber bereits vor der nächsten Aufsichtsratssitzung stattfinden - auch mit Salihamidzic, der mit Hoeneß und Rummenigge ohnehin in engem Austausch steht.

Welche Lösung ist wahrscheinlich?

Die seines Verbleibs.

"Im Verein wird er sehr positiv gesehen", sagte Hoeneß zuletzt. Dass er kommenden Sommer gehen muss, ist unwahrscheinlich – Stand jetzt.

Hoeneß und Rummenigge gaben ihrem Ex-Spieler die Chance, von Null auf Hundert als Bayern-Sportdirektor durchzustarten und übertrugen ihm viel Verantwortung.

Fehler erlaubten sie ihm bislang, standen ebenso mit Rat und Tat zur Seite – wie zuletzt bei der erfolgreichen Leihe von Philippe Coutinho. Würde Salihamidzic zum Sportvorstand ernannt, dessen Transferbemühungen trotz viel Fleiß aber auch durchaus kritisch gesehen werden (intern wie extern), wäre es allerdings eine Überraschung.

Es wäre das klare Zeichen der Bosse, ihn weiterhin stärken zu wollen, nachdem sie ihn zuletzt immer wieder öffentlich verteidigten. 

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