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Leipzig - Lukas Klostermann mischt mit Tabellenführer RB Leipzig die Bundesliga auf. Bei SPORT1 spricht er über seinen rasanten Aufstieg, Julian Nagelsmann und den DFB-Keeper-Zoff.

Lukas Klostermann ist einer der Gewinner des DFB-Umbruchs und Joshua Kimmichs Versetzung auf die Sechser-Position. Der Rechtsverteidiger von Tabellenführer RB Leipzig ist im Moment bei der Nationalmannschaft gesetzt.

2014 wechselte Klostermann für eine Millionen Euro Ablöse vom VfL Bochum zu RB Leipzig in der 2. Bundesliga. Danach begann ein steiler Aufstieg, der noch lange nicht enden soll. "Ich hoffe, das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange", sagt der 23-jährige im Gespräch mit SPORT1 vor dem Kracher am Wochenende gegen den FC Schalke (Bundesliga: RB Leipzig gegen FC Schalke 04 samstag ab 15.30 Uhr im LIVETICKER)

Klostermann spricht zudem über seinen neuen Trainer Julian Nagelsmann, seine Ziele mit RB Leipzig und äußert sich zum Wirbel um das Keeper-Duell Manuel Neuer gegen Marc-André ter Stegen.

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SPORT1: Herr Klostermann, im Moment läuft es ja richtig gut bei Leipzig und in der Nationalmannschaft. Sind Sie schon da, wo Sie sein wollen?

Klostermann: Ich hoffe, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist, sondern dass es noch weiter geht. Dafür gebe ich auch Tag für Tag alles und versuche, mich weiterzuentwickeln, um nach Möglichkeit noch besser zu werden.

SPORT1: Von der 2. Bundesliga in die Champions-League und die Nationalmannschaft in wenigen Jahren - wie haben Sie diesen Aufstieg erlebt?

Klostermann: Dadurch, dass es immer Schlag auf Schlag geht und man keine langen Ruhepausen hat, fehlt für eine Reflexion ein bisschen die Zeit. Auf der anderen Seite ist das auch nicht schlecht. Man schaut immer nach vorne auf das nächste Spiel.

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SPORT1: Auf der Rechtsverteidiger-Position gelten Sie in der Nationalmannschaft so gut wie gesetzt. Wie fühlt sich das an?

Klostermann: Für mich war der Schritt in die Nationalmannschaft natürlich etwas ganz Besonderes. Darauf habe ich all die Jahre im Verein und in den Junioren-Nationalmannschaften hingearbeitet. Für mich ist das aber auch Ansporn, längerfristig dazuzugehören und Verantwortung zu übernehmen.

Klostermann will Titel gewinnen

SPORT1: Welche Ziele wollen Sie noch erreichen?

Klostermann: Natürlich möchte man in seiner Karriere auch mal einen Titel gewinnen, deswegen gilt es dafür weiterhin Gas zu geben und dadurch die ganz großen Ziele zu erreichen.

SPORT1: Welchen Titel wäre Ihnen am liebsten?

Klostermann: Ich habe da keinen speziellen Wunsch. Ich würde mich freuen, wenn es erst einmal mit einem losgeht und dann mal schauen, wo die Reise hingeht.

SPORT1: In der Meisterschaft steht Leipzig ungeschlagen auf Platz eins. Was läuft dieses Jahr anders? (DATENDCENTER: Die Tabelle der Bundesliga)

Klostermann: Wir hatten einen guten Start, aber wir wissen immer noch ganz genau, wie viel Potenzial wir noch haben. In den Videoanalysen nach dem Spiel finden wir immer Punkte, die wir noch verbessern können. Für die Saison ist diese Erkenntnis wichtig, damit wir nicht glauben: Wir haben noch kein Spiel verloren, das läuft von allein.

SPORT1: Kann Leipzig schon in Richtung Meisterschaft zu schauen?

Klostermann: Das finde ich noch etwas weit hergeholt nach den paar Spieltagen. Es war ein guter Start, mehr aber auch nicht. Es kommen noch harte Wochen und Monate auf uns zu. Ziel ist einer der vorderen Plätze. Es liegt nur an uns, welcher das sein wird.

SPORT1: Welche neuen Impulse hat Julian Nagelsmann gesetzt?

Klostermann: Natürlich hat jeder seinen Teil zum guten Start beigetragen. Der Trainer und der Sportdirektor konnten neue Impulse und andere Herangehensweisen mit einbringen. Gerade beim Spiel mit dem Ball haben wir neue Eindrücke und neue Varianten bekommen.

"Nagelsmann hat an ein paar Stellschrauben gedreht"

SPORT1: Mit Markus Krösche und Nagelsmann kam im Sommer eine neue sportliche Führung. Sind Sie überrascht, dass es schon so gut läuft?

Klostermann: Überrascht bin ich nicht. Aber durch die neuen Eindrücke und Vorgaben kann noch nicht alles perfekt laufen. Als Spieler ist es aber schön zu sehen, wenn die Ergebnisse trotzdem stimmen. Der Kern der Mannschaft ist zusammen geblieben, das merkt man. Durch die neuen Spieler werden einzelne Impulse gesetzt, die der Mannschaft gut tun und uns variabler machen.

SPORT1: Leipzig wirkt in dieser Saison weiter gereift, eine Führung in Bremen wird auch mal souverän zu Ende gespielt. Hat Nagelsmann das in die Mannschaft gebracht?

Klostermann: Ein Stück weit schon, aber wir haben auch schon in der letzten Saison als Mannschaft cleverer agiert, viele Spiele auch mal knapp gewonnen. Das ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen geschieht. Wir haben unsere Erfahrungen gemacht und der Trainer hat an ein paar Stellschrauben gedreht.

SPORT1: In der ersten Champions-League-Saison hatte Leipzig nach Spielen in der Köngisklasse in der Bundesliga oft Probleme. Ist es ein Vorteil, dass man die Dreifachbelastung jetzt schon kennt?

Klostermann: Das Empfinden als "Dreifachbelastung" ist falsch, weil ja das genau unser Ziel ist: Jedes Jahr international dabei zu sein, möglichst viele Spiele zu machen. Der Trainer hat das auch betont. Die internationalen Spiele sollte man als Belohnung für die letzte Saison empfinden. Man hat in allen Spielen gesehen, wie viel Bock wir hatten. Natürlich ist das ab und zu etwas schwerer, aber da muss man sich überwinden.

SPORT1: Sind Eintracht Frankfurts Europa-League-Auftritte der letzten Saison da ein bisschen Vorbild?

Klostermann: Ja, die Eintracht hat das letzte Jahr sehr gut gemacht. Wir wollen aber unseren eigenen Weg gehen.

Neuer gegen ter Stegen? "Unnötig heiß gekocht"

SPORT1: Was ist in der Champions League möglich? Leizpig hätte durchaus eine schwerere Gruppe erwischen können...

Klostermann: Wir würden uns freuen, wenn wir in der Champions League überwintern könnten. Eine leichte Gruppe gibt es aber nicht. Wer das so sieht, ist absolut auf dem Holzweg. Das sind alles Mannschaften, die sich die Champions League verdient haben, das wissen wir einzuschätzen. (DATENCENTER: Die Gruppen der Champions League)

SPORT1: Jetzt kommen erst einmal die gut gestarteten Schalker nach Leipzig - was erwartet Sie am Samstag?

Klostermann: Einen extrem lauf- und kampfstarken Gegner. In einigen Szenen, die wir uns angeschaut haben, sieht man die klaren Abläufe und einen Plan. Sie sind gewillt, alles reinzuschmeißen, was sie haben. Das wird eine schwierige Aufgabe, aber wir werden uns gut vorbereiten und hoffentlich die drei Punkte in Leipzig behalten.

SPORT1: Uli Hoeneß hat beim Torhüter-Thema in der deutschen Nationalmannschaft für reichlich Zündstoff gesorgt Wie sehen Sie den Konflikt?

Klostermann: Die ganze Thematik wird unnötig heiß gekocht. Ich glaube, dass wir in Deutschland sehr viele gute Torhüter haben. Das ist Fluch und Segen zugleich, da ja nur einer spielen kann. Wenn sich da jeder einmischt, schadet das am Ende nur der Mannschaft. Dazu ist alles gesagt. Am Ende entscheidet der Trainer.

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