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Der BVB und Leipzig sind dem FC Bayern derzeit voraus. Das größte Geschenk der Bundesliga ist für SPORT1-Chefkolumnist Tobias Holtkamp aber der SC Freiburg.

Hallo Bundesliga-Freunde,

an Niko Kovac scheiden sich die Geister. Es gibt nicht wenige in der Branche, die freuen sich, dass er auch in dieser Saison wieder Bayern-Trainer ist - weil die Liga dadurch spannend bleibt. Unter Kovac, urteilte ein Ex-Spieler des FC Bayern neulich am Rande des Länderspiels in Hamburg, würden sie immer schlagbar bleiben und auf gar keinen Fall der Konkurrenz enteilen. Dafür wäre seine Arbeit "einfach zu gewöhnlich".

Die Saison wird zeigen, ob Kovac die Bayern, zumindest national, wieder zum Nonplusultra coacht. Mit so einem Punktepolster, dass der Fokus im Frühjahr den wichtigen Partien in der Champions League gelten kann. Darum geht's in München. (Der Spielplan der Champions League)

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Nach vier Spieltagen liegt Kovacs Super-Kader hinter den Erwartungen zurück. Leipzig und Dortmund sind ihren Ansprüchen entsprechend in die Saison gestartet und den Bayern voraus. (Die Tabelle der Bundesliga)

Aber die beste Arbeit liefert bisher ein Verein, der bei allem Gerede über Coutinho und Co. tatsächlich das allergrößte Geschenk ist für die Bundesliga - der SC Freiburg. Was der kleine Verein aus dem Schwarzwald seit Jahren zeigt und vor allem immer wieder bestätigt, wie sie in allen Bereichen kontinuierlich arbeiten und wachsen, das ist einzigartig im deutschen Fußball und verdient jedes Lob.

Dass der Sport-Club Mitte September 2019 in der Bundesliga auf Platz drei steht, vor dem FC Bayern, hat mit Glück oder Zufall nichts zu tun. Es ist verdient. Die Freiburger Statistikwerte sind auf Top-Niveau. Ein aktuelles Beispiel: Keine andere Bundesliga-Mannschaft kassierte weniger Gegentore als das Team von Christian Streich, nur drei.

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Doch das Gesamtbild ist noch bedeutender als der Moment. In der vierten Saison nach dem Bundesliga-Aufstieg 2016 ist der SC Freiburg eine echte Bundesliga-Größe. Sie haben mit Luca Waldschmidt, 23, den für viele Experten stärksten deutschen Mittelstürmer der nächsten Jahre unter Vertrag. Ein möglicher Verkauf nach der Saison würde über 20 Millionen Euro in die Kasse spülen, wie schon 2018 der Transfer von Caglar Söyüncü, damals 22, nach Leicester.

Sportvorstand Jochen Saier und Cheftrainer Christian Streich, jetzt in seiner neunten Saison, stören sich wenig an den Abgängen. Sie freuen sich über die daraus resultierenden Möglichkeiten und hatten bisher immer Lösungen parat, die die Mannschaft sogar verstärkten.

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Dass Saier vor zwei Wochen Vincenzo Grifo fest aus Hoffenheim verpflichten konnte, für sieben Millionen Euro Ablöse, war wieder so ein nächster Schritt, ein Zeichen auch. Und dass sie dann Hoffenheim schlagen, 3:0, ohne Grifo, den der abgebende Verein für das Spiel gesperrt hatte - was für ein feiner, besonderer Erfolg.

Wenn es darum geht, aus den bestehenden Möglichkeiten das Maximum herauszuholen, macht dem SC in der Liga keiner etwas vor. Klar, den Druck der Bayern oder vom BVB, den kennen sie nicht in Freiburg. Aber am Ende geht's eben um guten Fußball - und den kennen sie. Und können sie.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp ab sofort als Chef-Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".

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