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Florian Kohfeldt war mit der Schiedsrichterleistung alles andere als zufrieden © Getty Images
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Berlin - Werder Bremen gewinnt ein verrücktes Elfmeter-Festival bei Union Berlin und klettert in der Tabelle. Schiedsrichter-Entscheidungen sorgen für Irritationen.

Trotz erneuter Verwirrung um den Videobeweis hat ein stark ersatzgeschwächtes Werder Bremen Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin niedergekämpft. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Bei den Köpenickern gewannen die Hanseaten am Samstag ein hitziges Spiel mit 2:1 (1:1) und beendeten damit den Berliner Höhenflug der Berliner, die vor der Länderspiel-Pause Vizemeister Borussia Dortmund geschlagen hatten.

Nach einem Fehlstart in die Liga war es für die Bremer der zweite Erfolg in Serie. Niclas Füllkrug (55.) erzielte den Siegtreffer. 

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Drei Elfmeter und zwei Platzverweise

Davor war Videoassistent Bastian Dankert zum Hauptdarsteller avanciert. Er gab gemeinsam mit Schiedsrichter Tobias Welz früh zwei Elfmeter, ließ sich mit der Entscheidung jedoch teils minutenlang Zeit.

"Schieber, Schieber"-Rufe schallten nach dem Schlusspfiff durch die Alte Försterei. Welz und seine Assistenten verschwanden auf dem schnellsten Weg in den Katakomben. Die Spieler von Union Berlin diskutierten erregt, Werder-Trainer Florian Kohfeldt klatschte dagegen lächelnd seine Spieler ab.

"Es war ein bisschen zu viel Reklamieren und Diskutieren - von allen Seiten", sagte Berlins Christopher Trimmel: "Es war ein schwieriges Spiel, auch für den Schiedsrichter."

Erst verwandelte Bremens Davy Klaassen (5.) einen Foulelfmeter, bevor Union-Stürmer Sebastian Andersson (14.) einen Strafstoß nach Handspiel einnetzte. Erst einmal gab es in der Bundesliga zu einem früheren Zeitpunkt zwei Elfmeter, 1989 bei der Partie VfL Bochum gegen Waldhof Mannheim (2:3) in der fünften und achten Minute.

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Auch unmittelbar vor dem Füllkrug-Tor gaben Dankert und Welz einen Foulelfmeter, den Union-Keeper Rafal Gikiewicz (55.) parierte. Die anschließende Ecke nutzte Füllkrug dann zum Siegtreffer.

Berlins Verteidiger Neven Subotic (89.) und Bremens Mittelfeldspieler Nuri Sahin (90.+1) sahen in der Schlussphase die Gelb-Rote Karte. 

"Die erste Gelbe Karte müssen wir nicht diskutieren", meinte Sahin nach dem Spiel. "Bei der zweiten hat der Schiedsrichter es so verstanden, dass ich die Zeit verzögere. Das wollte ich nicht. Ich schieße den Ball ja nicht weg, ich halte den Ball ja im Spiel, ich kann das nicht wirklich verstehen."

Werder-Trainer Florian Kohfeldt sah daraufhin die Gelbe Karte, was er nicht nachvollziehen konnte: "Da wird ein Spieler von mir drei Meter vor mir in die Bande gerammt. Die ganze Bank springt auf und ich kriege dann Gelb. Mit den Worten: Ich gebe dem Spieler jetzt Gelb-Rot, deshalb gebe ich Ihnen Gelb. Da muss ich mich leider kaputtlachen."

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Vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei hatte sich Union noch nicht richtig sortiert, da gab es schon den ersten Aufreger.

Nach einem Solo über die linke Seite flankte Werder-Neuzugang Leonardo Bittencourt auf Klaassen, der im Strafraum zu Fall kam.

Schiedsrichter Welz entschied sofort auf Elfmeter, musste anschließend dennoch länger Rücksprache mit dem Videoassistenten Dankert halten, bevor er Elfmeter gab und Klaassen zur Führung traf.

Union schlägt zurück

Die Gastgeber rannten in der Folge mutig an, versuchten den Schock des frühen Rückstands schnell abzulegen - und es gelang.

(SERVICE: Spielplan Bundesliga)

Nach einer Berliner Ecke sprang Bremens Innenverteidiger Christian Groß der Ball an die Hand. Das Spiel lief kurz weiter, ehe Welz nach Intervention des VAR auf den Handelfmeter entschied, der Union den Ausgleich bescherte. 

Die Bremer Offensivreihe wurde, genauso wie ihr Berliner Gegenstück, aus dem Spiel heraus in dieser Phase nicht wirklich gefährlich.

Die Konfusion um die beiden Elfmeter schien ihre Spuren hinterlassen zu haben. Erst kurz vor der Halbzeit kam wieder Schwung in die Partie.

Johannes Eggestein (36.), dessen Bruder Maximilian kurzfristig wegen Rückenproblemen abgesagt hatte, und Bittencourt (43.) hatten zwei gute Gelegenheiten für Werder, bei Union verzog Ex-Bremer Anthony Ujah aus spitzem Winkel.

Wilde Schlussphase 

Komplett war das Videobeweis-Chaos nach der Halbzeit, als Union-Kapitän Christopher Trimmel Werder-Verteidiger Theodor Gebre Selassie im Strafraum am Trikot hielt.

Im Stadion war das Vergehen kaum zu sehen, erst als sich Dankert aus Köln meldete, gab es Elfmeter.

Den konnte Gikiewicz zwar halten, die nachfolgende Ecke von Nuri Sahin verwertete Füllkrug trotzdem zur Führung. Im Anschluss drängte Union auf den abermaligen Ausgleich, doch auch die Bremer ließen nicht nach.

Werder Bremen verbessert sich durch den Auswärtsieg vorerst auf den neunten Tabellenplatz, während Union Berlin auf den 13. Tabellenplatz abrutscht.

(SERVICE: Tabelle)

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