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München - Ausgerechnet gegen den BVB liefert Alphonso Davies auf ungewohnter Position seine beste Leistung im Bayern-Dress ab. Extra-Lob gibt es von Uli Hoeneß.

Wie immer schlenderte Alphonso Davies nach Abpfiff durch die Mixed Zone: Der Blick nach unten gerichtet, der Gang lässig schlendernd.

Sagen wollte er, wie so oft, nichts. Dafür ließ er auf dem Platz Taten sprechen, denn bei der 4:0-Gala gegen Borussia Dortmund lieferte Linksverteidiger Davies seine bisher beste Leistung im Bayern-Dress ab (SPORT1-Note 1,5).

"Er hat ein super Spiel gemacht. Dass das Potenzial da ist, wussten wir alle. Er ist eine absolute Maschine. Wir können uns in Zukunft sicher über ähnliche Auftritte freuen", schwärmte Leon Goretzka bei SPORT1.

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Davies bremst BVB-Star Sancho aus

Davies' überragende Werte gegen die Dortmunder: 74 Prozent Zweikampfquote, 92 Prozent Passquote, 37 Sprints. Beim 1:0 durch Robert Lewandowski presste er ganz vorne entscheidend mit. BVB-Diamant Jadon Sancho schaltete er fast im Alleingang aus, sodass dieser bereits nach 36 Minuten ausgewechselt wurde.

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"Er ist schnell, hat enormen Speed, das hat man heute gesehen. Gerade gegen Hakimi oder Sancho ist es nicht ganz so einfach zu spielen, aber er hat beide wirklich sehr gut im Griff gehabt, ihm ist keiner davongelaufen", lobte Bayern-Coach Hansi Flick, der seinem Youngster "eine tolle Entwicklung" bescheinigte.

Ein noch größeres Lob für Davies gab es von alleroberster Stelle.

Hoeneß: Bayern-Juwel Davies wird weltklasse

"Er wird weltklasse!", prophezeite Uli Hoeneß nach dem Spiel im Gespräch mit SPORT1. Auch dem Noch-Präsidenten ist nicht entgangen, welche Fortschritte der 19-Jährige in den vergangenen Wochen gemacht hat.

Geholt wurde Davies im Januar ursprünglich für die linke offensive Außenbahn. Ex-Trainer Niko Kovac funktionierte ihn aufgrund der Konkurrenz und vor allem wegen seiner Physis und Schnelligkeit zum Linksverteidiger um. Gegen den BVB spielte er auf dieser Position zum fünften Mal in Folge durch.

Seine Markenzeichen am Samstagabend: in den Zweikämpfen bärenstark, nach vorne mit klaren Bällen. Nur ab und an hatte er kleinere Wackler, wenn er sich nicht schnell genug vom Ball trennte.

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Auch Ribéry schwärmt von Davies

Auffällig war jedoch, wie sein Zusammenspiel mit Kingsley Coman harmonierte. In den Spielen zuvor war das nicht immer der Fall. Diesmal halfen sich die beiden, wo es nur ging.

Auch Ex-Bayern-Star Franck Ribéry, der im Stadion war, zeigte sich beeindruckt. Der Franzose prägte jahrelang die linke Seite der Münchner im Zusammenspiel mit David Alaba.

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"Er hat es super gemacht und super gespielt. Ich freue mich für ihn. Er ist noch jung, nicht erfahren. Wenn du dann gegen Dortmund spielst, hast du viel Druck. Er hat alles gut gemacht. Aber die ganze Mannschaft hat gut gespielt", lobte Ribéry Davies im Gespräch mit SPORT1. Erinnerte ihn der kanadische Nationalspieler an den jungen Alaba? "Ich frage ihn", scherzte Ribéry.

Gut möglich, dass Alaba seinem alten Kumpel noch etwas mehr über Davies erzählt, als das, was die Medienvertreter nach dem Spiel zu hören bekamen - auch wenn Alaba schon da ins Schwärmen geriet. Davies habe bewiesen, "dass er ein Riesentalent ist und sehr großes Potenzial hat. An ihm werden wir sicherlich noch sehr viel Freude haben", kündigte der Österreicher an.

Davies profitiert von Abwehrsorgen

Tatsächlich profitiert Davies derzeit vor allem davon, dass Alaba aufgrund vieler Verletzungen in der Innenverteidigung aushilft und gegen den BVB ebenfalls glänzte (SPORT1-Note 1,5).

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Da Niklas Süle (Kreuzbandriss) und Lucas Hernández (Innenband-Teilruptur) noch wochenlang ausfallen und Interimstrainer Hansi Flick auf eine eingespielte Viererkette setzt, steigen die Chancen, dass auch der Kanadier in der Startelf bleibt.

"Phonzie hat schon seit Januar gezeigt, dass er hier mitspielen kann", erklärte Hasan Salihamidzic auf SPORT1-Nachfrage.

"Dass er nach fünf Spielen so eine Weltklasse-Leistung bringt, ist nicht überraschend, aber dass so ein junger Mann so dominant spielt, ist für uns alle gut", schwärmte der Sportdirektor, der aber zugleich mahnte: "Er hat riesige Qualitäten, aber er kann sich noch verbessern. Er muss noch viel an sich arbeiten. Wir passen ganz genau auf, dass er auf dem Boden bleibt. Das ist das Wichtigste."

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