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München - Borussia Dortmund hat momentan vor allem ein Problem: Schwache Leistungen in der Fremde. Doch woran liegt das? SPORT1 macht den Datencheck.

Zu Hause ist es immer noch am schönsten.

Auf welche Mannschaft sollte dieses Sprichwort mehr zutreffen als auf Borussia Dortmund? Praktisch immer ist der Signal Iduna Park ausverkauft, über 80.000 Zuschauer. Die Südkurve ist weltberühmt. Die Gelbe Wand, fast schon ein Mythos.

Heimspiele werden in Dortmund eher zelebriert als gespielt und das zeigt das Team auch auf dem Platz. In dieser Spielzeit hat der BVB keine der neun Partien vor den eigenen Fans verloren, sieben wurden gewonnen. Das Problem ist nur, dass die Borussia in der Fremde ein komplett anderes Gesicht zeigt.

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Keine Frage der Mentalität

"Wir müssen auswärts viel besser sein", sagte Mats Hummels zuletzt nicht umsonst. Als Gast konnte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre nur drei der neun Spiele gewinnen. Drei weitere endeten unentschieden, drei gingen verloren.

Saisonübergreifend kamen acht der zehn Niederlagen unter Favre auswärts zustande. Die große Schwäche der Dortmund ist kein neues Phänomen. Doch woran liegt es? SPORT1 macht den Datencheck.

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Beim Blick auf die Zahlen fällt zunächst auf, dass Zweikampfwerte und Passquote nicht das Problem sind. Zu Hause gewinnt der BVB 51 Prozent der Duelle (Quelle: Opta), auswärts sogar ein Prozent mehr. Die Passquote liegt in beiden Fällen bei 86 Prozent.

Die Diskussionen um die mangelnde oder fehlende Mentalität stützen diese Zahlen also nicht.

Die Offensive ist das Problem

Interessant sind die Werte des Ballbesitzes. In der Heimat kommen die Schwarz-Gelben durchschnittlich auf 54 Prozent. Auswärts sind es ganze 62 Prozent. Erstaunlich!

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Die Quote wird allerdings vor allem durch drei Spiele in die Höhe getrieben. Beim KFC Uerdingen, bei Union Berlin und beim 1. FC Köln kam der BVB jeweils auf 74 Prozent Ballbesitz. Das einzige Gastspiel dieser Saison, in dem die Borussia nicht das spielbestimmende Team war, war das in München (40 Prozent). 

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Der hohe Ballbesitz könnte sich zum Teil auch dadurch erklären, dass der BVB ab und an einem (frühen) Rückstand hinterherlaufen musste und der Gegner sich daher zurückzog. In jedem Fall ist er kein Indikator für ein zwingendes Angriffsspiel, denn dort wirkte Dortmund als Gast viel zu oft einfallslos und berechenbar.

Das zeigt sich auch darin, dass sich das Team von Favre in fremden Stadien deutlich weniger Großchancen erspielt (zwei im Durchschnitt) als im eigenen (vier). Zudem weißen die Schwarz-Gelben mit 15 Prozent eine schlechtere Chancenverwertung auf als zu Hause (20 Prozent).

So kommt es, dass Dortmund auswärts nur 1,3 Tore im Schnitt erzielt. Im Signal Iduna Park sind es deren 2,4.

Vor heimischem Publikum ist das Dortmunder Spiel zwingender und geradliniger, zudem schüchtert die Kulisse manche Gäste vielleicht ein.

Hummels: "Dann werden wir nicht Meister"

So lässt die Borussia durchschnittlich weniger Schüsse zu (10) als auswärts (13), wo man auch deutlicher weniger Gegentore kassiert (0,7 zu 1,6).

Hummels, der dem Team Stabilität verleihen und mit seiner Erfahrung helfen sollte, brachte es auf den Punkt: "Wenn wir weiter auswärts so spielen, dann werden wir nicht Meister. Punkt."

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