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München - Der FC Bayern sendet ein Zeichen an die Konkurrenz. Im Top-Spiel dominieren die Münchner Borussia Dortmund nach Belieben. Müller und Lewandowski gelingt historisches.

Uli Hoeneß hielt es in seinem letzten Spiel als Präsident von Bayern München nicht mehr auf seinem Sitz, die Zuschauer sangen "Oh, wie ist das schön" und "deutscher Meister wird nur der F-C-B".

Sie alle begeisterten sich an einem verdienten 4:0 (1:0), mit dem die Mannschaft von Interimstrainer Hansi Flick den erschreckend mutlosen und völlig chancenlosen Erzrivalen Borussia Dortmund in einem verblüffend einseitigen Klassiker zum wiederholten Male deklassierte.

"Wir haben nach zehn Minuten klar gemacht, dass wir hier gewinnen wollen. Man hat gesehen, dass wir da waren", sagte Thomas Müller, der zwei der vier Treffer auflegte und nun bei 101. Liga-Vorlagen steht, bei Sky.

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Nichts zu sehen vom "Männerfußball", den Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc gefordert hatte. "Das war heute ehrlicherweise überhaupt kein Fußball. Ich bin konsterniert. Bayern München war in allen Belangen überlangen", antwortete Zorc auf seine Forderung angesprochen. "Wir haben alles vermissen lassen. Bayern hat auch in der Höhe verdient gewonnen. Wir hatten uns viel vorgenommen für dieses Spiel und dann eine Nicht-Leistung geboten. Wir sind einfach enttäuscht. Wir haben es den Bayern viel zu einfach gemacht.“

Die Bayern verzeichneten 18 Torschüsse, die Dortmunder nur einen. "Das ist eine große Enttäuschung, viele Spieler waren nicht da. Die Bayern waren besser", sagte Dortmunds Trainer Lucien Favre.

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Flick bleibt Cheftrainer

Unter dem Eindruck des klaren Sieges betonte derweil Münchens Klubchef Karl-Heinz Rummenigge, der FC Bayern werde vorerst "in aller Ruhe" mit Interimstrainer Flick weitermachen, er werde auch beim nächsten Spiel am 23. November bei Fortuna Düsseldorf auf der Bank sitzen. Gute Argumente dafür hat Flick jedenfalls gesammelt.

Robert Lewandowski (17./76.), Serge Gnabry (47.) und ein Eigentor des unglücklich agierenden Mats Hummels (79.) entschieden ein Spiel, in dem sich die Gäste nach gutem Beginn vom ersten Gegentor völlig aus der Bahn werfen ließen - danach ergab sich der BVB wie beim 0:5, 0:6, 1:4 und 1:5 in den vergangenen vier Jahren mehr oder weniger seinem Schicksal.

Vom mutigen Auftreten, das die Dortmunder versprochen hatten, war nichts zu sehen. Nach dem frühen Gegentor wirkten sie vielmehr eingeschüchtert wie das Kaninchen von der Schlange.

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Bayern schlägt eiskalt zu

Im zweiten Pflichtspiel nach der Trennung von Trainer Niko Kovac nutzten Benjamin Pavard mit schöner Flanke und Lewandowski per Kopf gleich die erste Unachtsamkeit der Dortmunder Abwehr geistesgegenwärtig aus. Auch der Hummels, der im vergangenen April überragender Münchner beim 5:0 gegen seinen jetzigen Klub war, ließ sich überraschen.

Nur 65 Sekunden nach der Pause traf Gnabry bei einem Konter, das Tor wurde erst nach Videobeweis von Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) anerkannt. Bei Lewandowskis zweitem Treffer war der BVB längst chancenlos.

Flicks Plan geht auf

Der Plan von Flick, hinten erst mal die Null zu halten, ging dagegen auf: Der Rekordmeister zog sich schnell zurück, stand dann sicher an seinem eigenen Strafraum und unterband die Spielzüge der Borussen energisch. Kam hinzu, dass es dem BVB gegen konsequente Münchner an Durchschlagskraft mangelte.

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Das erste Tor von Lewandowski, der mit seinem Treffer 15 und 16 im elften Saisonspiel den Rekord von Gerd Müller aus der Spielzeit 1968/1969 übertraf, spielte den Bayern in die Karten: Die Bayern rissen das Spiel an sich und erhielten phasenweise Szenenapplaus vom lange nicht verwöhnten Publikum.

Hummels dagegen musste seine Mitspieler mit Gesten dazu auffordern, den Kopf wieder hochzunehmen und die Brust rauszustrecken. Nach dem Spiel trösteten die Münchner ihren ehemaligen Mitspieler.

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