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Sinsheim - Achim Beierlorzer feiert beim Wiedersehen mit der TSG Hoffenheim einen gelungenen Einstand als Mainz-Trainer. Dabei spielt sein Team eine Hälfte in Unterzahl.

Zehn Mainzer "Mentalitätsmonster" haben ihrem neuen Trainer Achim Beierlorzer einen traumhaften Einstand beschert.

Trotz einer Hälfte in Unterzahl holte der FSV Mainz 05 im ersten Spiel unter Beierlorzer ein überraschendes 5:1 (1:0) bei der TSG Hoffenheim, die zuvor sechs Pflichtspiele in Folge gewonnen hatte. (SERVICE: Spielplan der Bundesliga)

Noch nie in der Bundesligageschichte hatte eine Mannschaft auswärts vier Tore in Unterzahl geschossen.

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Dank des Dreiers kletterten die Rheinhessen nach dem 12. Spieltag der Bundesliga auf den 13. Platz. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Mainz schießt vier Tore in Unterzahl

"Es war heute unheimlich Leidenschaft von unserer Seite im Spiel. Die Leistung ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Wie wir mit zehn Mann verteidigt haben und auch in der Offensive gespielt haben, war schon unglaublich" sagte Beierlorzer bei Sky.

Bei all der Euphorie wollte der neue Trainer aber nicht seinen Vorgänger vergessen. "Mein Vorgänger Sandro Schwarz hat aber auch einen großen Anteil an diesem Sieg. Ich muss seine Arbeit loben, die Mannschaft hat garantiert auch für ihn gekämpft."

Levin Öztunali (33.), Pierre Kunde (62., 90.+3) und Jean-Paul Boetius (90.) trafen für die Mainzer, bei denen Ridle Baku die Rote Karte wegen groben Foulspiels (45.+2.) sah. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Das ist Rot, da müssen wir nicht diskutieren", gab Beierlorzer zu. "Das darf nicht sein." Dazu kam ein Eigentor von Pavel Kaderabek (52.). Andrej Kramaric (83.) traf für die TSG. Zuvor hatte Hoffenheim in fünf Heimspielen in Folge nicht gegen Mainz verloren.

"Wir haben verdient verloren. Die erste Halbzeit war schon nicht gut und wenn man in Überzahl nicht mehr als ein Tor erzielt, hat man es nicht verdient", sagte TSG-Trainer Alfred Schreuder. "Normalerweise muss es einfacher sein in Überzahl, da musst du viel schneller das Spiel verlagern. Die Favoritenrolle war neu für uns, damit muss man anders umgehen. Ich erwarte mehr von ein paar Spielern, das werden wir analysieren. Abhaken und weiter geht's."

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Beierlorzer hatte am Montag seinen Job beim FSV angetreten. Es war eine der bizarrsten Trainerverpflichtungen in der Bundesliga-Geschichte, da der 51-Jährige nur neun Tage zuvor beim 1. FC Köln entlassen worden war - nach einer Pleite gegen Hoffenheim (1:2). Durch die Länderspielpause verpasste der Coach keine Partie.

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Beierlorzer hatte in Mainz Sandro Schwarz abgelöst. Unter Schwarz hatte der FSV binnen einer Woche zwei Vereins-Negativrekorde aufgestellt. Das 0:8 bei RB Leipzig war die höchste Liga-Niederlage, die folgende Pleite gegen Aufsteiger Union Berlin (2:3) war bereits die achte in der laufenden Saison. So viele Niederlagen hatten die Mainzer an den ersten elf Spieltagen noch nie kassiert.

Wilde Anfangsphase in Sinsheim

Die 23.129 Zuschauer in der Sinsheimer Arena sahen bereits in der 2. Minute die erste große Chance für die Hoffenheimer. Jürgen Locadia konnte den Lapsus des Mainzer Verteidigers Jeremiah St. Juste aber nicht zur Führung nutzen. Auf der Gegenseite vergab Jean-Paul Boetius eine gute Möglichkeit (10.).

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Fünf Minuten später hatten die Mainzer viel Glück. Bei einem Schuss von Sebastian Rudy klärte Kunde auf der Torlinie. Nach dieser Szene bestimmten die Gastgeber das Geschehen. Richtig brenzlig wurde es vor dem Mainzer Tor allerdings erst einmal nicht mehr.

Dazu kamen Nachlässigkeiten der Hoffenheimer in der Abwehr. Beim Treffer von Öztunali sah die gesamte Defensive der Kraichgauer schlecht aus. Mit der Führung im Rücken drängten die Gäste auf das zweite Tor. Allerdings war es Locadia auf der anderen Seite, der per Kopf hätte treffen müssen (42.). Kurz darauf flog Baku wegen seines Fouls an Sebastian Rudy nach Videobeweis vom Platz.

Slapstick-Eigentor von Kaderabek

Zu Beginn des zweiten Durchgangs erhöhten die Hoffenheimer die Schlagzahl. Die dezimierten Mainzer wurden in die Defensive gedrängt.

Das Slapstick-Eigentor von Kaderabek, der beim Klärungsversuch ins eigene Tor köpfte, machte die Bemühungen der TSG erst einmal zunichte. Der starke Kunde baute den Mainzer Vorsprung sogar aus. Kramaric sorgte dann allerdings noch einmal für eine spannende Schlussphase, ehe Boetius und erneut Kunde alle Zweifel am Mainzer Sieg zerstreute.

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