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München - Am Montag trifft sich der Aufsichtsrat des FC Bayern. Ein wichtiger Punkt auf der Agenda ist die wahrscheinliche Beförderung von Hasan Salihamidzic zum Sportvorstand.

Montagabend tagt der Aufsichtsrat des FC Bayern letztmals unter dem Vorsitzenden Uli Hoeneß.

Der Noch-Präsident wird auch diesen Posten am kommenden Freitag auf der Jahreshauptversammlung aufgeben, fortan lediglich als Aufsichtsratsmitglied fungieren.

Einer entscheidenden Personalie scheint sich Hoeneß aber noch angenommen zu haben: Hasan Salihamidzic und dessen Beförderung zum Sportvorstand. Der Vertrag des Ex-Spielers als Sportdirektor läuft noch bis zum Sommer 2020.

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Wie von SPORT1 bereits berichtet, ist die Entscheidung wohl nur noch reine Formsache. Vereinsintern wird längst davon ausgegangen, dass sie spätestens am Freitag offiziell verkündet wird.

Vom Sportdirektor zum Vorstand in knapp zweieinhalb Jahren!

Gang durchs harte Bayern-Stahlbad

Salihamidzic selbst will sich öffentlich nicht in Stellung bringen. "Das liegt nicht in meiner Macht. Das ist die Sache des Aufsichtsrats. Die werden es zu gegebener Zeit mitteilen", teilte er am Samstagabend mit.

Hinter ihm liegen schwierige Transferphasen (Absage von Callum Hudson-Odoi, Verletzung von Leroy Sané) und Unruhen im Verein (Krawall-PK, einvernehmliche Trennung mit Niko Kovac, Umbruch im Kader). "Ich tue alles nach bestem Wissen und Gewissen. Ich habe immer versucht, für den Klub das Beste zu tun. Solche Spiele (4:0 gegen Dortmund, d. Red.) sind gute Bestätigungen", sagte er.

Salihamidzic weiter: "In den letzten zweieinhalb Jahren gab es einige turbulente Zeiten, die wir doch ganz gut gemeistert haben. Auch mit der Transfermarkt-Phase dieses Jahr. Das war viel Arbeit, aber das gehört dazu. Das macht Spaß."

Salihamidzic im Verein geschätzt

Warum die Beförderung?

Intern ist immer wieder zu hören, dass sich Salihamidzic diesen neuen Titel, denn inhaltlich ergeben sich scheinbar erstmal keine großen Veränderungen, verdient habe. Ihm wird Fleiß attestiert, er ist im Verein beliebt. Er ist der Kaderplaner. Er ist dafür verantwortlich, den personellen Umbruch auch voranzutreiben, der längst nicht abgeschlossen ist.

Vor ihm liegen mögliche Transfer-Brocken wie Sané, Kai Havertz oder Alexander Nübel.

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Salihamidzic schärft sein Profil

Öffentlich indes machte er sich zuletzt vereinzelt angreifbar. Etwa mit seinem humoristischen Auftritt nach dem Pokal-Spiel in Bochum. Zuletzt mit seinem Versprecher zur Kovac-Trennung.

Seine Wortwahl in den Katakomben der Stadien hat sich indes merklich geändert. Salihamidzic beschönigte wenig, forderte unlängst, dass "alles" besser werden müsse. Er bezeichnete auch die Kovac-Trennung als richtig.

Der Sportdirektor, das betonen auch Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge immer wieder, ist in allen wichtigen Entscheidungen involviert. Transfers wie der von Alphonso Davies sind ihm zuzuschreiben. Der 19-jährige wurde mit 17 Jahren als Nobody verpflichtet und ist auf dem Weg zum Stammspieler. 85-Millionen-Neuzugang Lucas Hernández wurde vor seinem Wechsel operiert (Innenbandschaden im rechten Knie) und fällt mit einer Teilruptur des Innenbandes am rechten Sprunggelenk wohl bis Ende des Jahres aus. Eine Operation war erneut notwendig. Der Rekord-Transfer lässt sich daher noch nicht bewerten. 

Hoeneß legt sich für Salihamidzic ins Zeug

Wie groß seine interne Unterstützung ist, zeigte der Anruf von Hoeneß im CHECK24 Doppelpass bei SPORT1 am Sonntagmittag. Der Bayern-Boss verteidigte den Ex-Profi vehement und stellte klar: "Gerade in den letzten Wochen, in all diesen Entscheidungen, die da zu treffen waren, war er voll integriert und hat einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet. Mit ihm werden wir beim FC Bayern noch viel Spaß haben."

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Zur wahrscheinlichen Beförderung von Salihamidzic sagte er: "Das ist eine Sache, die im Aufsichtsrat auf der Tagesordnung steht, und nach der Aufsichtsratssitzung können wir genau sagen, was da entschieden wurde. Wir sind ein ziemlich demokratischer Verein."

Fakt ist: Darf sich Salihamidzic ab Montagabend Sportvorstand nennen, wird ihn das stärken. Vom Verein wäre es der größtmögliche Vertrauensbeweis.

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