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Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach ist Spitzenreiter in der Bundesliga. Im SPORT1-Interview spricht Max Eberl über Trainer Marco Rose - und schwärmt von zwei Spielern.

Borussia Mönchengladbach schwebt momentan auf Wolke sieben.

Nach elf Spieltagen grüßen die Fohlen in der Bundesliga von Platz 1 - und werden es angesichts des Vier-Punkte-Vorsprungs gegenüber Verfolger RB Leipzig auch nach dem kommenden Spieltag und dem Gastspiel bei Union Berlin (Bundesliga: Union Berlin - Borussia Mönchengladbach am Sa. ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) tun.

Einer der Hauptverantwortlichen des Gladbacher Aufschwungs ist Max Eberl. Der Sportdirektor hat nicht zuletzt mit seinen Transfers im Sommer (Trainer Marco Rose, Marcus Thuram, Stefan Lainer, Breel Embolo) für Euphorie rund um den Borussia-Park gesorgt.

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Im SPORT1-Interview erklärt Eberl die Erfolgsformel der Borussia, wie sich Matthias Ginter zum Abwehrchef aufgeschwungen hat, und warum Michael Cuisance besser in Gladbach geblieben wäre.

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Max Eberl über...

Matthias Ginter:

"Dass Matzes erstes Länderspieltor hier im Borussia Park passiert, das ist schon außergewöhnlich. Es war auch außergewöhnlich schön und für einen Innenverteidiger eher untypisch, dass man aus einer Flanke aus dem Spiel heraus vorne im Zentrum auftaucht. Man hat schon geschmunzelt und gelacht, sich aber auch sehr gefreut. Mit dem Wechsel von Dortmund nach Mönchengladbach hat er sich entschieden, einen Entwicklungsschritt zu gehen. Er wollte zu einem Verein gehen, wo seine Position wirklich die eines Innenverteidigers ist. Das hat er bei uns bekommen. Er hat dann in den letzten Jahren schon Entwicklungsschritte genommen und war auch bei Dieter Hecking in der letzten Saison schon mehr Führungsspieler. Er ist 25 und hat schon weit mehr als 200 Bundesligaspiele gemacht, Europapokalspiele, Länderspiele, schon viele Titel geholt und jetzt macht er sein erstes Tor. Man sieht, dass seine Entwicklung definitiv noch weitergeht."

taktische Flexibilität unter Marco Rose:

"Es ist der Trainer, der das vorgibt. Wir spielen ja nicht zum Spaß, das ist wirklich trainiert und geübt. Marco Rose bereitet jedes Spiel sehr akribisch vor, mit unterschiedlichsten Möglichkeiten, wie wir das Spiel angehen können. Aber die Grundprinzipien bleiben die gleichen, egal ob mit Dreier- oder Viererkette - nämlich unsere Aktivität. Das ist Marco Rose, das verkörpert er. Ob es jetzt den Titel "Rose-Fußball" bekommt, das wird ihn wenig interessieren. Ich würde das System, das sieht Marco auch so, auch nicht zu hoch hängen. Ja, es wird trainiert, aber tatsächlich ist es die Umsetzung der Spieler auf dem Platz."

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den Trainerwechsel:

"So eine Entscheidung war fußballuntypisch. Normalerweise trifft man so eine Entscheidung nicht, wenn man sehr erfolgreich ist. Platz 5 und Europa ist ein großer Erfolg für Borussia Mönchengladbach. Ich war mit Dieter Heckings Leistung hochzufrieden und sehr erfreut, dass wir etwas Großes geschaffen haben mit der Qualifikation für die Europa League. Um in Zukunft konkurrenzfähig zu sein gegen die Übermächtigen in der Bundesliga, mussten wir einen kreativen, aber auch unbequemen Weg gehen. Und der unbequeme Weg war es, so eine Entscheidung zu fällen. Ich war relativ schnell davon überzeugt, auch wenn die Ergebnisse noch nicht da waren, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich habe gesehen, was im Trainingslager passiert ist, und ich habe gesehen, was die Idee von Marco ist. Ich habe gehofft, dass die Spieler es schnell annehmen. Ich wusste, dass wir eine lernwillige Mannschaft haben, die da Lust drauf hatte - und dementsprechend war die Symbiose relativ schnell zu sehen. Natürlich dauert das ein Stück weit, natürlich braucht das etwas Zeit. Aber dass es jetzt so schnell geht und so gut passt, das freut mich sehr. Überzeugt war ich vom ersten Tag."

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die Tabellenführung:

"Natürlich ist es schön. Jetzt sind wir seit sechs Wochen auf Tabellenplatz 1 und haben es mit Leistung immer wieder unterstrichen. Wir haben auch immer wieder dem Druck Stand gehalten, dass andere Mannschaften vorgelegt haben und wir nachlegen mussten. Das haben wir immer wieder mit Bravour getan. Natürlich wird es den einen oder anderen Rückschlag geben. Aber wenn wir es schaffen, dieses Niveau zu halten, dann werden wir wahrscheinlich mehr Spiele gewinnen als verlieren."

SPORT1 News zeigt das Eberl-Interview sowie die aktuellen Themen aus dem Fußball und weiteren populären Sportarten - ab 23.30 Uhr LIVE im TV und STREAM

die Entwicklung von Marcus Thuram:

"Wir haben in der Offensive etwas Neues machen wollen. Mit ihm haben wir komplett zugelegt: was Körperlichkeit betrifft, was Schnelligkeit betrifft, was Dribblings betrifft, was Toreschießen betrifft, was diesen Typen betrifft. Er ist von Anfang an ein unfassbar lustiger und offener Typ gewesen, der in der Kabine sehr viel Spaß und Freude verbreitet, aber auch sehr professionell arbeitet. Diese Kombination macht es aus. Es ist schön, wenn du als Stürmer zu einem neuen Verein kommst, direkt im Pokalspiel triffst, direkt in der Bundesliga, nachdem er ja das erste Mal auf der Bank gesessen hat, gegen Düsseldorf einen Doppelpack schnürst. Da wächst man natürlich als Stürmer."

den Wechsel von Michael Cuisance zum FC Bayern:

"Das haben wir ihm drei Monate gesagt, dass er besser hier geblieben wäre, da er in Gladbach einen Verein gefunden hatte, wo er sich entwickeln kann. Er hatte eine großartige Entwicklung genommen. Er hatte in der letzten Saison eine Saison, die für junge Spieler nicht überraschend ist, wo auch einmal die Erwartungshaltung so groß ist, dass er seine eigene Erwartung nicht erfüllen kann. Er hat dann weniger Einsätze gehabt, was für mich aber völlig normal ist in der Entwicklung eines Spielers. Er hat trotzdem dann in Summe 50 Spiele gehabt, als 19-Jähriger, was außergewöhnlich ist in der Bundesliga. Er hat sich damit aber nicht zufrieden geben wollen und für sich andere Ziele im Kopf gehabt. Diese hat er jetzt verfolgt. Er besaß großes Potenzial. Für uns war es dann eben ein Punkt, wo wir gesagt haben: Dann lieber einen sauberen Kader haben - und deswegen haben wir die Entscheidung gefällt."

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... den Abschied von Uli Hoeneß als Bayern-Präsident:

"Als Fußballpersönlichkeit wird er mir fehlen. Ich habe einen persönlichen Draht zu ihm und ich denke, diesen werden wir auch aufrechterhalten, als Bekannte. Freunde ist vielleicht zu weit gegriffen. Ein Begleiter, den ich natürlich schon sehr, sehr lange kenne. Anfang der 80er habe ich meine Karriere bei Bayern in der Bambini-Mannschaft begonnen. Ich durfte dann sehen, wie dieser Verein gewachsen ist und groß wurde - zu einer Weltmacht geworden ist im Fußball. Das ist das Werk von Uli Hoeneß, deswegen werden wir alle im deutschen Fußball Uli Hoeneß vermissen, als große Persönlichkeit und Verfechter seines Vereins. So wie er angekündigt hat, wird er uns nicht verloren gehen. Er wird immer als Experte gefragt werden, wenn Probleme im Fußball sind. Da ist er der Erste, der bereitstünde zu helfen. Ich werde einen tollen Ratgeber behalten, wenn ich ein Problem habe."

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