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Bremen - Werder Bremen enttäuscht gegen den SC Paderborn und verliert in letzter Minute. Das Siegtor wird erst nach Videobeweis anerkannt.

Ein Last-Minute-Tor nach Videobeweis hat dem SC Paderborn den ersten Auswärtssieg in der Bundesliga beschert. Ein Treffer von Sven Michel (90.) sicherte den Ostwestfalen einen 1:0 (0:0)-Erfolg bei Werder Bremen, der Aufsteiger gab die Rote Laterne des Tabellenletzten an den 1. FC Köln ab. Schiedsrichter Sascha Stegemann hatte mit seinem Gespann zunächst auf Abseits entschieden, der Videoassistent in Köln widersprach nach minutenlanger Unterbrechung.

Die lange überlegenen Bremer kommen nicht aus dem Tabellenkeller heraus. In dieser Verfassung dürften sie am kommenden Wochenende beim deutschen Rekordmeister Bayern München weitgehend chancenlos sein. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Kohfeldt "enttäuscht und sauer"

"Wir waren zu schlampig in unseren Ballbesitzphasen. Wir haben zu einfache Fehler gemacht. Am Ende ist das einfach zu wenig", sagte Werders Leonardo Bittencourt nach dem Spiel bei Sky.

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Kohfeldt meinte: "Das war heute nicht gut. Es ist dramatisch, kurz vor Schluss das Gegentor zu kriegen. Ich bin enttäuscht und sauer. Wir müssen durch diese Situation durch. Wir müssen unseren Fußball weiterspielen. Das haben wir heute nicht getan, deshalb haben wir verloren." Zum Spiel beim Deutschen Meister meinte er: "Das ist ein schönes Spiel mit vielen Zuschauern und einem ordentlichen Gegner. Wir müssen keine Gemeinschaft beschwören."

"Es ist cool, mal nicht mehr das Schlusslicht zu sein", sagte Paderborns Manager Martin Przondziono: "Wir haben auch nicht wie ein Tabellenletzter ausgesehen. Die Mannschaft hat ihren Lernprozess fortgesetzt, wir sind wieder im Geschäft."

Klaassen und Eggestein verpassen Führung

Die Gäste überzeugten durch eine kompakte Abwehrleistung und eine Bissigkeit in den Zweikämpfen, die den Norddeutschen vor 39.870 Zuschauern überhaupt nicht schmeckte. Trainer Florian Kohfeldt war sichtlich unzufrieden und griff immer wieder lautstark in die oftmals behäbigen Aktionen seiner Schützlinge ein.

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Insbesondere in der ersten Halbzeit hatten bei Dauerregen klare Einschussmöglichkeiten Seltenheitswert. Der Niederländer Davy Klaassen scheiterte in der 14. Minute mit einem Volleyschuss an Paderborns Torhüter Leopold Zingerle, elf Minuten spät schoss Geburtstagskind Maximilian Eggestein - der Mittelfeldspieler wurde am Sonntag 23 Jahre alt - den Ball knapp am rechten Torpfosten vorbei. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

Pizarro stellt Rekord auf

Die Ostwestfalen kamen in den ersten 45 Minuten nur selten wirklich zwingend vor das Bremer Tor. Ein Distanzschuss von Ben Zolinski (29.), den Werder-Torwart Jiri Pavlenka zur Ecke abwehrte, war zunächst die einzig nennenswerte Torchance für das Team von Coach Steffen Baumgart.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit erhöhten die Platzherren sichtbar den Druck. Paderborn wurde in der eigenen Hälfte zeitweise eingeschnürt. Aber das Liga-Schlusslicht hielt dem Druck stand, auch wenn ihm in einigen Situationen das Glück zur Seite stand.

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In der 58. Minute ersetzte Kohfeldt den Japaner Yuya Osako durch Claudio Pizarro. Für den mittlerweile 41 Jahre alten Peruaner war Paderborn der 39. Bundesligagegner seiner Karriere - ein neuer Rekord.

Paderborn schlägt spät zu

Der Südamerikaner belebte tatsächlich die Offensive der Gastgeber. Nach seiner Vorarbeit kam Eggestein in der 64. Minute frei zum Schuss, fand aber in Zingerle seinen Meister. (Service: Tabelle der Bundesliga)

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Aber auch Paderborn fand wieder besser in den Angriffsmodus, der Würgegriff lockerte sich zu Beginn der Schlussphase. Ganz im Sinne von Baumgart, der von seinen Schützlingen wild gestikulierend mehr Mut in der Vorwärtsbewegung forderte. Die beste Bremer Chance vergab  Bittencourt, der unbedrängt nur das Außennetz traf (86.). Dann folgte der Lucky Punch durch Michel.

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