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München - Den FC Bayern plagen Abwehrsorgen. Umso wichtiger ist daher David Alaba, der fortan als Abwehrchef die Fäden zieht. Neuzugänge werden gesucht.

Ab wann ist ein Verteidiger ein Abwehrboss?

Die Erklärung hat Trainer Hansi Flick geliefert, als ihn SPORT1 auf David Alaba ansprach.

"Defensiv und auch mit Ball ist er für uns sehr wichtig, weil er viele Optionen hat, das Spiel aufzubauen. Er bietet uns eine große Palette an Möglichkeiten. Darüber hinaus kann er eine Mannschaft auch führen. Das hat er oft gezeigt. Das sind für mich Kriterien, damit hinten einer als Abwehrchef gelten kann", erklärte der Cheftrainer.

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Manuel Neuer ergänzte: "Seine Präsenz hilft uns. Er ist ein Leader."

Und was sagt der Hochgelobte? "Das ist ein schönes Lob und ich versuche, das Vertrauen auf dem Platz zurückzugeben. Auf mich wird noch mehr Verantwortung zukommen. Die nehme ich an, weil das auch mein Anspruch ist. Das gehört zu meiner Entwicklung dazu", sagte Alaba auf SPORT1-Nachfrage.

Alaba glänzt in neuer Rolle

Dass der Österreicher innerhalb weniger Wochen vom Linksverteidiger zum Chef in der Innenverteidigung wurde, "verdankt" er größtenteils dem Verletzungspech zahlreicher Mitspieler. Alaba klagte nicht, warf sich rein und überzeugte in neuer Rolle.

In Doha zeigte sich, wie er die Lorbeeren mit Leben füllt: In den öffentlichen Einheiten war immer wieder zu beobachten, wie Alaba in den Spielformen vorweggeht, pusht, sich in Zweikämpfe wirft, seine Mitspieler - wenn nötig - korrigiert, aber vor allem auch selbst Leistung bringt.

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Alaba, und das ist gut für die Bayern und für Flick, ist die verlässliche, fast nie verletzte Konstante in der FCB-Defensive, der von Flick zudem als im Winter "unverkäuflich" bezeichnet wurde. Umso wichtiger ist es aus Bayern-Sicht, dass sich daran nichts ändert.

Grund: Flick plagen, neben den Offensiv-Verletzten Kingsley Coman und Serge Gnabry, noch immer Defensiv-Sorgen!

Die Verletztenliste des FC Bayern ist lang

Niklas Süle, Innenverteidiger Nummer eins, fällt mit einem Kreuzbandriss möglicherweise bis Saisonende aus.

Lucas Hernández, Innenverteidiger Nummer zwei, ist in Doha nach zweieinhalbmonatiger Verletzungspause (Sprunggelenksoperation) zwar auf den Platz zurückkehrt, verzichtet aber noch auf Spielformen und arbeitet stattdessen hauptsächlich individuell. Rückkehr offen.

Jérôme Boateng, Innenverteidiger-Ersatz, wurden zuletzt Fitnessmängel nachgesagt. Diese soll er laut Flick im Urlaub behoben haben, weil er "gut gearbeitet" habe. Aber: Boateng bleibt wechselwillig. Die Bayern geben ihn aber wohl nur ab, sofern adäquater Ersatz verpflichtet werden könnte. Dieser bräuchte dann aber auch Eingewöhnungszeit.

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Javi Martínez, Defensivallrounder, arbeitet nach seinem Muskelbündelriss in München an seinem Comeback. Rückkehr ebenfalls offen.

Alaba könnte dauerhaft Innenverteidiger bleiben

Bleiben Alaba-Ersatz Alphonso Davies, der von Flick aufgrund seiner "Dynamik und Robustheit" als "Lebensversicherung" bezeichnet wurde, und Benjamin Pavard, der mal rechts, mal innen spielt.

Flick sieht den Franzosen in der Innenverteidigung stärker als auf der Außenbahn. Da der Kovac-Nachfolger Joshua Kimmich gerne dauerhaft auf der Sechs spielen lassen möchte, suchen die Bayern händeringend nach einem Rechtsverteidiger. Flick: "Es wäre schön, wenn wir da Verstärkung haben. Das würde uns mehr Optionen bieten." Die Anforderungen sind überschaubar: Er muss ins Mannschaftsprofil passen und direkt helfen, soll ausgeliehen werden.

Viele Talente, darunter der viel gelobte 19-jährige Lars Lukas Mai und der erst 16 Jahre alte Bright Arrey-Mbi, brauchen noch Zeit. 

Hinzu kommt, und da kommt wieder Alaba ins Spiel: Flick arbeitet mit der Mannschaft in Doha auch an Defensiv-Abläufen. Schließlich lässt er die Viererkette weitaus offensiver verteidigen, als es Kovac tat. Das birgt Risiken, lässt die Münchner aber auch druckvoller sein. Die Defensive bereitete in der Hinrunde zudem oft Sorgen. Allein in der Bundesliga fing man sich 22 Gegentore ein. Das muss sich ändern, um höchste Ziele zu erreichen.

Alaba ist prädestiniert für den neuen Defensiv-Stil. Bleibt er deshalb dauerhaft Innenverteidiger? Flick: "Es geht immer nach Leistung. Wir sind aufgrund der Situation mit Alphonso Davies auf der linken Seite ganz gut besetzt. Man muss einfach sagen: David macht es als Innenverteidiger sehr gut. Es ist wichtig für mich, dass er die Leistung weiterhin so abruft."

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