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München - Bright Arrey-Mbi wird mit 16 Jahren in den Kader des Wintertrainingslager berufen und überzeugt. Profitiert der Innenverteidiger von einer DFB-Regeländerung?

"Ich habe den Antrag von Dortmund zur Kenntnis genommen und finde ihn grundsätzlich auch begrüßenswert, weil wir auch einen Spieler haben, der 16 Jahre alt ist", sagte Karl-Heinz Rummenigge stolz, als es beim SPOBIS in Düsseldorf um die geplante Senkung der Altersgrenze für Profis im deutschen Fußball ging.

Wen der Vorstandsboss meinte: Bright Akwo Arrey-Mbi. Das Münchener Defensiv-Pendant zum 15 Jahre alten Sturm-Juwel des BVB, Youssoufa Moukoko.

Im vergangenen Sommer wechselte Arrey-Mbi von der Chelsea-Jugend zum FC Bayern, bekam einen Vertrag bis 2022 und wurde direkt in die U19 befördert.

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Arrey-Mbi Stammspieler bei U19 des FC Bayern

Im Team des Trainergespanns um Danny Schwarz und Ex-Bayern-Star Martin Demichelis entwickelte sich der deutsche Innenverteidiger prompt zum Stammspieler.

Probleme, mit den teils drei Jahre älteren Gegenspielern mitzuhalten, hatte der deutsche U17-Nationalspieler nicht. Ebenso wenig in der UEFA Youth League.

Der Lohn: Cheftrainer Hansi Flick berief das Defensiv-Talent in den Kader für das Wintertrainingslager in Doha/Katar. Auch dort beeindruckte er.

Kimmich: "Bright ist schon ein Biest"

"Bright ist schon ein Biest, er hat mich überrascht", sagte Joshua Kimmich anerkennend. David Alaba ergänzte: "Seine Athletik und sein Spielverständnis sind schon sehr weit. Wir hatten zwei Taktiktraining-Einheiten, da hat er als Innenverteidiger keinen einzigen hohen Ball gespielt. Das ist mir aufgefallen. Ich sehe bei ihm viel Potenzial."

In einem DFB-Interview sagte Arrey-Mbi über sich selbst: "Ich bin schnell, zweikampfstark und kann mit meinen starken Pässen nach vorne das Spiel von hinten heraus vorantreiben." Attribute, die er auch in Doha zeigte.

Bald schon dauerhaft bei den Profis? Flick jedenfalls traut ihm einiges zu und gibt der Jugend eine Chance.

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Arrey-Mbi im Test gegen Nürnberg mit Problemen

Wie weit der Weg nach oben aber noch ist, zeigte sich beim Testspiel gegen den 1. FC Nürnberg, im Anschluss an das Trainingslager (2:5).

In der zweiten Hälfte, als man sich vier Gegentore einfing, wirkte Arrey-Mbi noch überfordert. Auch geschuldet der Aufregung und anstrengenden Katar-Tagen. Die Bayern verbuchten es unter dem Punkt des Lerneffekts. 

Ohnehin lernt Arrey-Mbi sehr schnell. 

Fortuna und Gladbach lehnen das Talent ab

Am 26. März 2003 in Kaarst am Niederrhein (nahe Düsseldorf) geboren, machte er bei der dort ansässigen SG Kaarst seine ersten Schritte. 

Markus Stenten, bis 2014 Jugendtrainer von Arrey-Mbi, erinnert sich in der Rheinischen Post: "Er kam in der F-Jugend zu uns und konnte noch nicht wirklich viel mit dem Ball anfangen. In den ersten vier bis fünf Jahren hat er sich aber dann fußballerisch überragend entwickelt. Diese Verbindung von fußballerischer Qualität und körperlichen Voraussetzungen ließen erahnen, was für ein Potenzial in ihm steckt." 

Verrückt: Stenten kämpfte für die Karriere seines Schützlings. Allerdings lehnte ihn etwa Fortuna Düsseldorf nach einem Probetraining ab, auch Borussia Mönchengladbach wollte ihn nicht. Erst im zweiten Anlauf interessierten sich die Fohlen für ihn, doch mit elf Jahren wechselte er zu Bedford F.C., weil seine Mutter aus beruflichen Gründen auf die Insel zog.

Von dort ging es weiter zu 2014 Norwich City, eher er zum FC Chelsea wechselte. Im Februar 2018 debütierte er für die U15-Nationalmannschaft Englands (acht U-Länderspiele), spielt nun aber für den DFB-Nachwuchs.

Vorbild Virgil van Dijk

Stenten lobt vor allem Arrey-Mbis Einstellung. "Er ist ein supernetter Kerl, sehr geerdet. Er hat verstanden, dass ihm nichts in den Schoß fällt und er für alles hart arbeiten muss", erklärte der Förderer des heutigen Bayern-Juwels.

Arrey-Mbis Vorbild ist übrigens Liverpool-Star Virgil van Dijk, über den er bei Bild sagte: "Ich schaue immer auf van Dijk. Ich will so wie er sein: Aggressiv, sehr gut im Spielaufbau, einer der besten Spieler der Welt. Da oben will ich auch hin."

Die Bayern hätten sicher nichts dagegen.

 

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