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Nürnberg - Der FC Bayern fängt sich in Nürnberg gleich fünf Gegentore. Mit einem Rumpfkader geht es in die letzte Woche vor dem Start bei Hertha BSC. Droht die nächste Pleite?

2:5-Pleite bei einem Zweitligisten! 

Der FC Bayern hat seinen ersten und einzigen Test in der Winterpause am Samstagabend beim 1. FC Nürnberg gehörig vergeigt. "Ich werde das gute Trainingslager durch dieses Spiel nicht negativ sehen", sagte Trainer Hansi Flick anschließend, machte dabei aber auch klar: "Mit dem Ergebnis kann ich nicht zufrieden sein." 

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Was zugleich die Frage aufwirft: Beeinflusst die Packung beim Club am Ende Bayerns Rückrundenauftakt bei Hertha BSC gegen Coach Jürgen Klinsmann am 19. Januar? 

Überbewerten darf man die Niederlage gewiss nicht. Sich nicht mit ihr auseinanderzusetzen, wäre allerdings naiv. 

Bayern rechnet mit Lewandowski-Einsatz

Die Münchner haben in Doha/Katar bewusst auf ein Testspiel verzichtet, obwohl nur wenige Meter nebenan etwa PSV Eindhoven trainierte.

Der CHECK24 Doppelpass mit Thomas Berthold und Christian Strohdiek am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Dafür arbeitete Flick mit seinem Rumpfkader, aufgefüllt mit vielen Talenten, an den konditionellen Grundlagen. Die Bayern festigten Defensivabläufe und trainierten Spielzüge für die Offensive ein. Kommende Woche, so Flick, werde man "viel mit dem Ball" arbeiten, ehe man am kommenden Sonntag bei der hochmotivierten Klinsmann-Elf antritt.  

Positiv aus Bayern-Sicht ist, dass Thiago, nach der Geburt seines zweiten Kindes, am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren soll. Bei Robert Lewandowski (Einzeltraining nach Leisten-OP) wiederum wird fest mit einem Einsatz in Berlin gerechnet. 

Dennoch: Die Mannschaft stellt sich aufgrund der vielen Verletzungen fast von selbst auf, einen großen Konkurrenzkampf wird es diese Woche nicht geben, wodurch die Trainingsintensität leiden könnte. 

Allenfalls im Zentrum muss sich Flick entscheiden, auf wen er setzt. Thiago soll den gelbgesperrten Joshua Kimmich ersetzen. Um die zwei Plätze davor streiten sich Thomas Müller, Corentin Tolisso und Leon Goretzka.  

Davies und Boateng mit Problemen

Von der Bank, das zumindest zeigte das Spiel in Nürnberg deutlich, darf man von den Bayern-Talenten noch keine Wunderdinge erwarten.

Flick tauschte sein Team in der Halbzeit (1:1) auf elf Positionen, Sven Ulreich und Michael Cuisance waren noch die Erfahrensten auf dem Platz.

"In der ersten Halbzeit habe ich einiges gesehen, was mir gut gefiel und was nicht. In der zweiten Halbzeit waren wir einen Tick überfordert. Wichtig war für mich, dass sich kein Spieler verletzt hat", analysierte der Trainer. 

Viele der zurecht hochgelobten Nachwuchsspieler brauchen jedenfalls noch Zeit. Dass sie als Joker taugen können, bewies Joshua Zirkzee zum Ende der Hinrunde eindrucksvoll.  

Deutlich wurde aber auch, dass die Defensive - auch in Halbzeit eins gegen Nürnberg - noch nicht sicher steht. Torschütze und Linksverteidiger Alphonso Davies hatte viele Stellungsfehler in seinem Spiel, Jérôme Boateng war beim 1:1 durch Michael Frey viel zu passiv und hatte in Laufduellen oft das Nachsehen.

Zusammen mit David Alaba wird er in seiner Heimatstadt aber das Innenverteidiger-Duo bilden müssen. 

Führungsspieler hoffen auf Verstärkung

Ein Restrisiko bleibt für den Berlin-Auftakt also bestehen. Weitere Verletzungen, so viel ist klar, kann sich der schmächtige Bayern-Kader nicht mehr erlauben.

Neuzugänge sind in dieser Woche wohl nicht zu erwarten, schließlich betonte Sportdirektor Hasan Salihamidzic noch vor zwei Tagen, dass man in keiner Personalie weit sei.

Viele Führungsspieler würden Verstärkung allerdings begrüßen. "Ich mache mir immer Sorgen. Wir wollen unsere Ziele erreichen", sagte Neuer bei Magenta Sport. Joshua Kimmich wiederum machte deutlich, dass man auf "mehr fitte Spieler angewiesen" sei, wolle man weiterhin auf "drei Hochzeiten" mittanzen.  

Die Spielersuche erweist sich allerdings als schwierig. Gesucht wird ein Rechtsverteidiger, bestenfalls noch einer für die Flügel. "Wir werden uns nochmal zusammensetzen und analysieren, was machbar ist und was nicht", kündigte Flick an und ergänzte: "Es muss ein Fußballer sein, der uns weiterbringt und in die Philosophie passt."

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