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München - Hansi Flick kämpft beim FC Bayern um einen langfristigen Vertrag als Cheftrainer. Ottmar Hitzfeld traut ihm den Posten zu, warnt aber vor den hohen Anforderungen.

Wie man eine Trainer-Ära beim FC Bayern prägt, weiß Ottmar Hitzfeld ganz genau.

Insgesamt stand er in siebeneinhalb Jahren in 395 Pflichtspielen für die Münchner an der Seitenlinie, wurde fünf Mal Deutscher Meister und gewann mit den Bayern 2001 die Champions League.

Aktuell kämpft Hansi Flick darum, beim Rekordmeister die Chance auf eine Langzeitstelle als Trainer zu erhalten. Auch, weil ihm die Verantwortlichen um Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge zuletzt mehrmals berechtigte Hoffnungen darauf gemacht haben.

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Sportdirektor Hasan Salihamidzic betonte zuletzt sogar, dass man die Trainersuche vorerst eingestellt habe.

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Hitzfeld lobt Bayern-Trainer Flick

Flicks Cheftrainer-Vertrag läuft nur bis zum Ende der Saison, sein Vertrag als Co-Trainer bis 2021. Allerdings will der 54-Jährige vorerst nicht mehr zurück auf den Assistenz-Posten, er will in der ersten Reihe bleiben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan Bundesliga)

Neben Jupp Heynckes hat Flick mit Hitzfeld nun einen weiteren prominenten Befürworter für seine Trainer-Träume.

"Hansi hat bislang einen guten Job gemacht, Ruhe reingebracht und eine Aufholjagd gestartet. Er ist auch von allen Beteiligten akzeptiert, damit meine ich die Mannschaft, die Verantwortlichen und auch die Medien. Er liefert eine gute Performance ab", lobt ihn Hitzfeld im Gespräch mit SPORT1.

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Bei Bayern wird "jeden Monat abgerechnet"

Kann Flicks Cheftrainer-Anstellung von Dauer sein? "Das kann ich mir vorstellen", erklärt Hitzfeld, "aber bei Bayern wird nicht in einem oder in einem halben Jahr abgerechnet, sondern jeden Monat. Da muss man sehr erfolgreich sein und darf sich kein Tief erlauben. Gerade, wenn man als Trainer noch jung im Geschäft ist."

Hitzfeld-Warnung an Flick!

Wegen einer titellosen Saison wurde der 71 Jahre alte Ex-Trainer im Jahr 2004 selbst beim FC Bayern freigestellt. Im Februar 2007 holte man ihn zurück.

Hitzfeld: "Es hängt eben alles von Erfolgen ab"

"Es kommt beim FC Bayern nach wie vor auf das Ergebnis und den Tabellenplatz an. Bayern ist es gewohnt, dass man ganz oben steht. Wenn es einem Bayern-Trainer gelingt, wieder Meister zu werden oder man im Rennen darum bis zum Schluss dabei ist, dann hat man auch die Akzeptanz. Es hängt eben alles von den Erfolgen ab", sagt Hitzfeld.

Flicks Serie kann sich indes sehen lassen. Aus bisher zwölf Pflichtspielen unter seiner Regie fuhren die Bayern zehn Siege ein, darunter zwei Niederlagen. In der Meisterschaft liegt man nur noch einen Punkt hinter Tabellenführer RB Leipzig. (DATENCENTER: Die Tabelle der Bundesliga)

Messen lassen wird sich der Weltmeister-Assistent von 2014 aber vor allem am Abschneiden in der Champions League – ein Ausscheiden gegen den FC Chelsea dürfte seine Verhandlungsposition schwächen. 

Lob für Bayern-Offensive unter Flick

Ausdrücklich legt Hitzfeld den Bayern-Entscheidern nahe, die Trainer-Findung nicht von einem vermeintlich großen Namen abhängig zu machen.

"Ob jetzt ein Trainer des FC Bayern jung oder alt ist, bekannt oder weniger bekannt, ist sekundär. Denn letzten Endes ist das Resultat am wichtigsten und die Art und Weise, wie man spielt", sagt Hitzfeld.

Gerade hier sieht er Bayern auf einem guten Weg: "Unter Flick hat die Mannschaft offensiv sehr gute Spiele gezeigt. Defensiv steht man in der Weiterentwicklung, aber man hatte auch viele Verletzte. Das wird immer vergessen."

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