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Düsseldorf - Werder Bremen geht nach vier Spielen ohne Sieg wieder als Gewinner vom Platz. Dabei profitiert das Team von Florian Kohfeldt von einem Eigentor.

Werder Bremen hat seine schwarze Serie beendet und ist mit einem Befreiungsschlag in die Rückrunde gestartet.

Im Kellerduell siegten die Bremer beim direkten Konkurrenten Fortuna Düsseldorf nach zuletzt vier Niederlagen in Folge mit 1:0 (0:0). Dadurch zog Werder (17 Punkte) an der Fortuna (15) vorbei auf den Relegationsplatz 16.(Die Tabelle der Bundesliga

Es war im 20. Pflichtspiel der Saison das erste Mal, dass Werder ohne Gegentor blieb. 

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Der enorm wichtige Treffer für die Gäste fiel durch einen haarsträubenden Fehler des Bundesliga-Debütanten Florian Kastenmeier (67.). Der Düsseldorfer Keeper wurde von Niklas Moisander aus kurzer Distanz angeköpft, der Ball prallte von Kastenmeiers linker Schulter ins Tor. In der Nachspiel sah Moisander die Gelb-Rote Karte (90.+6), Werder-Neuzugang Kevin Vogt musste nach einem bösen Zusammenprall mit Bremens Keeper Jiri Pavlenka per Trage vom Platz gebracht werden.(LIVETICKER zum Nachlesen)

Vogt "auf dem Weg ins Krankenhaus"

"Er ist auf dem Weg ins Krankenhaus. Hat denke ich ne Gehirnerschütterung. Hoffentlich hat der Halswirbel nichts. War unglücklich, gingen beide ohne Kompromisse rein. Sind ein bisschen geschockt durch die Verletzung", erklärte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann nach der Partie bei Sky. Zu Moisanders Platzverweis sagte er: "Wenn man die Szenen sieht, in so einer Situation musst du nicht mehr Gelb-Rot geben."

Der Übeltäter selbst sagte: "Pavlas kam raus und er wurde an den Kopf getreten. Da sind mir die Emotionen etwas durchgegangen deshalb habe ich gelb-rot bekommen. Das ist natürlich total enttäuschend. In dem Moment waren meine Jungs aber das wichtigste für mich."

"Es war ein unglücklicher Zusammenprall, ich weiß nicht was er hat. Ich hoffe, dass es bei ihm nicht so schlimm ist und er schnellstmöglich gesund wird", äußerte sich Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel nach der Partie zur Verletzung von Vogt. 

"Es geht darum, kompakt zu stehen. Wir müssen den Gegner vom Tor weghalten", hatte Baumann vorab gefordert. Das setzten die Gäste, bei denen Winterneuzugang Kevin Vogt die Dreierkette gut organisierte, von Beginn an um. Auch, weil Werder zunächst das Spiel machte und nicht ansatzweise in Bedrängnis kam - die erste Ballbesitzphase hatten die Hausherren erst nach fünf Minuten.

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Die erste Bremer Chance von Davy Klaassen parierte Kastenmeier, der Zack Steffen (Patellasehne) kurzfristig ersetzte, sicher. Und auch die Fortuna erwachte langsam aus dem Winterschlaf. Alfredo Morales per Kopf (11.) und Torjäger Rouwen Hennings (13.) sorgten mit ihren Abschlüssen für Lichtblicke.(Alle Ergebnisse im Überblick)

Kastenmeier patzt folgenschwer

Spielerisch gehörte den Bremern jedoch die Anfangsphase: gute taktische Ordnung, sicherere Pässe und Flexibilität im Spielaufbau gegen teils sehr unsortierte Rheinländer. Klaassen, Maximilian Eggestein und Milot Rashica (15.) vergaben nacheinander die beste Möglichkeit der Bremer. 

"Es war ein mega wichtiges Spiel gegen einen Gegner, gegen den wir zuletzt zweimal verloren haben. Wir haben heute besser verteidigt, zu null gespielt und konnten an Düsseldorf vorbeiziehen", erklärte Moisander nach der Partie. 

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In der Folge verflachte die insgesamt schwache Partie. Bremen, dessen Trainer Florian Kohfeldt das Spiel in einem weißen "Regiestuhl" wegen einer Fußverletzung ungewohnterweise im Sitzen verfolgte, zog sich zurück - Fortuna wurde nur mit Abschlüssen aus der Distanz gefährlich. Wie bei Morales' (31.) Schuss, den Werder-Keeper Jiri Pavlenka glänzend mit der rechten Hand über das Tor lenkte - nur eine Minute später wirkte der Tscheche bei einer Faustabwehr gegen Hennings deutlich unsicherer.

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Für den ersten Aufreger nach dem Seitenwechsel sorgte Fortuna-Winterleihe Steven Skrzybski (50.), der einen aussichtsreichen Angriff verstolperte - passend zu seinem sehr unglücklichen Debüt im Trikot der Rot-Weißen. Auch der Rauch, der schräg gegenüber aus dem Werder-Block hinübergezogen war, konnte keine Ausrede sein.

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Wenige Augenblicke später zeichnete sich der besser aufgelegte Düsseldorfer Debütant auf der Gegenseite aus. Kastenmeier tauchte bei einem Kopfball des auffälligen Rashica (54.) schnell ab und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten. Dann aber patzte Kastenmeier folgenschwer.

Der letzte Torhüter, der bei seinem Bundesliga-Debüt patzte war Jean-Marie Pfaff vom FC Bayern 1982 bei der 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen.

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