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München - Fortuna Düsseldorf trennt sich von Trainer Friedhelm Funkel. Was tabellarisch noch nachzuvollziehen ist, ist von der Art und Weise her unwürdig. Der SPORT1-Kommentar.

Der 29. Januar 2020 wird in die Bundesliga-Geschichtsbücher als historischer Tag eingehen. Es ist der Tag, an dem eine der größten Bundesliga-Karrieren ihr Ende gefunden hat.

Friedhelm Funkel, seit fast 45 Jahren als Spieler und Trainer ein echtes "Kind der Bundesliga", wurde als Trainer von Fortuna Düsseldorf freigestellt und erklärte seine Trainer-Karriere anschließend für beendet.

Tabellarisch kann man den Schritt der Düsseldorfer Vereinsführung noch nachvollziehen. Die Fortuna ist durch die Niederlagen gegen Bremen und in Leverkusen auf Platz 18 abgerutscht. Wenn man den "Turnaround", wie es Sportdirektor Lutz Pfannenstiel am Mittwoch nannte, noch schaffen will, ist jetzt ein guter Zeitpunkt zu reagieren. Konkurrenten wie Bremen, Mainz und Paderborn sind noch nicht uneinholbar enteilt. (SERVICE: Die Bundesliga-Tabelle)

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Die Art und Weise, wie die Düsseldorfer Klub-Führung Funkels Karriere beendet, ist aber unwürdig. Letztlich ist es ein linkes Spiel mit dem 66-Jährigen. Alle schienen Bescheid gewusst zu haben - außer Funkel selbst.

Noch vor Weihnachten wurde sein Vertrag angepasst. Vor Rückrundenstart stärkte ihm Vorstandsboss Thomas Röttgermann demonstrativ den Rücken, Pfannenstiel behauptete noch am Sonntagabend, die Trainerfrage stelle sich nicht.

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Gleichzeitig geisterte seit vergangener Woche ein angebliches Sieg-Ultimatum herum, dem Funkel vehement und öffentlich widersprach. Jetzt plötzlich die Entlassung, obwohl die Leistungskurve der Mannschaft trotz der Niederlage in Leverkusen nach oben zeigte.

"Fortuna versinkt im Chaos" schreibt die Rheinische Post aus Düsseldorf - dem ist Nichts hinzuzufügen.

Dieses Rumgeeiere erinnert fatal an den letzten Winter, als die damalige Klub-Führung ein absurdes Theater um den seinerzeit auch sportlich höchsterfolgreichen Coach aufführte.

Vor einem Jahr überstand Funkel die Situation - auch dank der Unterstützung der Fans - noch. Diesmal nicht.

Er selbst trug es mit Fassung und verabschiedete sich erhobenen Hauptes und ohne nachzutreten vom Parkplatz des Trainingsgeländes. Seinem Legendenstatus kann dieser Tag sowieso nichts mehr anhaben.

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