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München - Marcel Reif lobt in seiner SPORT1-Kolumne Leon Goretzka und Thiago. Auch zum VAR und der Kritik von Julian Nagelsmann bezieht der SPORT1-Experte Stellung.

Hallo Fußballfreunde,

der 5:0-Sieg des FC Bayern gegen Schalke hat in meinen Augen eines gezeigt: Wenn sich Leon Goretzka dem Sechser mehr nähert, schließt er bei den Bayern eine Lücke. Vom Potenzial und vom Kopf her kriegt er das hin.

Als Mittelding zwischen Sechser und Achter ist er ein richtig Guter. Aber er muss jetzt natürlich fit bleiben und am Stück spielen.

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Auch Thiago hat dazugelernt. Er ist nicht mehr der Thiago, von dem Pep Guardiola gesagt hat: "der oder keiner". Er hat jetzt gelernt, mit nach hinten zu denken.

Die Münchner suchen den Stabilisator neben Thiago. Wenn ein Goretzka das machen kann und auch bereit ist, es zu tun, dann haben sie ein gutes Pärchen, mit dem sie auch gegen Manchester City auf den Platz gehen können.

RB Leipzig reif für Platz eins?

RB Leipzig hat dagegen in Frankfurt mal wieder einen Dämpfer kassiert. Wie Julian Nagelsmann nach der Niederlage Kritik geübt hat, hatte meiner Meinung nach aber keine Boshaftigkeit, nichts Verletzendes. Er ist absolut authentisch. Und er ist immer noch ein junger Trainer.

Ich verstehe ihn und seinen Ehrgeiz. Aber es kann sein, dass er jetzt schon ein bisschen zu viel verlangt.

DFB-Pokal-Achtelfinale Eintracht Frankfurt - RB Leipzig am 4. Februar ab 18.30 Uhr LIVE auf SPORT1 

Bei einer jungen Mannschaft kann man aber schon mal in dieser Form an die Öffentlichkeit gehen - wenn das einer mit einem Robert Lewandowski macht, explodiert hier der ganze Laden. In Leipzig herrscht noch eine andere Kultur.

Nach einem Drittel der Saison hatte RB schon einmal eine Delle. Da hat Nagelsmann ähnlich reagiert und das hat funktioniert. Aber kann die Mannschaft schon um Platz eins spielen? Das weiß ich nicht.

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Beim Thema Videoassistent habe ich dagegen eine klare Meinung: Wenn es um ein klares Nicht-Tor geht, ist mir die Emotion egal, dazu geht es um zu viel. Ich bin davon überzeugt, dass der Videobeweis richtig ist - doch der Umgang damit ist denkbar falsch.

Es sind alle Fehler gemacht worden, die hätten gemacht werden können. Der erste Fehler: Es gibt keine tausendprozentige Gerechtigkeit.

Die wirst du auch mit dem Videobeweis und der kalibrierten Abseitslinie nicht bekommen. Wenn man sich trotz der kalibrierten Linie nicht sicher ist, sollte man sagen: "Im Zweifel für den Angreifer." Dieser fast religiöse Absolutheitsanspruch ist Wahnsinn. 

Der zweite Fehler: Du musst den Zuschauern erklären, was passiert. Das ist sofort machbar. 

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Am kommenden Sonntag spielen die US-Amerikaner im Football den Super Bowl. Da hat ein Schiedsrichter ein Mikro, stellt sich hin und erklärt, welche Situation gerade überprüft wird. Danach teilt er seine Entscheidung mit.

Und das bekommen wir nicht hin?

Bis demnächst,
Euer Marcel Reif

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit Sommer 2016 begleitet Marcel Reif als Experte den CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

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