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München - Mit der Verpflichtung von Dani Olmo ist RB Leipzig ein Top-Wintertransfer gelungen. Der 21 Jahre alte Spanier hat bisher eine eher ungewöhnliche Laufbahn hinter sich.

"Das ist ein sehr guter Transfer, der dem Verein gelungen ist", sagte Marcel Halstenberg im SPORT1-Podcast Split it!. Mit dieser Meinung ist der Verteidiger von RB Leipzig nicht allein.

Mit dem Transfer von Dani Olmi hat der Tabellenführer der Bundesliga ein Ausrufezeichen gesetzt, dass Mitspieler, Konkurrenten und Fans gleichermaßen beeindruckt. Vor allem wegen des Preises von 20 Millionen Euro - ein Schnäppchen!

Der Marktwert des 21 Jahre alten Spaniers liegt fast bei der doppelten Summe, er ist bereits Nationalspieler und verfügt über ein großes Potenzial.

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Anfangs sollte er noch den zahlreichen Stars des FC Barcelona nacheifern, die aus der berüchtigten Jugendakademie des Klubs stammen. Dann schlug Olmo aber einen ganz anderen, ziemlich ungewöhnlichen Weg ein.

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Als Guardiola auf Olmo aufmerksam wurde

Die Geschichte des Daniel Olmo Carvajal, kurz Daniel Olmo und noch kürzer Dani Olmo, begann in der katalanischen Arbeiterstadt Terrassa. Seine Geburtsstadt liegt rund 30 Kilometer von Barcelona entfernt, wohin Olmo schon früh pendelte.

Grund war sein außergewöhnliches Talent, dass von seinem Vater Miquel Olmo gefördert wurde. Olmo senior trainierte kleinere spanische Vereine wie den viertklassigen FC Terrassa und gab einen erfahrenen und auch ehrgeizigen Lehrmeister ab.

Als das Potenzial seines älteren Sohnes offenkundig war, verfrachtete er ihn in die Jugendabteilung von Espanyol Barcelona. Nachdem der flinke Mittelfeldspieler gegen den FC Barcelona bei einem Spiel vier Tore erzielt hatte und Barca ihm daraufhin ein Angebot machte, führte Olmos Weg in die berühmte La Masia.

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Auch beim FC Barcelona glänzte der Offensivspieler sofort mit seiner brillanten Technik, seinen schnellen Bewegungen und Richtungswechseln, und seiner außergewöhnlichen Übersicht.

Gemeinsam mit Carles Alená, der 2016 mit 18 Jahren sein Debüt für Barca gab, schoss Olmo in seinem Jahrgang alles kurz und klein und wurde zum Junioren-Nationalspieler Spaniens. Bei einem Training kam Pep Guardiola extra wegen ihm vorbei und outete sich danach als Fan des vielversprechenden Talents.

Tausch mit Halilovic - Chance in Zagreb

Olmo schien der Weg vorbestimmt, den zuvor Spieler wie Xavi, Andrés Iniesta, Gerard Piqué, Sergio Busquets und Lionel Messi genommen hatten. Doch bevor er aus La Masia kommend zum Profi des FC Barcelona werden konnte, wechselte er mit 16 Jahren den Klub. Sein Weg führte nach Kroatien.

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"Meine Teamkollegen waren schockiert", erzählte Olmo einmal in einem Interview mit Jutarnji list. Der völlig überraschende Wechsel war Teil eines Deals, der mit Alen Halilovic zu tun hatte.

Halilovic wechselte von Dinamo Zagreb nach Barcelona und als Gegenleistung schickte Barca Olmo in die kroatische Hauptstadt. Olmo junior und Olmo senior hatten nichts einzuwenden, da sie die Chance sahen, dass das Talent so früher Spielpraxis in einer Profiliga sammeln könnte.

Tatsächlich entpuppte sich der ungewöhnliche Schritt als voller Erfolg. Während Halilovic seinen Vorschusslorbeeren nicht im Ansatz gerecht wurde und von Barca schon ein Jahr später an den Hamburger SV verkauft wurde, spielte sich Olmo sofort in die Stammelf von Dinamo Zagreb.

Titelhamster mit Dinamo - "Was er mit dem Ball anstellt ..."

In den fünf Jahren bei Dinamo holte Olmo vier Mal die kroatische Meisterschaft und spielte in dieser Saison Champions League. In den sechs Gruppenspielen gelangen ihm zwei Tore. Mit 21 Jahren kann er auf 124 Profi-Spiele zurückblicken.

"Was er mit dem Ball anstellt, gehört nicht nur zum Besten in unserer Liga, sondern kann auch im internationalen Vergleich mithalten", schwärmte sein damaliger Trainer Zoran Mamic einmal über ihn. Bei all dem Lob ist das Talent aber trotzdem auf dem Boden geblieben.

Es ist nicht überliefert, dass Olmo je mit dem Jetski an der Küste von Dubai entlangraste, oder ein berüchtigtes Goldenes Steak aß. Auf Instagram postet er stattdessen Bilder aus dem Training und den Spielen. In Interviews kommt er nicht großspurig daher, sondern sagt Sätze wie: "Ich habe noch nichts erreicht und werde deshalb weiter hart an mir arbeiten."

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Bei seiner Vorstellung in Leipzig sagte der offensive Mittelfeldspieler, dass er da sei, da ihm "das Projekt von RB Leipzig gefällt". "Die Art und Weise, wie hier mit jungen Spielern umgegangen wird passt in meinen Karriereplan."

Ob Olmo schon am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach (ab 18.30 Uhr im Liveticker) auf dem Feld steht, ist offen. Trainer Julian Nagelsmann ließ das bei der Pressekonferenz am Donnerstag offen, hatte aber ein Lob für den Neuzugang übrig: "Gerade offensiv können wir von ihm viele gute Spiele erwarten, was die Defensive betrifft muss er sich noch ins System einfinden. Aber das macht er schon ganz gut."

Eingewöhnungszeit erhält Olmo von seinen Mannschaftskameraden. "So schnell überraschen wir unsere Neuankömmlinge nicht", sagte Halstenberg im SPORT1-Podcast Split it! auf die Frage, ob Olmo schon zum Einstand singen musste. "Der soll sich erst mal ein bisschen eingewöhnen und denken, da kommt nichts mehr - und dann wird noch was kommen."

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