vergrößernverkleinern
Evan Ndicka (r., neben Sebastian Andersson) unterlief ein Eigentor zum 0:2
Evan Ndicka (r., neben Sebastian Andersson) unterlief ein Eigentor zum 0:2 © Getty Images
Lesedauer: 4 Minuten
teilenE-MailKommentare

Frankfurt am Main - Mit einem Überraschungssieg von Union Berlin bei Eintracht Frankfurt geht der 23. Spieltag zu Ende. Zwei Abwehrpatzer besiegeln die Pleite der Hessen.

Miese Stimmung auf den Rängen, schlechte Laune bei den Profis: Zwei geschenkte Gegentore haben Eintracht Frankfurt das Bundesliga-Intermezzo zwischen den Europacup-Festtagen versaut. Die Hessen, deren Fans erneut gegen die ungeliebten Montagsspiele protestierten, unterlagen 1:2 (0:0) gegen Aufsteiger Union Berlin.

Damit verliert die Eintracht auf Platz elf den internationalen Wettbewerb mehr und mehr aus den Augen. (SERVICE: Die Tabelle der Bundesliga)

Es ist eine sehr bittere Niederlage, die mich sehr stört. Wir waren in der ersten Halbzeit nicht gut, dann schießen wir uns zwei Bälle quasi selber rein", sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter.

Anzeige

Jetzt aktuelle Fanartikel der Bundesliga bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE

Sein Gegenüber Urs Fischer feierte dagegen den zweiten Auswärtssieg in Folge. "Diese drei Punkte könnten in der Endabrechnung sehr wichtig sein. Wir waren sehr gut im Spiel und haben die Eintracht vor Probleme gestellt. Die Führung hat uns nochmals Schwung gegeben. Die Jungs haben nachgesetzt und haben sich das erarbeitet."

Ein Eigentor auf jeder Seite 

Sebastian Andersson (49.) traf zum Abschluss des 23. Spieltags für die Berliner, die an Frankfurt vorbeigezogen sind. Dem Tor war ein folgenschweres Missverständnis zwischen Eintracht-Kapitän David Abraham und Torwart Kevin Trapp vorausgegangen. Zu allem Überfluss für die Hessen traf Evan N'Dicka ins eigene Tor (67.). In der 79. Minute unterlief auch Union-Profi Florian Hübner ein Eigentor.

Bei den Frankfurtern dreht sich derzeit fast alles um die Europa League. Nach dem deutlichen Sieg im Zwischenrunden-Hinspiel gegen Red Bull Salzburg (4:1) will die Mannschaft von Trainer Adi Hütter am Donnerstag beim österreichischen Serienmeister den Achtelfinal-Einzug perfekt machen.

"Wir haben es nicht geschafft, uns vernünftige Chancen herauszuspielen", sagte der Frankfurter Rechtsverteidiger Timothy Chandler bei DAZN. "Und die Gegentore waren natürlich viel zu einfach." 

Aus Protest gegen die Partien am Montag verzichteten die Eintracht-Fans auf die Unterstützung ihrer Lieblinge. Der komplette Unterrang der Nordwestkurve blieb leer. Stattdessen war dort ein großes Banner mit der durchgestrichenen Aufschrift "Montag" zu sehen. Vor der Partie dröhnte der Bob-Geldof-Klassiker "I don't like Mondays" aus den Boxen. (SERVICE: Alle Spiele und Ergebnisse)

Kaum Stimmung durch Fan-Proteste 

Dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) nach der Saison 2020/21 keine Spiele am ersten Wochentag mehr ansetzen wird, stellt große Teile der Anhänger nicht zufrieden. Sie kritisieren die Zerstückelung des Spieltags, die sich ab 2021 in Form von fünf Sonntagsspielen um 19.30 Uhr äußern wird.

Adi Hütter hätte sich angesichts der misslichen Lage in der Liga die Unterstützung der Fanszene gewünscht. "Ich finde es schade, dass sie in unserer Situation nicht da waren - wir haben 28 Punkte und stehen auf dem elften Platz. Die Kurve hätte uns vielleicht den Elan für den Ausgleich gegeben", sagte der Österreicher.

Vor 47.000 Zuschauern in der Arena passierte in der Anfangsphase nicht allzu viel. Die Gastgeber, die ohne Bas Dost, Gelson Fernandes, Lucas Torro, Stefan Ilsanker, und Marco Russ auskommen mussten, bestimmten das Geschehen. Chancen konnten sich die Frankfurter aber nicht erarbeiten.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Von den Köpenickern, bei denen der gesperrte Kapitän Christopher Trimmel, Laurenz Dehl, Akaki Gogia, Joshua Mees, Manuel Schmiedebach und Keven Schlotterbeck fehlten, kam in der Offensive so gut wie nichts. Insgesamt war die Begegnung bis Mitte der ersten Hälfte ein Langweiler. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen

Meistgelesene Artikel

Im Anschluss wurde das Spiel nur unwesentlich besser. Mehr als Halbchancen waren auf beiden Seiten nicht drin. Dass der Berliner Verteidiger Hübner per Kopf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte bereits für die größte Gefahr vor dem eigenen Tor sorgte, war bezeichnend.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs verließen sich Abraham und Trapp aufeinander - keiner von beiden ging zum Ball. Andersson bedankte sich mit seinem neunten Saisontor. Nach dem Treffer erhöhten die Frankfurter die Schlagzahl, die Mittel waren aber begrenzt. Dass N'Dicka ins eigene Netz traf, passte zum Spiel der Gastgeber. Zwei Minuten später vergab Goncalo Pacienca die große Chance auf den Anschlusstreffer. Den besorgte dann Hübner und machte es unfreiwillig nochmal spannend.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image