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Steffen Baumgart war nach der Niederlage gegen Wolfsburg bedient
Steffen Baumgart war nach der Niederlage gegen Wolfsburg bedient © Getty Images
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Paderborn - Der SC Paderborn unterliegt dem VfL Wolfsburg und verpasst den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Eine Rote Karte sorgt für die Wende, Steffen Baumgart ist bedient.

Der VfL Wolfsburg hat seinen Negativlauf mit einem Arbeitssieg beendet und Bundesliga-Underdog SC Paderborn wieder ans Tabellenende geschossen.

Die zuletzt dreimal geschlagene Mannschaft von Trainer Oliver Glasner gewann 20. Spieltag beim Aufsteiger mit 4:2 (2:1) und verbesserte sich mit 27 Punkten auf den neunten Tabellenplatz. Paderborn, das mit einem Erfolg erstmals seit dem Hinspiel im August auf einen Nicht-Abstiegsplatz geklettert wäre, übernahm mit 15 Zählern wieder die Rote Laterne von Fortuna Düsseldorf. (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)

Eine entscheidende Bedeutung hatte die Rote Karte für Gerrit Holtmann nach einer Tätlichkeit (33.). Der Linksverteidiger hielt seinen Gegenspieler mit dem Arm fest und schwang diesen dann heftig nach hinten durch. 

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"Ein großer Verein bekommt diese Rote Karte nicht"

"Ich muss jetzt auch aufpassen. Die Hand geht zum Körper. Aber wenn das schon eine Tätlichkeit ist, dann wird es langsam schwer für mich", sagte Paderborns Coach Steffen Baumgart, der sich sichtlich zurückhalten musste, weil auch Wolfsburgs Joshua Guilavogui nach zwei taktischen Fouls in der ersten Hälfte Gelb-Rot hätte sehen können.

"Da gab es schon Situationen, da hat schon der Video-Schiedsrichter gesagt, schau es dir noch einmal an, der trifft den Fuß mit offener Sohle. Lassen wir es einfach, dann ist gut. (lacht) Jetzt muss ich wirklich gehen", meinte der Ex-Profi bei der Betrachtung der Bilder und brach das Sky-Interview ab.

Auf der anschließenden Pressekonferenz legt Baumgart aber nochmal nach - und entschuldigte sich vorsorglich beim SC Paderborn. "Ich kann nicht die Klappe halten, auch wenn ich weiß, dass ich dadurch meinem Verein schade", sagte der Coach.

Baumgart hatte schon nach anderen Bundesligaspielen zuvor einige Entscheidungen der Schiedsrichter kritisiert.

"Ein großer Verein bekommt diese Rote Karte nicht", sagte auch Paderborns Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono, "aber es war auch mit zehn Mann noch lange ausgeglichen. Wenn es länger 2:3 steht, ist für uns noch etwas drin." 

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Ginczek glänzt mit Doppelpack

Kapitän Robin Knoche (27.), Daniel Ginczek (40./60.), der den am Oberschenkel verletzten Torjäger Wout Weghorst stark vertrat, und Maximilian Arnold (76.) trafen im erwartet kampfbetonten Spiel für die Gäste - und erstickten damit eine mögliche Diskussion um Glasner im Keim. Paderborn war durch Ben Zolinski (22.) in Führung gegangen, Sebastian Vasiliadis (72.) hatte den SCP zwischenzeitlich zurück ins Spiel gebracht. (Bundesliga-Tabelle)

"Wir haben einen guten Aufwand gemacht. Wir haben aber spielentscheidende Fehler gemacht, die man gegen so eine gute Mannschaft nicht machen darf", erklärte Baumgart. "Wir waren nach dem 2:3 gut im Spiel, dann verursachst du so einen Freistoß. Das ist ärgerlich."

Gegenüber Oliver Glasner meinte: "Es gibt so Phasen, wo jeder Standard des Gegners einschlägt. Wir sind aber auch durch einen Standard zurückgekommen. Es war wichtig, heute drei Punkte zu holen."

Vor der Partie standen Baumgart und die Frage im Fokus, ob er sich seine vierte Verwarnung abholen und als erster Trainer der Bundesliga-Geschichte eine Gelbsperre erhalten würde. Der frühere Wolfsburg-Spieler Baumgart tigerte zwar wie gewohnt im Kurzarmshirt durch seine Coaching Zone, gab lautstarke Kommandos und diskutierte impulsiv mit den Offiziellen, schlug aber nach Ansicht der Unparteiischen nicht über die Stränge.

Pongracic gibt Debüt für Wolfsburg

Auf dem tiefen Rasen suchten beide Mannschaften ihr Heil in der Offensive - kein Wunder, nur ein Sieg half jeder Seite wirklich weiter. Paderborn schaltete gewohnt schnell um und kam durch Denis Srbeny (11.) aus spitzem Winkel zur ersten Großchance, auf der Gegenseite scheiterten Ginczek (12.) und Admir Mehmedi (18.) an SCP-Keeper Leopold Zingerle.

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Paderborn blieb vor 13.926 Zuschauern unbeeindruckt und kam nach einer Ecke durch Zolinski aus dem Gewühl zur Führung, doch Wolfsburg mit 10-Millionen-Winterzugang Marin Pongracic in der Startelf glich nach einem Freistoß durch den aufgerückten Abwehrchef Knoche postwendend aus.

Ginczek sorgt für Pausenführung

Nach Holtmanns unnötigem Platzverweis wegen einer Tätlichkeit gegen VfL-Mittelfeldspieler Renato Steffen schlug Wolfsburg aus der Überzahl schnell Kapital und sicherte sich durch den hochveranlagten, aber in seiner Karriere oft verletzten Ginczek die Pausenführung. (Ergebnisse/Spielplan der Bundesliga)

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Paderborn stellte nach dem Seitenwechsel von Vierer- auf Dreierkette um, warf noch einmal alles nach vorne. Wolfsburg kam so ganz natürlich zu weiteren Chancen, aber auch die Hausherren steckten nicht auf.

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