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Bremen - Phänomen Erling Haaland trifft für Borussia Dortmund auch gegen Bremen. Der BVB hakt seinen Durchhänger im Titelrennen endgültig ab, Favre und Zorc schwärmen.

Erling Haaland richtete sich erschöpft die Stutzen, danach erst ließ er kurz seine linke Faust hervorschnellen.

Der nächste Rekord des norwegischen Wunderstürmers und ein Arbeitssieg zur rechten Zeit lassen Borussia Dortmund im engen Titelrennen der Bundesliga alle Chancen - und beim 2:0 (0:0) bei Werder Bremen spielte der BVB endlich auch auswärts einmal überzeugend. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)  

Mehr noch als das: Die Gelb-Schwarzen durften mit Genugtuung feststellen, sich eine kürzlich noch aufs Gemüt drückende Verlierer-Episode binnen kürzestes Zeit endgültig wieder aus den Kleidern geschüttelt zu haben.

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Das Pokal-Aus (2:3) vor rund zweieinhalb Wochen gegen eben jene Bremer, danach ein verplemperter Dreier gegen Bayer Leverkusen (3:4) - all das ist nun eindrucksvoll beiseite gewischt dank der darauffolgenden Gala-Auftritte gegen Eintracht Frankfurt (4:0), in der Königsklasse gegen Paris Saint-Germain (2:1) und nun im erneuten Duell mit den Bremern.

Favre und Zorc happy

"Wir sind zufrieden mit der Woche", sagte Coach Lucien Favre angesichts des Turnarounds, der die Mannschaft zurückschlagen ließ. 

Auch für Michael Zorc fühlte sich der Nachmittag glänzend an. "Ich denke, die Mannschaft hat es heute gut gemacht", sagte Dortmunds Sportdirektor. Quasi im Turbo-Modus einmal kopfüber in die Hölle und zurück.

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Bemerkenswert dabei: Erstmals in seiner Dortmunder Amtszeit hatte Favre drei Mal in Serie auf die gleiche Anfangself gesetzt - und wurde dafür belohnt.

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Nach ausgeglichenen 45 Minuten bedurfte es allerdings einer Leistungssteigerung, um sich für das Pokal-Aus zu revanchieren. Der BVB hatte zunächst schläfrig und unaufmerksam gespielt, er begann erst nach der Pause damit, sich beim allenfalls robusten Abstiegskandidaten ernsthaft um die Führung zu bemühen.

Zagadou schlägt zu

Die besorgte schließlich Dan-Axel Zagadou sieben Minuten nach Wiederbeginn. Direkt davor war Haaland mit einem abgefälschten Schuss noch knapp gescheitert.

Jadon Sancho bereitete per Ecke das Tor vor - bereits sein 15. Assist in dieser Saison (Liga-Bestwert) und der 19. Scorerpunkt in den letzten zwölf Spielen. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

"Am Ende haben wir das mit Qualität runtergespielt", so Zorc. Auch das ist Ausdruck einer neuen Stabilität.

Nächster Rekord für BVB-Phänomen Haaland

Haaland versenkte in der 66. Minute eine Vorlage von Achraf Hakimi unhaltbar zum 2:0 - schon sein neuntes Bundesligator.

Insgesamt war es für den norwegischen Wunderstürmer schon der zwölfte Treffer im achten Pflichtspiel für den BVB. Zudem sorgte er für einen weiteren Rekord: Noch nie zuvor schoss ein Spieler in seinen ersten sechs Bundesligaspielen neun Tore.

Werder hadert mit Standard-Schwäche

Für Werder hingegen war gerade das 0:1 ein einziges Ärgernis. "Wieder so ein scheiß Standard. Das macht uns sehr sauer. Für uns wird es jetzt sehr eng", klagte Davy Klaassen nach der sechsten Heimniederlage in Serie, einem traurigen Vereinsrekord.

Der Sieg des Rivalen Fortuna Düsseldorf beim SC Freiburg war ein weiterer Nackenschlag. Der BVB dagegen hat jetzt zwei Punkte Vorsprung auf Borussia Mönchengladbach (nur 1:1 gegen Hoffenheim, aber ein Spiel weniger).  (Service: Tabelle der Bundesliga)

Werder startet aggressiv gegen Dortmund

Die favorisierten Gäste brauchten eine knappe Viertelstunde, um sich auf die ungewohnt aggressiv auftretenden Hanseaten einzustellen. Dann ergab sich durch die spielerischen Fähigkeiten der Westfalen eine klare Feldüberlegenheit, die zunächst allerdings fast immer an der Bremer Strafraumgrenze endete.

Was auch damit zusammenhing, dass Haaland mehr als eine Stunde lang gut abgeschirmt wurde und bis zum Seitenwechsel blass blieb. Der norwegische Topstürmer rannte sich in dieser Phase immer wieder fest, Ömer Toprak nahm den hünenhaften Skandinavier fast in Manndeckung.

Gefährlich wurde es für die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt zunächst lediglich in der 43. Minute, als Werder-Torhüter Jiri Pavlenka einen gefährlichen Freistoß von Raphael Guerreiro entschärfte. Die 42.100 Zuschauer entließen die Gastgeber mit Beifall in die Kabine.

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BVB nach Führung mit mehr Selbstvertrauen

Die verdiente Führung stärkte dann das Dortmunder Selbstvertrauen sichtlich.  Haaland kam in der 55. Minute zu seiner ersten Einschussmöglichkeit, Pavlenka spitzelte dem 19-Jährigen den Ball diesmal noch vom Fuß.

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Nach einer guten Stunde allerdings ließ der BVB-Druck wieder ein wenig nach. Die Norddeutschen bemühten sich um Gegenspiel, aber die Durchschlagskraft fehlte.

Erst nach dem zweiten Gegentor wurde etwas mutiger agiert - wirklich gefährlich wurde Werder aber nicht mehr.

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