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München - Der FC Bayern ergreift erste Maßnahmen rund um die Geschehnisse um Dietmar Hopp. Wie die Verantwortlichen bestraft werden, dürfte sich bald entscheiden.

Die Bundesliga blickt mal wieder auf den FC Bayern.

In diesen Tagen aber nicht vornehmlich aus sportlichen Gründen. Die Münchner gelten im schwelenden Konflikt mit den Ultras in Deutschland als großer Hoffnungsträger.

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FC Bayern ergreift erste Maßnahmen

"Es geht nur über den FC Bayern. Und die anderen müssen nachziehen", machte Mario Basler am Sonntag im CHECK24 Doppelpass deutlich.

Der ehemalige HSV-Vorstand und Liga-Boss Heribert Bruchhagen forderte den deutschen Rekordmeister auf, "die Jahreskarten an gewisse Leute nicht zu vergeben".

Am Montag verkündete Karl-Heinz Rummenigge nun, dass die Bayern in erster Konsequenz eine Kommission ins Leben gerufen haben.

Diese werde "zum einen den Ereignissen vom Samstag nachgehen und zum anderen Maßnahmen erarbeiten, die bei Fällen von Rassismus, Beleidigungen, Antisemitismus, Sexismus, Homophobie und Ausgrenzung jeglicher Art kurz- und mittelfristig greifen werden", heißt es in einer Pressemitteilung.

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Rummenigge:"...wir wollen dieses hässliche Gesicht nie wieder sehen"

"Die zivilrechtliche Handhabe liegt beim FC Bayern und wir wollen dieses hässliche Gesicht nie wieder sehen", hatte Rummenigge zuvor im Gespräch mit der Bild erklärt. "All diejenigen, die ausgemacht werden können, müssen damit rechnen, von Bayern bestraft zu werden."

Wie diese Bestrafung ausfallen wird, ist aktuell noch offen. Nach SPORT1-Informationen diskutiert am Montag auch der Aufsichtsrat noch einmal die Thematik.

Es ist davon auszugehen, dass die Entscheidung hinsichtlich der Konsequenzen noch vor dem Spiel gegen den FC Augsburg am Wochenende fallen und verkündet werden wird.

Gut möglich, dass sich die Bayern dabei tatsächlich als die gewünschten Vorreiter hervortun.

Wer wird den Machtkampf gewinnen? 

Was aber "strafmildernd" berücksichtigt werden könnte, ist speziell im Fall der Gruppe Schickeria deren Engagement gegen Antisemitismus, das 2014 mit dem Julius-Hirsch-Preis des DFB für Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit ausgezeichnet wurde.

Bislang fand zwischen den Klub-Verantwortlichen und der größten Ultra-Gruppierung auch aus diesem Grund durchaus ein konstruktiver Austausch statt.

Doch damit könnte nun Schluss sein. "Wir haben ja immer viel geredet und ich bin ein Freund des Dialogs. Aber man muss auch festhalten, dass der Dialog nichts gebracht hat", stellte Rummenigge klar.

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"Wir befinden uns in einer Einbahnstraße in der die Klubs nur geben und die Fans nur nehmen. Es geht dabei einzig und allein um Machtdemonstration. Sie wollen den Klubs und Verbänden zeigen, dass sie in den Stadien die Macht haben", führte der Ex-Nationalspieler weiter aus.

Bleibt die Frage, wer den Machtkampf gewinnen wird? Klar ist: Die stärkste Waffe des Klubs ist das Kartenkontingent.

Erhalten Schickeria oder andere Ultra-Gruppen wie "Red Fanatic", die am Samstag für das zweite Banner verantwortlich waren, weniger Tickets, dürfte ihr Einfluss in der Kurve sinken. Die nächsten Tage werden zeigen, zu welchen Mitteln der FCB wirklich greift. 

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