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Die Bundesliga-Fortsetzung mit Geisterspielen wird wahrscheinlich. Nun äußert sich die DFL zur Kritik, dass die dafür nötigen Tests dann der Bevölkerung fehlen.

Die DFL hat sich gegen Kritik an den für eine Fortsetzung der Bundesliga benötigten Coronatests gewehrt

"Es geht an den Fakten vorbei, wenn unterstellt wird, dass eine mögliche engmaschige Testung eine Unterversorgung der Bevölkerung verursache. Die Test-Kapazitäten sind in den vergangenen Wochen massiv gesteigert worden", ließ das DFL-Präsidium in einer Stellungnahme wissen.

Demnach stünden aktuell in den akkreditierten Laboren der Medizin 640.000 Tests pro Woche zur Verfügung, eine Steigerung von mehr als 300 Prozent in den vergangenen fünf Wochen.

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Lauterbach kritisiert DFL

Das von der DFL benötigte Kontingent würde demzufolge weniger als 0,5 Prozent der Kapazitäten in Anspruch nehmen, so die Deutsche Fußball-Liga in ihrer Erklärung weiter. Sollte es durch eine zweite Infektionswelle zu Engpässen in der Versorgung kommen, "wird die DFL die Versorgung der Bevölkerung selbstverständlich nicht beeinträchtigen."

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Zustimmung findet die Haltung der Fußball-Bosse nicht überall. SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte eine Wiederaufnahme der Bundesliga wiederholt kritisch beäugt

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"Es ist falsch, zehntausende Tests für Geisterspiele zu verbrauchen, während in den Pflegeheimen und bei Lehrern noch nicht ausreichend getestet werden kann", twitterte der Bundestagsabgeordnete.

Bereits am 12. April erteilte er im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 den Bundesligaklubs eine Absage. "Stellen Sie sich folgende katastrophale Situation vor. Wir lassen die Bundesliga wieder anrollen und es kommt wieder zu mehr Fällen.Das wäre aus meiner Sicht nicht vertretbar, insbesondere nicht gegenüber den Unternehmen, die auch auf Lockerungen warten, die wir aber nicht in Aussicht stellen können."

Nächste DFL-Mitgliederversammlung am Donnerstag

Weiter gelobte die DFL, die wegen ihres Gebahrens auch Kritik aus Politik, Gesellschaft und von Fanvertretern geerntet hat, für die Zukunft mehr Demut: "Das DFL-Präsidium weiß um die gesellschaftliche Verantwortung des Profifußballs. In diesem Zusammenhang ist es an allen Entscheidungsträgern, auch Selbstkritik zu üben mit Blick auf Fehlentwicklungen in den vergangenen Jahren."

Es stehe "außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen. Diese Werte gilt es nach Überwindung der akuten Krise in konkrete Maßnahmen umzusetzen."

Am Donnerstag steht die nächste DFL-Mitgliederversammlung an. Dann werde die Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb ein "detailliertes verbindliches Konzept mit strengen Hygiene-Vorgaben, erforderlichen Testungen und permanentem Monitoring vorstellen".

Die DFL plant, den Spielbetrieb idealerweise am 9. Mai fortzusetzen, und zwar mit "einem Minimum an Erwerbstätigen in den Stadien". Die Entscheidung über eine Fortsetzung der Saison und die finale Festlegung eines konkreten Termins liege "selbstverständlich" bei den zuständigen politischen Gremien", erklärte die DFL.

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