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München - Manuel Neuer möchte sich eine Vertragsverlängerung beim FC Bayern offenbar fürstlich entlohnen lassen. Doch wer pokert, sollte ein Ass im Ärmel haben.

Hallo Fußball-Freunde, 

nach der Vertragsverlängerung von Thomas Müller geht es beim FC Bayern jetzt um die Personalie Manuel Neuer. 

Neuer ist der Kapitän, sein Wort hat Gewicht. Er ist für die Struktur des deutschen Rekordmeisters extrem wichtig. Ich denke dennoch, dass die Bayern intensiv über seine angebliche Gehaltsforderung von 20 Millionen Euro im Jahr diskutieren werden. Das sind obszöne Zahlen, gerade in solchen Zeiten.  

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Es gibt ein paar Parameter für die Bayern: Ist er noch gut genug? Ja. Er ist nach wie vor einer der besten der Welt und die Verletzung, die Karriere gefährdend war, scheint wirklich ausgeheilt. Neuer kann und wird noch drei Jahre auf Top-Niveau super Leistungen bringen.

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Bei Alexander Nübel weiß man nicht, ob er sein Talent bestätigen wird und mehr wird als ein großes Talent.

Sagen sie vielleicht trotzdem, wir vertrauen Nübel, brauchen nicht noch einen Top-Verdiener und legen das Geld lieber anders an?

Bei Toni Kroos war Bayern damals in einer ähnlichen Situation: Als die Zahlen bekannt wurden, wurde gepokert. Wenn man pokert, muss man aber auch ein Ass in Ärmel haben.

Neuer würde wohl nur zu einem Klub wechseln, mit dem er die Champions League gewinnen kann. Manchester City hat einen Torhüter, Chelsea hat Kepa, Real Madrid funktioniert, der FC Barcelona hat Marc-André ter Stegen. Und welcher Verein würde Neuer aktuell 20 Millionen Euro zahlen. Wo ist also sein Ass?

Am Ende hat Bayern aber große Ziele. Ziele, für die Neuer eigentlich gebraucht wird. 

Labbadia lässt sich ungern reinreden

Auch bei Hertha BSC steht eine Personalie im Vordergrund: der neue Trainer Bruno Labbadia.

Labbadia hat enorme Erfahrung, aber die Ansprüche in Berlin sind hoch. Sie wollen einen Big-City-Klub. Bei diesem Ziel wird es enorm wichtig sein, dass Labbadia einen klaren Kurs mit dem Management fährt.

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Zunächst muss geklärt werden, wer innerhalb des Klubs was zu sagen hat, um dann klare Ziele zu definieren. Auch der Kader ist noch nicht fertig. Wenn sich diese Dinge nicht ändern, dann sehe ich die Gefahr, dass die Mannschaft irgendwann nicht mehr weiß, wo der Fokus liegen sollte. Und der heißt erst einmal Klassenerhalt.

Wenn bei der Hertha in den nächsten Wochen und Monaten nicht jeder an einem Strang zieht, kann es nicht funktionieren. Ein Problem dabei könnte sein: Labbadia lässt sich ungern reinreden.

Brot und Spiele sind eine Überlegung

Die Königsfrage im deutschen Fußball ist momentan aber zunächst: Wann geht es weiter?

Es geht darum, wann wir unser Leben wieder zurückbekommen. Wir brauchen doch Spielformen.

Die Coronakrise hat physische, aber auch psychische Auswirkungen. Ich habe den Eindruck, dass die Menschen in Deutschland momentan noch gut mitziehen.

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Fakt ist aber, dass wir nicht in einer "Virokratie", sondern in einer Demokratie leben. Die Politik wird daher irgendwann abwägen müssen, was sie tun kann, damit die Solidarität anhält.

Du musst den Menschen auch etwas geben, getreu dem Stichwort: Brot und Spiele. Da wird der Fußball im Fernsehen eine systemrelevante Überlegung darstellen. 

Bis demnächst,
Euer Marcel Reif

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit Sommer 2016 begleitet Marcel Reif als Experte den CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

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