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München - Der FC Bayern präsentiert sich gegen Eintracht Frankfurt in Torlaune. Eine kurze Schwächephase schärft Bayerns Sinne vor dem Kracher bei Borussia Dortmund.

Eine kurze gedankliche Auszeit hat den FC Bayern fast einen sicher geglaubten Sieg gekostet.

Der Tabellenführer verspielte beim 5:2 (2:0)-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt um ein Haar eine zwischenzeitliche Drei-Tore-Führung - und zog daraus seine Lehren für den Kracher beim BVB am Dienstag (ab 18.30 Uhr im LIVETICKER). (Spielplan und Ergebnisse)

Der CHECK24 Doppelpass mit André Schubert und Stefan Effenberg am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

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Goretzka: "Müssen darüber sprechen"

"Da müssen wir ganz klar darüber sprechen. Das geht nicht", fand Leon Goretzka bei Sky nach der kurzzeitigen Zitterpartie deutliche Worte. Auch Thomas Müller legte den Finger in die Wunde: "Wenn der Ball im Fünfmeterraum aufspringt und sich keiner von uns zuständig fühlt, den Ball zu attackieren, dann müssen wir da noch mal darüber reden."

Goretzka (17.), "Vorlagen-König" Müller (41.) und Top-Torjäger Robert Lewandowski (46.) mit seinem 27. Saisontreffer sorgten gegen Frankfurt für eine nur scheinbar beruhigende Bayern-Führung. Die lange Zeit völlig chancenlosen Gäste kamen aber durch einen Doppelschlag von Martin Hinteregger (52./55.) nach zwei Ecken von Sebastian Rode heran. Erst der Treffer von Alphonso Davies (61.) und ein Eigentor von Hinteregger (74.) ließen den seltenen Stadiongast Franz Beckenbauer hinter seiner Corona-Maske wieder ruhiger atmen. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Dank des Dreiers bauten die Bayern den Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund drei Tage vor dem direkten Duell wieder auf vier Punkte aus. (Die Tabelle der Bundesliga)

Müller vor BVB-Duell: "Wird hartes Stück Arbeit"

Trainer Hansi Flick kündigte allerdings eine Aufarbeitung der Nachlässigkeiten in der Defensive an. "Vielleicht hat man das innerlich abgehakt und dann hat ein bisschen die Konzentration gefehlt. Wir haben nicht so gut ausgesehen, darüber müssen wir sprechen und müssen es besser machen. Wir werden aus diesen Szenen lernen", bekräftige Flick.

Müller sah auch im Spiel nach vorne "noch einige Ungenauigkeiten". Dennoch sah der Offensiv-Allrounder, der gegen Frankfurt wieder im Zentrum hinter der Spitze randurfte, seine Bayern gerüstet für den Liga-Gipfel: "Wir marschieren, Dortmund marschiert. Da können wir uns auf Dienstag freuen. Ich hoffe, dass wir da zeigen können was uns stark macht und dass wir am Ende mit einem Lächeln aus dem Dortmunder Stadion fahren werden. Aber das wird ein hartes Stück Arbeit."

Gegen Frankfurt lief die Pressingmaschine der Münchner schnell auf Hochtouren, Frankfurt wurde meist noch in der eigenen Hälfte gestellt - und verlor so viele Bälle sehr früh. Dadurch wurde es schnell gefährlich, Lewandowski traf nach einer Ecke die Latte (11.).

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Goretzka bricht für Bayern den Bann

Es folgten Münchner Gelegenheiten fast im Minutentakt. Ivan Perisic (12.) scheiterte nach einem feinen Chipball von Joshua Kimmich ebenso an Eintracht-Torwart Kevin Trapp wie Benjamin Pavard (14.) per Kopf. Kurz darauf knallte es über der Arena: Außerhalb des Stadions wurden eine Handvoll Raketen über die Südkurve geschossen.

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Nur wenig später schlug der Ball erstmals in Trapps Tor ein: Goretzka traf nach einer Flanke von Thomas Müller per Direktabnahme aus elf Metern zur Führung. Für Müller war es bereits der 17. Assist in dieser Saison, damit hat er schon jetzt den Bundesliga-Rekord des ehemaligen Wolfsburgers Kevin De Bruyne eingestellt.

Hinteregger sorgt für Novum

Hinteregger sorgte danach sogar für ein Novum: Acht Tore nach Ecken wie jetzt der Österreicher - das hat noch kein Bundesliga-Profi geschafft. Dabei hatte Frankfurt Bayern-Keeper Manuel Neuer bis zu seinen Toren kein einziges Mal wirklich geprüft. Dass die Münchner auf Mittelfeldmotor Thiago (Adduktorenprobleme) verzichten mussten, schien lange kein Problem zu sein.

Frankfurt, das auf Kapitän David Abraham (Rücken) verzichten musste und insgesamt vier Wechsel vorgenommen hatte, leistete sich zu viele Fehler im Umschaltspiel. Den Mut verlor die Eintracht aber nie, Kostic traf bei den Offensivbemühungen der Gäste noch einmal den Pfosten (83.) - am Ende stand dennoch die fünfte Liga-Pleite in Serie.

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