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Gelsenkirchen - S04 verliert gegen Werder und ist damit seit elf Spielen ohne Sieg. Trainer David Wagner nervt der Ballverlust vor dem entscheidenden Gegentor. Bremens Hoffnung wächst.

Schalke 04 stolpert trotz eines erneuten Torwartwechsels leblos von einer Pleite in die nächste und verlor gegen Werder Bremen mit 0:1 (0:1). Dagegen stemmen sich die Gäste weiter vehement gegen den ersten Abstieg seit 40 Jahren und liegen nur noch zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Die erneut erschreckend schwachen Schalker warten seit elf Spielen in der Bundesliga auf einen Sieg. Das ist ihnen zuletzt vor 23 Jahren passiert. Nach der Niederlage rutschten sie auf den zehnten Rang ab, seit dem Re-Start nach der Corona-Pause verlor S04 alle vier Spiele bislang. (Die Tabelle der Bundesliga)

Das Tor für die Bremer erzielte Leonardo Bittencourt (32.), der die Kugel von der Strafraumgrenze sehenswert mit links in den linken Knick des Schalke-Tores schlenzte. Der 26-Jährige hatte bereits im vorangegangenen Auswärtsspiel beim SC Freiburg getroffen. (Spielplan und Ergebnisse

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Wagner: "Wahnsinniger individueller Fehler"

"Wir haben zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen, eine, in der wir einen defensiven Ansatz gewählt haben, um die Gegentorflut einzudämmen, um in zweiten Hälfte wieder mehr dahin zurückzukommen, was wir eigentlich spielen wollen. Das haben wir eigentlich sehr gut gemacht", sagte Schalkes Trainer David Wagner: "Aber am Ende steht wieder eine Niederlage, und am Ende steht wieder ein wahnsinniger individueller Fehler."

Diese Frust-Aussage ging an die Adresse von Jean-Clair Todibo. Der Franzose hatte im Vorfeld des Gegentreffers im Mittelfeld zum Dribbling gegen drei Bremer angesetzt - und den Ball verloren.

Von einem "ganz wichtigen Auswärtssieg", sprach Werder-Trainer Florian Kohfeldt: "Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und sind verdient in Führung gegangen. Im zweiten Durchgang wurde es hektischer, da Schalke auch besser im Spiel war."

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Auch das Wechselspiel im Tor half den Schalkern nicht. Trainer David Wagner hatte wieder den künftigen Münchner Alexander Nübel zwischen die Pfosten gestellt und damit bereits den vierten Wechsel der Saison auf dieser Position vorgenommen. Auf der Bank musste Markus Schubert Platz nehmen, der bei den drei Niederlagen nach dem Restart in Dortmund (0:4), gegen Augsburg (0:3) und in Düsseldorf (1:2) bei mehreren Gegentoren gepatzt hatte.

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Wagner erklärt Torwartwechsel

"Schubi konnte der Mannschaft in den letzten Spielen leider nicht helfen. Er ist ein sehr junger Torwart, es ist eine schwierige Situation. Deshalb haben wir uns für den Wechsel entschieden", sagte Wagner bei Sky.

Nübel, der nach Saisonende ablösefrei zum Rekordmeister Bayern München wechselt, hatte zuletzt vor der Corona-Zwangspause am 29. Februar beim 0:3 in Köln im Schalker Tor gestanden. Auch der U21-Vizeeuropameister hatte mit kapitalen Fehlern zum Absturz der Königsblauen in der Rückrunde beigetragen. "Wir hatten lange ein sehr stabiles Torhüterpaar, aber seit Februar haben wir da Probleme", sagte Wagner.

Werder zeigt sich selbstbewusst

Bremen, mit erheblich mehr Selbstbewusstein ausgestattet, kontrollierte von der ersten Minute an das Geschehen. Schalke zog sich wie schon in Düsseldorf weit zurück und ließ Werder kombinieren. Der Szenenapplaus und die Anfeuerung von den Bremer Ersatzspielern und Betreuern machten deutlich, wer mehr investierte. Auf Schalker Seite war einzig Nübel mit seinen Anweisungen zu hören.

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Beim 0:1 war der Rückkehrer im Tor machtlos: Bittencourt zirkelte den Ball über ihn hinweg ins Netz.

Ein Kopfball von Weston McKennie war das erste Schalker Lebenszeichen (37.). Doch die Gäste blieben spielbestimmend. 

Die erste ernsthafte Torchance verzeichneten die Gastgeber erst in der 53. Minute durch den eingewechselten Benito Raman. Schalke investierte nun mehr und gestaltete die Partie offener, war aber nicht energisch genug für eine Wende.

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